Segelflugzeug abgestürzt: Fahrgäste sitzen in Maschine fest - Retter greifen zu Motorsägen

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Reges Interesse: Rund 50 Zuhörer erscheinen im Kultur- und Tagungszentrum.

Debatte bei Murnauer Grünen

Rezepte gegen Rechtsextremismus

„Rechtspopulismus ist nicht nur gesellschaftsfähig geworden, er ist auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen, beziehungsweise war schon immer dort.“ Diesen aus einer Studie stammenden Satz hat am Dienstag der Referent Sebastian Lipp bei einer Veranstaltung des Murnauer Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen zitiert.

Murnau – An dem Abend im Kultur- und Tagungszentrum ging es jedoch nicht nur um Rechtspopulismus, sondern auch um Rechtsextremismus, die Neonazi-Szene und Phänomene wie Reichsbürger und Verschwörungsgläubige. Und es ging darum, was zu tun ist angesichts eines wachsenden Nationalismus und einer zuletzt stetig gestiegenen Anzahl von Fällen rechtsmotivierter Gewalt.

„Wohlwollende Gleichgültigkeit“ – mit diesen Worten umschrieb Hans Kohl das Echo auf einen Info-Stand, den die Partei in der Fußgängerzone zum Thema Rechtsextremismus kürzlich abgehalten hatte. Für den Grünen-Ortssprecher ist der Fall klar: „Wir müssen die Gleichgültigen überzeugen, ansprechen und sensibilisieren.“ Ähnlich sah es Thomas Wagner, der den Abend organisiert hatte. „Es geht darum, diejenigen zu erreichen, die erreichbar sind.“ Im Falle von Reichsbürgern ist das nach Erfahrung des Riegseers schwierig. „Die diskutieren nicht mit Ihnen, die werden aggressiv.“

Was dem langjährigen Marktgemeinderat Guntram Gattner Unbehagen bereitet: Er hat die Beobachtung gemacht, dass Kommunalpolitikern unterstellt wird, „unter sich zu kungeln“. Und manche behaupteten, in der Bundespolitik sei „alles Lug und Trug“. Solche Ansichten hört er „auch hier in Murnau“, und zwar bisweilen von Ärzten und Leuten „mit Professorentitel“.

Das Auftreten von Reichsbürgern sieht Gattner ebenfalls mit Sorge. „Das sägt an unseren Grundfesten. Jeder einzelne von uns muss da kämpfen.“ Wagner betonte, er würde sich in Sachen Reichsbürger „mehr Sensibilität von Behörden“ wünschen. Der Historiker vertrat im Übrigen die Ansicht, dass man die AfD mittlerweile als rechtsextrem bezeichnen könne, wobei er auf jüngste Äußerungen von Politikern der Partei verwies. Als Beispiel sei hier nur Björn Höckes Dresdner Rede genannt. In Bayern sieht Wagner das Problem weniger im organisierten Neonazismus, sondern im Alltagsrassismus.

Referent Lipp, der für die Regionale Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für Oberbayern und Schwaben tätig ist, sprach über das äußere Erscheinungsbild, Lifestyle, Symbole und Codes der braunen Szene. Zudem informierte er über Gruppierungen wie „Der dritte Weg“ und die Artgemeinschaft sowie über Strömungen wie die „Neue Rechte“. In puncto Murnauer Neonazi-Laden am Burggraben gab es nichts Neues zu erfahren.

Zu Störungen kam es an dem Abend nicht. Personen der rechtsextremen Szene waren von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Roland Lory

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