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Bürgermeister Rudolf Kühn (ÖDP) vor dem Riegseer Rathaus: Dort, wo sich das vergitterte Fenster befindet, wird vermutlich ein Schaufenster für den künftigen Kramerladen entstehen.

Wichtige Entscheidung des Riegseer Gemeinderats

Kramerladen zieht ins Rathaus

Riegsee – Der Riegseer Kramerladen wird in naher Zukunft ins Rathaus der Gemeinde umziehen – und zwar in die Räumlichkeiten der VR-Bank, die im Frühjahr ihre Filiale dort aufgegeben hatte.

„Die Eigentümer des Hauses, in dem sich der Laden befindet, haben Eigenbedarf angemeldet“, gab Bürgermeister Rudolf Kühn (ÖDP) bei der Gemeinderatssitzung bekannt. „Da der Laden in unserem Dorf einen hohen Stellenwert besitzt, ist die Gemeinde bestrebt, das Projekt so schnell wie möglich zu verwirklichen.“ Auf der Suche nach einem geeigneten Architekten habe er feststellen müssen, dass die von ihm angesprochenen Planungsbüros zurzeit sehr viel Arbeit hätten und deshalb aus Zeitgründen den Auftrag nicht annehmen könnten, sagte Ratsmitglied Ingo Presuhn (WG Riegsee). Nur der Murnauer Architekt Christoph Hierl habe zugesagt, einen Eingabeplan zu erstellen. Sichtlich erleichtert stimmten die Ratsmitglieder dem Beschlussvorschlag zu, ihn mit den entsprechenden Arbeiten zu beauftragen. Bei der Umgestaltung der ehemaligen Räume des Bankinstitutes, in dem sich nur mehr ein Geldautomat befindet, geht es unter anderem darum, festzustellen, ob Anbauten an das bestehende Gebäude möglich sind, wie die Belieferung des Ladens funktionieren könnte und ob ein Schaufenster sowie Stellplätze eingerichtet werden können.

Die Größe des künftigen Verkaufstraumes schätzt Kühn auf etwa 50 Quadratmeter, ohne die für das Ladengeschäft wichtigen Lagerräume. Über die Kosten könne er noch gar nichts sagen, erklärte der Bürgermeister gegenüber dem Tagblatt. Nur eines steht für ihn fest: „Wir wollen Nägel mit Köpfen machen, denn es pressiert.“ Entscheidend sei, wie das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen zu den Plänen stehe. Das Handlungsbedarf besteht, bestätigte auch Laden-Mitinhaberin Hildegard Bernhard: „Wir haben zwar noch kein genaues Datum, wann wir ausziehen müssen, aber es eilt.“ Dass Riegsee einen Dorfladen braucht, daran besteht für sie kein Zweifel. „Die Bevölkerung will unbedingt, dass er erhalten bleibt. Es soll auch kein High-Tech-Laden werden, sondern wieder ein schöner Kramerladen“, kündigte sie an. Ihr gegenwärtiger Verkaufsraum zähle 45 Quadratmeter, rechnete Bernhard vor, wobei ein kleiner Lagerraum zur Verfügung stehe. Dieser könnte im neuen Gebäude größer ausfallen, hofft die Betreiberin. Das Votum des Gemeinderates findet sie überaus positiv: „Ich würde mich sehr freuen, wenn der Laden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde weiterläuft.“

Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt hatten sich die Räte mit der Erneuerung der 34 Jahre alten Heizung im Rathaus zu befassen. Ein Installateur, der wegen einer Störung gerufen worden sei, habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass die Anlage in absehbarer Zeit erneuert werden müsse, weil sie nicht mehr den Vorschriften entspräche, erklärte Kühn. Überdies passten Ölgeruch und ein Kramerladen nicht zusammen, gab er zu bedenken. Die Kosten für den Umbau bezifferte er (ohne die nötigen Erdarbeiten) auf 26 000 Euro: „Für uns ist das ohnehin die günstigste Lösung.“ Mit nur einer Gegenstimme segnete der Rat das Vorhaben ab.

Heino Herpen

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