Der Neue: Organist Johannes Köppl hat am Anfang des Jahres die Nachfolge von Maria Prinz angetreten, die 41 Jahre lang in der Pfarrgemeinde wirkte. Er ist auch Lehrbeauftragter an Musikhochschulen. Foto: Herpen

Oberpfälzer übernimmt gut bestelltes Haus

Murnaus katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus hat einen neuen Organisten und Chorleiter. Es ist der 29-jährige Johannes Köppl.

Die Musik wurde Johannes Köppl gewissermaßen schon in die Wiege gelegt: Beide Eltern sangen in Chören und spielten jeweils mehrere Instrumente. Da lag es nahe, dass ihr Sohn bereits in jungen Jahren sein musisches Talent unter Beweis stellte. So war er über seine ganze Zeit als Gymnasiast Mitglied der Regensburger Domspatzen und begann danach ein Studium der Kirchenmusik in der Domstadt. Fest steht, dass die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus am 1. Januar mit dem heute 29-jährigen nach Maria Prinz einen hochkompetenten, würdigen Organisten und Chorleiter bekommen hat. Hat doch der gebürtige Oberpfälzer zudem in München Tonsatz und Gehörbildung studiert, und war eine Zeit lang Assistent am Regensburger Dom. „Ich habe dort oft Dienste und Konzerte gespielt, und das hat mir großen Spaß gemacht“, schwärmt er noch heute. „Sie ist die größte hängende Orgel der Welt, weil sie am Dachstuhl mit vier Stahlseilen aufgehängt ist.“ Die neue Stelle als Kirchenmusiker ist nach Geretsried seine zweite, zudem ist er Lehrbeauftragter an den Musikhochschulen in München und Regensburg für die Fächer Tonsatz, Gehörbildung, Korreptition und Improvisation. „Frau Prinz hat den Murnauer Chor in bester Verfassung hinterlassen“, freut sich Köppl, „das ist ein absolut gut bestelltes Haus. Es freut einen natürlich, wenn man da anknüpfen kann.“

Hat er schon Pläne für seine Arbeit mit dem rund 35 Personen großen Klangkörper? „Mittelfristig würde ich gerne etwas Großes wie zum Beispiel die Cäcilienmesse von Charles Gounod einstudieren“, sagt er mit strahlenden Augen, „aber man muss sich erst einmal gegenseitig kennenlernen.“ Als überaus positiv hat er die freundliche Aufnahme bei den Murnauer Chormitgliedern empfunden: „Ich fühle mich hier nach nur zwei Wochen schon sehr gut aufgehoben. Sie sind wahnsinnig freundliche, offene Menschen.“

Als erstes größeres Projekt nennt der junge Musiker die Mozartmesse (Köchelverzeichnis 259), die er am Ostersonntag in der Pfarrkirche St. Nikolaus mit Chor und Orchester aufführen möchte. Etwas Sorge bereitet ihm der schlechte Zustand der Orgel: „Die Mechanik müsste in absehbarer Zeit überholt werden“, findet er.

Bei der Frage, was er denn so in seiner Freizeit vorhabe, lächelt der neue Murnauer Organist etwas verlegen: „Orgel spielen - und zwar überwiegend Improvisationen.“ Nicht zu vergessen natürlich seine Familie: Seine Frau Verena und er wohnen zusammen mit seinem zweijährigen Sohn Benedikt gleich neben der Kirche im Forsterhaus. So ist sein Weg zur Arbeit denkbar kurz.

Interessiert sich der kleine Stammhalter auch schon für Musik? Da muss Köppl schmunzeln: „Nein, noch nicht direkt. Aber er krabbelt zuweilen über die Pedale, wenn ich an der Orgel spiele.“ (her)

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