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Gemütlich wie in einem Wohnzimmer: Das breite Angebot des Murnauer Bahnhofs, etwa das schmucke Café mit Kiosk von Pächterin Sabine Heilrath, hat die Jury überzeugt.

Sonderpreis Tourismus

Ritterschlag für Murnaus Bahnhof

Murnau - Enormer Werbeeffekt für Murnau: Die Allianz pro Schiene hat die runderneuerte Zug-Station mit dem Sonderpreis Tourismus ausgezeichnet.

Die millionenschweren Investitionen in den Murnauer Bahnhof haben sich gelohnt: Die sanierte Zug-Station wurde jetzt von der Allianz pro Schiene im Rahmen des deutschlandweiten Wettbewerbs „Bahnhof des Jahres 2013“ mit dem Sonderpreis Tourismus ausgezeichnet. Das kommt einer Adelung gleich, die dem Urlaubsort einen enormen Werbeeffekt beschert.

Der Jubel in Murnau ist entsprechend groß: „Ich freue mich wahnsinnig. Das haben wir uns verdient“, sagt Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU). „Das ist ein ganz wertvoller Titel.“ Dem stimmt Tourismuschef Uwe Prechtl zu: Er spricht von einem „Qualitätssiegel“. Auch die Landesregierung spendet Beifall: „Der Titel ist ein weiterer Ritterschlag für das Urlaubs- und Bahnland Bayern“, betont Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).

Die Allianz pro Schiene ist ein Bündnis zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. Ihm gehören 20 Organisationen an, angefangen bei Automobilclubs über Umwelt- und Verbraucherverbände bis hin zu Gewerkschaften. Jedes Jahr kürt der Zusammenschluss den besten deutschen Großstadt- und Kleinstadtbahnhof. Die Gewinner sind heuer Göttingen und Oberursel. Zum zweiten Mal wurde diesmal der besagte Sonderpreis Tourismus vergeben.

Andreas Holzhey ist Eigentümer des Murnauer Bahnhofs.

Bahnkunden hatten im Vorfeld ihre Favoriten eingeschickt, für den Standort Murnau hatte sich auch Minister Zeil stark gemacht. Eine Jury nahm dann die vorgeschlagenen Einrichtungen genau unter die Lupe. Das Murnauer Konzept hat die Kommission im Zuge einer Ortsbesichtigung offenbar vollends überzeugt. Die Allianz pro Schiene spart in ihrer Begründung nicht mit Lob, spricht von einer „wiederauferstandenen Bahnhofskultur“ und einer „konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Touristen“.

Zur Erinnerung: 2011 kaufte der Berliner Verkehrsplaner Andreas Holzhey, dessen familiären Wurzeln in Schongau liegen, das historische Gebäude und brachte es wieder auf Vorderman. Er steckte rund 1,3 Millionen Euro in das Projekt. Das Umfeld und die Bahnsteige wurden von der Gemeinde beziehungsweise der Deutsche Bahn neu gestaltet. Insgesamt flossen etliche Millionen Euro.

Nach der Runderneuerung wurde der Bürgerbahnhof im November 2012 eröffnet. Den Sonderpreis empfindet Holzhey als „schöne Anerkennung“. Die Station werde sehr gut angenommen. Mit dem Zug in den Urlaub zu fahren, liege im Trend. Holzhey geht es darum, Alternativen zum Auto zu schaffen. Er könne sich als zusätzlichen Service auch einen Fahrradverleih und eine Car-Sharing-Stelle vorstellen. Der Geschäftsmann mit einem ausgeprägten Sinn für Umweltschutz ist auf den Geschmack gekommen: Nach dem Murnauer Bahnhof erwarb er auch den in Landsberg, weitere Gewerbeimmobilien dieser Art könnten folgen. Seine Einnahmen erzielt Holzhey über die Mieten. Hohe Gewinne seien aber nicht zu erwarten, sagt er. „Da ist schon Idealismus dabei.“

(as)

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