Möbelpacker in Aktion: Albert Albrecht (v.l.), Thomas Hitzl und Michael Oswald vom gemeindlichen Bauhof schaffen einen Büroschrank aus dem Rathaus in einen Transporter. Foto: Roland Lory

Rathaus ab Mai im Krankenhaus

Murnau - Die Räume sind hergerichtet, das Daten-Netzwerk ist installiert. Die Vorbereitungen für den Umzug der Rathausverwaltung ab 29. April aus dem historischen Bau im Markt in das alte Gemeindekrankenhaus an der James-Loeb-Straße laufen auf Hochtouren. Ab 3. Mai soll im neuen Domizil der Betrieb aufgenommen werden. Der Beginn des eigentlichen Rathaus-Umbaus ist für Mitte Juli anvisiert.

Das nennt man sportlich: Schon ab Freitag, 29. April, wird die Murnauer Rathausverwaltung im Markt geschlossen sein, um dann in den Folgetagen mit Sack und Pack in das alte Gemeindekrankenhaus an der James-Loeb-Straße 11 (Nordtrakt, Eingang Schererweg 13) ) umzuziehen. Dort soll der Betrieb am Dienstag, 3. Mai, für die Bürger, voraussichtlich für die nächsten drei Jahre, wieder aufgenommen werden. Wie Marktbaumeister Klaus Tworek auf Anfrage des Tagblatts erklärt, hätten die Vorbereitungen im Nordtrakt des Krankenhauses bereits im Januar begonnen. Dort seien in den Folgemonaten die für die Verwaltung notwendigen Räume hergerichtet, Wände abgetrennt oder durchbrochen, kleinere Brandschutzarbeiten vorgenommen und Sanitäranlagen auf Vordermann gebracht worden. Zudem wurde geweißelt und alles frisch gemacht. Die Kosten für diese Arbeiten und auch für den Umzug beziffert Tworek auf insgesamt 150 000 Euro. Einen erheblichen Teil davon habe die EDV-Verkabelung und die Einrichtung des notwendigen Daten-Netzwerks, „das Herzstück“, ausgemacht. Am 28. April abends solle der Server im Rathaus abgebaut und am 29. April im Krankenhaus wieder aufgebaut werden.

Bereits jetzt würden die Mitarbeiter des Bauhofs nach und nach Gegenstände, die im Rathaus nicht mehr unmittelbar benötigt würden, in den Übergangsbau befördern. „Wenn sich die Mitarbeiter dann am 2. Mai im Krankenhaus eingerichtet haben, heißt das aber noch lange nicht, dass das historische Gebäude im Markt komplett leer sein wird“, erklärt Tworek den Zeitplan. Dann müssten die restlichen Gegenstände wie Bilder, Vorhangstangen, das Interieur des Sitzungssaales und vieles mehr ausgeräumt und an verschiedenen Stellen eingelagert werden. „Da haben wir mit Sicherheit noch einen weiteren Monat zu tun.“ Im Juni müssten im dann leeren Gebäude noch Voruntersuchungen architektonisch-technischer Natur für die anstehenden Baumaßnahmen getätigt werden. Der Auftakt für den eigentlichen Umbau des historischen Rathauses sei für Mitte Juli anvisiert.

Die aktuell kalkulierten Gesamtkosten für den Rathaus-Umbau belaufen sich auf 6,5 Millionen Euro. „Wir lagen schon bei 6,8 Millionen“, sagt Tworek, „haben uns aber in der letzten Gemeinderatssitzung mit Einsparmöglichkeiten befasst.“ So könnte möglicherweise auf die bisher geplante Unterkellerung des Hofes verzichtet werden. Denn Tworek ist fest gewillt, an den 6,5 Millionen im Vorfeld festzuhalten, da während der Bauarbeiten noch Überraschungen auftauchen könnten. „Da passen wir lieber am Anfang an mehreren kleinen Stellen auf, um nicht später auf etwas Wichtiges verzichten zu müssen.“

Was die Brandschutzmaßnahmen im Südtrakt des alten Gemeindekrankenhauses betrifft, in dem außer Flüchtlingen auch das von Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger initiierte Innovationsquartier für junge Firmen für vorerst drei Jahre untergebracht werden soll, habe man sich in der Vorbereitungsphase verschätzt, sagt Tworek. Das Landratsamt habe strenge Auflagen gemacht und nicht zwischen dreijähriger Interims- und längerfristiger Nutzung unterschieden. Die Kosten dafür würden nach bisherigem Stand der Dinge mindestens 303 000 Euro betragen. „Wir sind am Anfang mit der bangen Hoffnung angetreten, dass in einem Haus, das Anfang der 1980er Jahre saniert und in Folge genutzt wurde, die Auflagen einigermaßen aktuell erfüllt sind, wenn wir nicht in die komplette Gebäudestruktur eingreifen. Das hat sich aber nur partiell bewahrheitet.“ Das Landratsamt sei der Meinung gewesen, dass, egal ob dreijährige Interimslösung oder längerfristige Nutzung, der Brandschutz im Südtrakt des Gebäudes ordentlich gemacht werden müsse. Hierfür seien jetzt schon 303 000 Euro kalkuliert worden. Vorläufig. Denn die Genehmigung für die Umnutzung dieses Gebäudeteils sei noch nicht durch. Bittlinger deutete in der Gemeinderatsitzung an, dass sich diese Kosten auf bis zu 500 000 Euro erhöhen könnten (siehe Kasten). (Michaela Sperer)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zugspitz Region: Kehrt Murnau zurück?
Murnau - Die Hochburg der Zugspitz-Region-Kritiker befand sich bislang in Murnau. Damit könnte es am Donnerstag, 26. Januar, vorbei sein: Der Gemeinderat entscheidet, ob …
Zugspitz Region: Kehrt Murnau zurück?
Wanderparkplatz Murnauer Moos: Zu viel Verkehr, zu wenig Sicherheit
Murnau - An schönen Tagen herrscht rund um den Wanderparkplatz Murnauer Moos mitunter Chaos. Die geplante Biologische Station werde das Verkehrs- und Sicherheitsproblem …
Wanderparkplatz Murnauer Moos: Zu viel Verkehr, zu wenig Sicherheit
Heikle Fällaktion im Garten
Murnau – Wenn ein alter Baum entfernt wird, ist der Aufschrei oft groß. Dabei kann es triftige Gründe geben, ein solches Gewächs zu entfernen. Der Murnauer Bauausschuss …
Heikle Fällaktion im Garten
Zuschlag für oberbayerischen Leistungswettbewerb
Murnau - Auf Murnaus Feuerwehr kommt heuer einiges zu: Der Markt ist  Austragungsort des oberbayerischen Leistungswettbewerbs.
Zuschlag für oberbayerischen Leistungswettbewerb

Kommentare