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Hat die besten Zeiten hinter sich: der Spielplatz in Riedhausen. 

Pläne für gestalterisches Gesamtkonzept

Riedhauser Spielplatz „wenig einladend“

Seehausen - Er ist in die Jahre gekommen, der Riedhauser Spielplatz. Daran will die Liste Bürgernah etwas ändern und stößt im Seehauser Gemeinderat eine Grundsatz-Debatte an.

Im Sandkasten wachsen Gras und Unkraut, die Sträucher wuchern unkontrolliert, die Schwengelpumpe ist defekt, und die Kletterwand wird kaum genutzt. Grund genug für Christine Bartl von der Liste Bürgernah, im Seehauser Gemeinderat einen Antrag ihrer Gruppierung für die Umgestaltung und Verschönerung des mittlerweile zwölf Jahre alten Spielplatzes an der Straße „Zur Alten Baumschule“ in Riedhausen einzubringen.

„Die ganze Anlage ist wenig einladend“, stellte Bartl klar. „Es fehlt ein gestalterisches Gesamtkonzept.“ Ihr Plan sieht die Errichtung eines Weidentunnels und einer kleinen Spielhütte aus Holz vor. Überdies sollen ein neuer Sandkasten aufgestellt, Sitzgruppen für die Erwachsenen mit Tischen installiert, ein Blumensaum gesät sowie Naturgehölze und Blütensträucher gepflanzt werden. Außerdem soll laut Bartl die Schwengelpumpe noch nie richtig funktioniert haben. „Sie sollte reaktiviert werden.“ Hierbei könne etwa der Seehauser Bauhof helfen.

Die Gesamtkosten für ihr Vorhaben schätzt die Gemeinderätin auf etwa 8000 bis 10 000 Euro. Das war Andreas Kern (CSU) entschieden zu teuer: „Ich finde den Spielplatz gelungen. Auch frage ich mich, wer das dann alles pflegen soll.“ Bartl verwies indes auf den ökologischen Mehrwert, den eine solche Aufwertung mit sich bringt.

Die Zweite Bürgermeisterin Inge Policzka (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass alle Spielgeräte behördlicherseits abgenommen werden müssten. Auch warnte sie davor, die Mitarbeiter des Bauhofs noch mehr zu belasten: „Sie können nicht alle vier Wochen dort Pflegearbeiten ausführen.“ Schließlich hätten sie mit der Instandhaltung der öffentlichen Anlagen und des Friedhofs genug zu tun.

Dem widersprach Christl Trinks (Liste Bürgernah): „Der älteren Generation ist wichtig, das der Friedhof wie aus dem Ei gepellt ist. Aber warum kann der Bauhof nicht mal was für die Kinder tun?“ Daniel Schreyer (CSU) erinnerte sich an die Entstehung der Anlage: „Offiziell ist er als normale Grünfläche ausgewiesen. In Zusammenarbeit mit Nachbarn und Eltern hat die Gemeinde das Areal nach und nach zum Spielplatz entwickelt.“ Gegen eine Weiterentwicklung sei nichts zu sagen, aber: „Den Sandkasten muss nicht der Bauhof hacken. Das können auch die Eltern der Kinder, die dort spielen, machen“, appellierte er an deren Mitverantwortung für das Gelände.

Zudem warnte er vor der Aufstellung von Brotzeit-Tischen: „Wir wollen dort keinen Biergarten eröffnen.“ Für Planung und Konzeption würde er kein Geld ausgeben: „Frag’ doch einen Gartler, ob er das nicht erledigen könnte“, forderte er Bartl auf.

Handlungsbedarf sah auch Bürgermeister Markus Hörmann (CSU): „Wir sollten jedoch zunächst Nachbarn und Eltern mit einbeziehen. Dann sehen wir, was sie von einer Umgestaltung halten. Bestimmte Dinge könnten wir ja aus dem Konzept von Frau Bartl übernehmen“, lautete sein Vorschlag. Dies befürworteten die meisten Räte, eine formelle Abstimmung über das Thema fand nicht statt.

Heino Herpen

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