Biologische Station: Weitere Verschlechterung befürchtet

Wanderparkplatz Murnauer Moos: Zu viel Verkehr, zu wenig Sicherheit

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Murnau - An schönen Tagen herrscht rund um den Wanderparkplatz Murnauer Moos mitunter Chaos. Die geplante Biologische Station werde das Verkehrs- und Sicherheitsproblem noch verschärfen, warnt der Murnauer Gemeinderat Martin Bergmeister (CSU). Vertreter beteiligter Behörden bleiben gelassen.

Er kennt das Spiel in allen Facetten: Herrscht schönstes Ausflugswetter, geht es im Bereich des Wanderparkplatzes Murnauer Moos oft rund. „Schon jetzt herrscht dann großteils Chaos“, sagt CSU-Gemeinderat Martin Bergmeister. „Das ist gefährlich, und ich habe Angst, dass es irgendwann zu einem tragischen Unfall kommt.“ An Bilderbuch-Tagen mangelt es an diesem Touristenmagnet an ausreichend Parkplätzen. Ausflügler, Gäste der Ähndl-Wirtschaft, Radler, Pferdefuhrwerke, Spaziergänger und Landwirte, die mit Zugmaschinen und Anhängern zu ihren Flächen unterwegs sind, kommen einander in die Quere. Auf der kleinen, vielbefahrenen Straße zum Ramsachkircherl wird es eng.

Nun plant der Landkreis am Ödanger-Parkplatz, der aktuell 80 Stellflächen bietet, die „Biologische Station Murnauer Moos“ als Träger – und Bergmeister, der darin einen weiteren Anziehungspunkt sieht, rechnet damit, dass sich die Situation im Süden des Orts weiter zuspitzt. Deshalb will der Gemeinderat, dass sich der Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch, 8. Februar, mit dem Thema befasst und die Verwaltung beauftragt, nötige Schritte einzuleiten. In einem Antrag, den der örtliche Bauern- und Waldbauernobmann Josef Steigenberger sowie der Murnauer Jagdvorstand Florian Hibler mit unterzeichneten, fordert Bergmeister, das Landratsamt müsse auf eigenen Flächen die Parkplätze neu schaffen, die wegen des Baus der Station am Ödanger fehlen beziehungsweise zusätzlich benötigt werden. Insgesamt sind das bis zu zehn. Zudem schlägt er vor, den Weg auszubauen, der direkt vom Wanderparkplatz über die Fischerhütte zum Ähndl führt. Dieser sei bis auf 50 Meter, für die Bergmeister einen Steg anregt, befestigt. „Dadurch hat man schon mal viel weniger Leute auf der Straße.“ Zudem betont Bergmeister, der Holzlagerplatz am Ödanger müsse unbedingt weiter bestehen. Diesen hatten die örtlichen Waldbauern etwa 2016 genutzt und damit die weitere Ausbreitung des Borkenkäfers unterbunden.

Die beteiligten Behördenvertreter haben die Probleme fokussiert und zeigen sich entspannt. Die Zahl der Parkplätze soll erhalten bleiben, umreißt Murnaus Marktbaumeister Klaus Tworek den Standpunkt der Gemeinde. Es gebe auch bereits einen Ausgleichs-Vorschlag, den das zuständige Architekturbüro mit dem Landratsamt abgestimmt habe. Dieser sieht nach Tworeks Angaben vor, dass am Parkplatz Ödanger zehn Stellflächen entstehen. Und Peter Strohwasser, Chef der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, stellt klar, dass „der Holzlagerplatz davon nicht betroffen ist“. Er zerstreut zudem Befürchtungen, die Biologische Station könnte riesige neue Touristen- und Verkehrsströme auslösen. Es handle sich um einen sehr kleinen Betrieb mit angemeldeten, in Zahl und Größe limitierten Gruppen, „und wir werden versuchen, diesen antizyklisch zu steuern“, sagt Strohwasser. Busse, die den Info-Stützpunkt zum Ziel haben, sollen gar nicht bis an Ort und Stelle fahren. „Diese kann man lenken.“ Natürlich: Tendenziell werde der Betrieb in diesem Gebiet eher zunehmen – doch dies werde nicht ins Gewicht fallen „im Verhältnis zu dem, was sich da unten bereits abspielt“. Strohwasser spricht von einer „ganz bescheidenen Außenstelle mit kleiner, schöner Ausstellung, die zeitlich größtenteils steuerbar ist“. Der Stützpunkt soll die Menschen informieren, die sowieso im Moos unterwegs sind, und Besuchergruppen als Ausgangsstelle dienen – und nicht als neue Attraktion Scharen zusätzlicher Gäste anziehen.

Weitere Parkplätze am Ödanger? Bergmeister zeigt sich skeptisch: „Das kann ich mir nur hart vorstellen“, sagt er. Selbst wenn die Besucher antizyklisch zur Station kommen sollen, „mehr werden es auf jeden Fall“. Und schon die aktuelle Situation nennt Bergmeister „mehr als unbefriedigend, weil es ein Chaos ist und man seit mehreren Jahren eine Verschlechterung bemerkt“. Bleibe die Zahl der Parkplätze nur erhalten, „haben wir immer noch ein Problem: Es sind ganz einfach zu wenige“.

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