Geplanter Supermarkt

Experte: Bis zu 800 Quadratmeter sind verträglich

Maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche: Diese Größe darf ein Supermarkt am Ohlstädter Josefplatz haben, damit er für den Ort noch verträglich ist. Das ist das Ergebnis einer Potentialanalyse.

Mit der Analyse hatte die Kommune den Standort- und Wirtschaftsberater Dr. Manfred Heider (Augsburg) beauftragt. Heider stellte die Resultate dem Gemeinderat vor.

Dabei konnte er die Bedenken mehrerer Gremiumsmitglieder nicht zerstreuen, die Nachteile für die beiden bestehenden Lebensmittelläden im Ortszentrum befürchten. So forderte der frühere Bürgermeister Anton Fischer (NLO) zum wiederholten Mal, die Größe des Marktes auf 500 Quadratmeter zu beschränken.

„Bei weniger als 800 Quadratmetern ist die Frage, ob sich überhaupt ein Betreiber dafür finden wird“, hielt ihm Heider entgegen. Auch gab er zu bedenken, dass ein kleinerer Markt für Kunden an Attraktivität verliere: „Schließlich soll er eine Verbesserung des Angebots für die Bevölkerung darstellen.“ Anhand umfangreicher Berechnungen hatte Heider unter anderem die Wahl des Standortes, das Einzelhandelsangebot und die Versorgung vor Ort im Rahmen der Gemeindeentwicklung unter die Lupe genommen. „Wir werden aus Murnau kaum Kunden herauslocken, dafür aber aus Eschenlohe, Großweil und Schwaigen“, betonte der Wirtschaftsfachmann, der das Kaufkraftpotential des geplanten Marktes auf etwa 7000 Einwohner schätzte. Zum Vergleich bezifferte er Murnaus Potential auf wohl 45 000 Einwohner. Ohlstädter Fachgeschäfte wie die Bäckerei Luidl oder die Metzgerei Sterff sind nach seinem Dafürhalten durch den Supermarkt nicht in ihrem Bestand gefährdet. Die Lebensmittelgeschäfte im Dorf besetzten vom Angebot her die selbe Nische. Zumindest eines davon habe eine reelle Chance, sich gegen den Neuling zu behaupten. Den möglichen Bruttoumsatz eines solchen Ladens schätzt Heider auf rund 2,8 Millionen Euro im Jahr.

Michael Dieringer (NLO) befürchtete, dass Kaufkraft, die ansonsten in Ohlstadt geblieben wäre, „abends in kleinen Autos verschwindet, die das Geld wegbringen“. Heider hingegen gab zu bedenken, dass im Supermarkt auch einige Leute aus der Region arbeiten werden, und Bürgermeister Christian Scheuerer (parteilos) erwartet sogar einen ganz anderen Effekt: „Leute von auswärts, die dort einkaufen, könnten entdecken, dass es bei uns einen sehr guten Bäcker- und Metzgerladen gibt.“ Positiv zu dem Vorhaben äußerte sich Christian Binder (CSU): „Entscheidend ist, in Ohlstadt Kaufkraft zu binden. Alle, die auswärts arbeiten, konnten bisher nicht frühmorgens oder nach 18 Uhr bei uns einkaufen.“ 

Dem Vorschlag von Thomas Guggemoos (NLO), im Gremium nicht über die Größe der Verkaufsfläche abzustimmen, um sich noch nicht festzulegen, kam Scheuerer nach. Zudem kündigte er an, zu einer nichtöffentlichen Sitzung in Kürze drei Supermarkt-Bewerber einzuladen. „Da werden wir sehen, welches Unternehmen am besten zu uns passt."

Heino Herpen

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