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Rangelei von zwei Keilern: Wildschweine sind im Landkreis im Vormarsch. 

Wildschweine im Visier, kein Rotwild

Selbst auf Drückjagd: Bär wehrt Vorwürfe ab

Murnau - Nur wenige Tage nach Thomas Bärs Vorwürfen zum Jagdverhalten der Staatsforsten auf Rot- und Rehwild ist der Vorsitzende der Kreisgruppe im Landesjagdverband selbst in die Schusslinie der Kritik geraten. Er hat selbst an einer Drückjagd teilgenommen. 

Mit heftigen Worten hatte Thomas Bär in seiner Funktion als Vorsitzender der Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen im bayerischen Landesjagdverband sowohl mündlich als auch in einer Presseerklärung die beiden Drückjagden angeprangert, die in zwei Revieren der Staatsforsten (Oberau und Reintal) am 9. und am 15. Januar abgehalten worden waren.

Jetzt ist er selbst ins Kreuzfeuer geraten. Kritiker sagten, dass Bär am Sonntagfrüh, 24. Januar, an einer Drückjagd im Murnauer Moos beteiligt war, einer behauptete sogar, Bär habe dazu eingeladen. „Für wie blöd hält man mich eigentlich“, empört sich Bär. „Ja, es stimmt. Ich war am Sonntagfrüh zu einer Drückjagd im Murnauer Moos eingeladen, als Gast“, sagt er. „Und es war eine Schwarzwild-Drückjagd, keine auf Rotwild.“ Man dürfe da nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. „Die Wildsauen haben in den vergangenen Jahren große Schäden im Landkreis angerichtet.“ Bei den Drückjagden in den Revieren der Staatsforsten sei es um den Abschuss von Rot- und Rehwild gegangen. Fürs Rehwild laufe die Schonzeit ab 16. Januar, fürs Rotwild ab dem 1. Februar. „Beim Schwarzwild verhält sich das anders“, erklärt Bär. „Hier gilt für Frischlinge und Überläufer, also einjähriges Schwarzwild, eine ganzjährige Schusszeit, für Bachen und Keiler eine gesetzliche Schonzeit von Januar bis Juni.“ Aktuell habe aber die Untere Jagdbehörde die Schusszeiten für Keiler ganzjährig mit der Begründung einer Schadensbegrenzung auf Wiesen und Feldern erteilt, sagt Bär.

Kein Rehwild wegen der Schonzeit

Die Einladung zur Schwarzwild-Drückjagd habe er vom Jagdleiter am Donnerstag zuvor erhalten. „Das Murnauer Moos ist nicht Gebirge, es lag kaum Schnee, es waren Plusgrade, und es wurde nicht an einem Wintergatter gejagt.“ Stattgefunden habe sie in einem Wald südlich von Westried, dort seien zuvor Schwarzwild-Fährten gesichtet worden, die Drückjagd sei deshalb kurzfristig anberaumt worden. „Am Sonntagfrüh ist nochmals frisch gefährtet worden. Die Anweisungen des Jagdleiters lauteten klar: kein Rehwild wegen Schonzeit. Und auch Rotwild wurde nicht freigegeben. Nur Schwarzwild.“ Sieben Jäger und zwei Treiber seien beteiligt gewesen. Hunde auch, aber nicht zum Treiben, da man über keine sauentauglichen Tiere verfüge. Erwischt worden sei kein Schwein.

Einer, der die Aufregung grundsätzlich nicht nachvollziehen kann, ist Rudi Utzschneider aus Murnau. „Bewegungsjagden, zu denen Drückjagden gehören, sind weit verbreitet und nichts Ungewöhnliches. Der Bayerische Jagdverband spricht von einer wirkungsvollen Jagdmethode“, sagt der Jäger. Was er aber nicht nachvollziehen kann, ist, dass es am Sonntag auf einmal um Schwarzwild ging. Er selbst war zu dieser besagten Jagd eingeladen worden, auch nur wenige Tage zuvor, und da sei noch die Rede von einer Drückjagd auf Rotwild gewesen. „Aber vielleicht haben sie es ja einfach kurzfristig abgeändert.“

Von den Mitgliedern des Vorstands der Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen im Landesjagdverband, außer Thomas Bär, war keine Stellungnahme zu erhalten. 

Michaela Sperer

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