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Eingezäunt: der Fassungsbereich des Brunnnens.

Überleitung soll Probleme bei Starkregen verhindern

Erreger im Wasser vermeiden

Ohlstadt - Der Satz mag banal klingen, hat aber doch seine Richtigkeit: Trinkwasser ist mit das höchste Gut einer Gemeinde. Das zeigt sich vor allem dann, wenn Probleme auftauchen. In Ohlstadt soll heuer ein Projekt umgesetzt werden, um Schwierigkeiten mit Keimen im Wasser Herr zu werden. Diese treten bei Überflutungen auf.

 „Die Planung ist ziemlich weit“, sagt Johannes Riedl vom Weilheimer Wasserwirtschaftsamt (WWA). Es ist vorgesehen, eine Überleitung vom Schwabwassergraben zum Kropfbach zu schaffen. Damit könnte die Abflussmenge deutlich reduziert werden. Ziel ist, das Schutzgebiet künftig vor Überflutung und Schadstoffeinträgen zu bewahren. Der Kropfbach muss ausgebaut werden, weil er in Zukunft mehr Wasser abbekommt. Neben der kleinen Überleitung ist nach Riedls Angaben auch anvisiert, einen Durchlass anzulegen. „Das ist mit die größte Maßnahme.“ 

Das WWA will in den nächsten Monaten mit den Plänen ins Verfahren gehen. Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) zeigt sich „froh, dass das WWA gut mitzieht“. Vom Aufwand her sei das Vorhaben nicht allzu groß. „Das ist verhältnismäßig leicht machbar.“ WWA-Mitarbeiter Riedl rechnet mit Kosten von rund 200 000 Euro. 30 Prozent davon müsse die Kommune tragen. 

Diese hat seit einigen Jahren Probleme mit der Wasserversorgung. Bei Starkregen gelangen unerwünschte Bakterien in den Brunnen, der südlich des Ortsteils Buchenried liegt. Die Ursache ist nicht hundertprozentig sicher. Es wird aber vermutet, dass es mit der Beweidung zusammenhängt. Zuletzt musste das Wasser im August 2014 gechlort werden. 

Die Gemeinde ließ anschließend im Brunnen eine so genannt UV-Anlage installieren. Diese tötet Erreger ab. Dr. Werner Knorr vom gleichnamigen Münchner Ingenieurbüro war seinerzeit ins Rathaus gekommen, um die Gemeinderäte zu informieren. „Mit einer solchen Anlage können Sie beruhigt schlafen“, sagte Knorr damals. Die Anschaffung kostete rund 30 000 Euro. „Sie gewährt ein sehr hohes Maß an Sicherheit“, betont Scheuerer, „ist aber keine Dauerlösung.“ 

Das WWA hat der Kommune signalisiert, dass die Genehmigung für das Schutzprojekt im Herbst vorliegen könnte. „Ob das geht, weiß ich nicht“, sagt der Rathauschef. Das hänge auch von den Einwänden ab, die in dem Verfahren eingehen. 

Rechnet das Landratsamt mit Hürden bei der Genehmigung? „Das kann erst beurteilt werden, wenn die Planung vorliegt und die Öffentlichkeit beteiligt wurde beziehungsweise die Beteiligten angehört wurden“, erklärt Pressesprecher Stephan Scharf. 

Unklar ist noch, ob ein Plangenehmigungs- oder ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt wird. Wesentlicher Unterschied: Im Plangenehmigungsverfahren findet keine Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Der Antragsteller, Behörden, Träger öffentlicher Belange sowie potentiell Betroffene werden dabei von Amts wegen als Beteiligte gehört. Wie auch immer: Erledigen soll die Bauarbeiten die Flussmeisterstelle Oberau.

Roland Lory

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