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Freuen sich über die Rückkehr des Portraitbildes „Rosalia Leiß“ von Marianne von Werfekin ins Murnauer Schloßmuseum: Bürgermeister Rolf Beuting (v.l.), Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig, Dr. Brigitte Salmen und Professor Dr. Hans-Peter Keitel von der „PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau“.

Coup fürs Schloßmuseum Murnau

„Rosalia Leiß“ kehrt nach Murnau zurück

Murnau - Das war ein höchst spannender Coup – und ein großer Gewinn für das Murnauer Schloßmuseum. Buchstäblich in letzter Minute konnte die „PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau“ für die stattliche Summe von 115 704 Euro das  für die Gemeinde äußerst wichtiges Exponat „Rosalia Leiß“ von Marianne von Werefkin erwerben.

Seit 2008 war das von Marianne von Werefkin 1909 gefertigte Portrait der Murnauer Bäuerin Rosalia Leiß als Dauerleihgabe im Schloßmuseum Murnau gehangen, bevor sich seine Eigentümer entschlossen, das Bild am 2. Dezember vergangenen Jahres beim Kölner Kunsthaus Lempertz zu versteigern.

 Kurzfristig hatten sich die Vorstandsmitglieder der Privatstiftung entschlossen, dort als Bieter aufzutreten. Deren Erstem Vorsitzenden, Professor Dr. Hans-Peter Keitel, gelang es, gegenüber einigen anderen Interessenten den Zuschlag für das Portrait zu erhalten. „Noch acht Tage vor der Auktion haben wir nicht gewusst, was wir tun können, um das Bild wieder nach Murnau zu bringen“, erinnerte sich der Vorsitzende. „Dann gelang es uns, eine Zwischenfinanzierung zu besorgen.“ 50 000 Euro stellt die Privatstiftung aus Eigenmitteln zur Verfügung, 10 000 Euro spendet das Kunsthaus Lempertz , weitere 25 000 Euro bringt das Schloßmuseum Murnau mit Unterstützung der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern auf. „Allerdings bleibt noch eine Finanzierungslücke von 30 000 Euro“, erklärt Keitel. „Um sie zu schließen, starten wir hiermit einen Spendenaufruf“.

 In diesem Zusammenhang stellte Rolf Beuting (ÖDP /Bürgerforum) die Bedeutung des Bildes für die Marktgemeinde heraus. „Das Portrait hat sehr viel mit der Tradition und der Identität von Murnau zu tun. So stammt die dargestellte Rosalia Leiß aus einer alteingesessenen Familie.“ Die Bäuerin habe sowohl Marianne von Werefkin als auch Gabriele Münter in einer gemeinsamen Malsitzung Portrait gesessen. Auch das Werk Münters gehöre zum Bestand der Murnauer Einrichtung. Dies bestätigte Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig: „Seit 2008 hingen beide Gemälde in nächster Nähe zueinander und veranschaulichten im direkten Vergleich die unterschiedliche Auffassung und Malweise beider Künstlerinnen.“ Münter, von Werefkin, Wassily Kandinski und Alexej von Jawlensky hätten zu jener Zeit als Urlaubsgäste im Hause von Leiß in der Pfarrstraße gewohnt. 

„Mich interessiert die Frage, wie weit die Künstler Kontakt zur einheimischen Bevölkerung hatten“, so Uhrig weiter. „Ich stelle mir vor, dass eine der beiden Malerinnen Leiß zu dieser Portraitsitzung überreden konnte, und beide diese Gelegenheit wahrnahmen, jeweils ein Bild von ihr zu malen.“ Auf einen anderen Aspekt verwies die ehemalige Leiterin des Schloßmuseums und Vorstandsmitglied der Privatstiftung, Dr. Brigitte Salmen: „In jener Zeit, als das Bild entstand, hat sich der Malstil von Werefkin massiv verändert. Bis dahin hatte sie sehr traditionell gearbeitet, und wurde sogar ‚der russische Rembrandt‘ genannt.“ 

Spendenaufruf:

Spenden für den Erwerb des Portraits sollten auf das Konto 10 1845 888 bei der VR-Bank Werdenfels, BLZ 703 900 00, am Untermarkt 7 in Murnau überwiesen werden.

Heino Herpen 

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