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Seine Installation zeigt Hermann Bigelmayr (r.), hier mit Dr. Sandra Uhrig und Bürgermeister Rolf Beuting, in Raum 4 des Museums. 

Schloßmuseum Murnau: Neue Ausstellung eröffnet 

„New, borrowed, blue“

Murnau - „Zum Glück gibt es viele solche Hände“, sagte Bürgermeister Rolf Beuting bei der Eröffnung der neuen Ausstellung „New, borrowed, blue“ im Schloßmuseum Murnau, zu der rund 100 Gäste gekommen waren.  Er bezog sich damit auf „die gute Partnerschaft von öffentlicher und privater Hand, die es einer so kleinen Gemeinde wie Murnau ermöglicht, sich so ein Museum leisten zu können“.

Die Winterausstellung „New, borrowed, blue“ zeigt bis März 2017 Neuerwerbungen, Leihgaben und Schenkungen, die bisher im Archiv des Museums schlummerten.  Die Gemeinde wende zwar jedes Jahr gut eine halbe Million Euro für das Schloßmuseum auf, ohne die Leihgaben und Spenden von Bürgern hätte es aber nie die Bedeutung errungen, die es heute hat, erklärte Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) am Mittwoch weiter. Auch den Stiftungen gebühre Dank, sagte der Rathauschef, ebenso dem Förderverein. Ein Problem seien nämlich die hohen Preise, die für Kunstwerke gezahlt würden. Und: „Wenn ein Bild in die Hände von Auktionshäusern kommt, wird es um einen Schnaps teurer.“ So müsse das Museum viel Geld aufwenden, um Bilder an ihren Entstehungsort zurück zu holen. Das Schloßmuseum sei aber – trotz der Kosten – von Vorteil für die Gemeinde, betonte Beuting. Es habe wesentlich zu dem guten Ruf beigetragen, den Murnau in der Welt genießt. Und die vielen Besucher, die es anziehe, förderten auch die Gastronomie und den Einzelhandel, „was ein netter Nebeneffekt ist“.

Murnau hat laut Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig zudem den Vorteil, „auf eine außergewöhnlich reiche Geschichte und Kultur zurückblicken zu dürfen“, die in der Römerzeit beginnt und über das Spätwerk von Gabriele Münter bis hin zu Arbeiten von Nikolaus Lang und Hans Angerer führt.

Die neue Winterausstellung unter dem Titel „New, borrowed, blue “ zeigt Neuerwerbungen, Leihgaben und Schenkungen, die bisher im Archiv waren. Besonders erwähnte Uhrig in ihrer Präsentation der Ausstellung persischer Hinterglasbilder, darunter ein Bild aus dem 19. Jahrhundert, das Al-Abbas ibn Ali, den Enkel des Propheten Mohammed, in der Schlacht von Kerbela zeigt. Das Museum erhielt dieses Bild im vergangenen Jahr als Schenkung.

Zu sehen sind auch zwei Bilder aus königlichen Sammlungen: Der „Dom zu Reims“, den der Maler Max Emanuel Ainmiller um 1830 im Mondschein mit zu einem abendlichen Festgottesdienst geöffneten Türen festhielt. Das Werk schenkte der Künstler König Ludwig I.

Der 1894 von Philipp Sporrer gemalte „Eingeschlafene Kellner“ befand sich in Besitz von Prinzessin Gisela von Bayern, einer Tochter der Kaiserin Sisi. Wie diese beiden Bilder aus den königlichen Sammlungen ausgelöst wurden und ihren Weg in das Schloßmuseum Murnau fanden, erzählt die Ausstellung.

Eine Besonderheit haben laut Uhrig auch die Plastiken von Rudolf Pfefferer an sich. Familie mit Hund von 1964, eine Ziege und die Zirkusreiter von 1957 sind eine Schenkung aus dem Nachlass von Ellis Kaut. Alle drei Kleinplastiken stammen aus dem Besitz der 2015 verstorbenen Schriftstellerin, die nach einer Schauspielausbildung Bildhauerei studierte. Sie war danach als Schriftstellerin tätig und betreute beim Bayerischen Rundfunk Kindersendungen. Bekannt wurde die Schriftstellerin, die eng mit dem Bildhauer Rudolf Pfefferer befreundet war, durch ihren „Pumuckl“.

Ausgestellt sind auch zwei Gästebücher mit Eintragungen von Else Lasker-Schüler, Hannah Höch und Marianne von Werefkin. Nicht zu kurz kommt laut Uhrig auch die zeitgenössische Kunst, die mit Arbeiten von Rupprecht Geiger und Bernd Zimmer sowie einer Sonderausstellung einer Raumskulptur von Hermann Bigelmayr vertreten ist.

Weitere Informationen

Die Ausstellung ist bis 5. März jeweils von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am Neujahrstag und an Werktagen bis Weihnachten öffnet das Museum erst um 13 Uhr, am 24. und am 31. Dezember bleibt es geschlossen. Führungen für Gruppen sind nach Voranmeldung unter Telefon 0 88 41/476 201 oder 476 207 möglich. Informationen finden sich unter „schlossmuseum-murnau.de“.

Alfred Schubert

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