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Innovatives Projekt: (v.l.) Dr. Norbert Kutschera und Mitarbeiterin Sabine Ebner von Eschenbach stellen in der Murnauer Firma Wiesendanger zusammen mit Schreiner Lars Popp und Peter Wiesendanger die Start- und Zielstation vor.

App MeinBerglauf fürs Smartphone

„Weltweit einzigartig“: Neues Zeitmessgerät für Bergläufer

Murnau - Neues Angebot für Bergsportler: Dr. Norbert Kutschera hat ein Zeitmess-System entwickelt. Als Teststrecke dient der Kolben.

 Der Outdoor-Sektor boomt. Auch der Berglauf erfreut sich wachsender Beliebtheit. Allein in Bayern gibt es rund 5000 Aktive, die regelmäßig an entsprechenden Wettbewerben teilnehmen. Die Zahl der Hobbybergläufer wird auf mehr als 50 000 geschätzt. Für diese Klientel, aber auch für Wanderer, Skitourengeher und Menschen, die sich den Trendsportarten Trail Running und Speed Hiking verschrieben haben, kommt demnächst ein neues Zeitmess-System auf den Markt. Die Idee dazu hatte der Murnauer Dr. Norbert Kutschera. Das Konzept sei „weltweit einzigartig“, betont der 51-Jährige.

Kutschera lebt seit 16 Jahren mit seiner Familie in Murnau. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Managementtrainer und Berater im Bereich Qualitätsmanagement gehört seine Leidenschaft sportlichen Aktivitäten. Er ist staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, macht Berg- und Langsteckenläufe. Früher war er zwölf Jahre Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Die meiste Zeit davon verbrachte Kutschera in Mittenwald, wo er als Heeresbergführer und Hochgebirgszugführer tätig war. Aktuell ist er Präsident des Rotary-Clubs Murnau-Oberammergau.

Das Zeitmess-System, das Kutschera mit anderen entwickelte, funktioniert so: Im Tal wird eine Start- und am Berg eine Zielstation fest installiert. Diese sind mit so genannten Ibeacons ausgestattet. Das sind supermoderne Geräte, die über die App MeinBerglauf angesteuert werden. Diese muss sich der Nutzer auf sein Smartphone laden. Die Messung erfolgt nach Starten der App automatisch zwischen Start- und Zielstation. Nach jedem Lauf kann der Sportler entscheiden, ob er seine Zeit nur für die eigene Laufzeitverwaltung nutzt, sie einem definierten Freundeskreis mitteilt oder für alle Mitglieder in der Community auf www.meinberglauf.de öffentlich macht.

Bisherige Mess-Systeme werden bei Wettbewerben aufgebaut und nach deren Ende wieder deinstalliert. Bei Kutscheras Entwicklung ist dies anders. „Da kann man auch mitten in der Nacht laufen, wenn man will.“

Das Projekt startet im Juni mit einer ersten Laufstrecke am Kolbensattel in Oberammergau. Weitere sind in Planung. An rund zehn Routen werde das System heuer im Werdenfelser Land installiert werden, schätzt Kutschera. „Das sollte auf jeden Fall drin sein.“ Die Zielstationen sollen alle in der Nähe von bewirtschafteten Berghütten oder Bergbahnstationen platziert werden. Deren Betreiber können also auf höhere Umsätze hoffen. Insgesamt sollen im Landkreis 20 Stationen realisiert werden. „Wir sind gespannt auf die Resonanz“, sagt Kutschera. Sollte das Echo positiv sein, will er das Zeitmess-System im ganzen Alpenraum anbieten. Kutschera hat einige Partner gewinnen können. Dazu zählen die Zugspitz Region GmbH (früher Kreisentwicklungsgesellschaft) und die Tourismusgemeinschaft Ammergauer Alpen. Unterstützung kommt auch vom mehrfachen Berglauf-Weltmeister Helmut Reitmeir. Dessen Internetseite berglaufpur.de erfreut sich regen Zuspruchs. So hofft Kutschera, dass die Bergläufer-Szene weltweit Wind von dem Mess-System bekommt.

Die erste Route in der Aktiv-Arena am Kolbensattel in Oberammergau wird am Sonntag, 12. Juni, um 11 Uhr eingeweiht. Gemeinsam mit Weltmeistern und Deutschen Meistern laufen die Teilnehmer zur Kolbensattelhütte. Dort kann man den Profis Fragen stellen. Es gibt auch eine kostenlose Brotzeit. Rund eine Woche zuvor wird die Webseite www.meinberglauf.de  freigeschaltet.

Roland Lory

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