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Blick auf den Neubau: Im Erdgeschoss we rden Räume für die schwerstbehinderten Kinder untergebracht.

Stiftung baut Freizeitheim für behinderte Kinder

Molohaus maroder als gedacht

Murnau – Die Temperaturen waren in den vergangenen Tagen teilweise zapfig. Dennoch sind an der Baustelle im Murnauer Molopark Arbeiter zugange. Dort entsteht ein Heim, in dem mehrfach behinderte Kinder Zeit verbringen können. Es wird allerdings später fertig als geplant.

Und das liegt am Altbau. Das Molohaus sollte, so lautete die Vorgabe der Marktgemeinde Murnau, so weit wie möglich erhalten bleiben. „Doch das war aussichtslos“, sagt Architekt Marcus Kottermair. Denn es stellte sich heraus, dass die Immobilie (Baujahr circa 1910) noch maroder ist als gedacht. Nun ist es so, dass nur mehr die Außenwände des Erdgeschosses stehen. „Es ist scheibchenweise immer weniger übrig geblieben“, bedauert Kottermair. Folge: Das Projekt wird teurer als angenommen. Um wie viel, ist unklar. „Ich befürchte Schlimmes“, sagt Dr. Wolf-Dieter von Gronau, der im Vorstand der Erl-Stiftung sitzt. Er rechnet mit Ausgaben von insgesamt mehreren Millionen Euro. Besagte Stiftung trägt die Bau- und Betriebskosten. Sie schloss, wie berichtet, mit der Marktgemeinde Murnau, der das Gebäude gehört, einen Erbbaurechtsvertrag ab, der 99 Jahre läuft. Dort, wo einst der Schriftsteller Walter von Molo lebte, entsteht ein Landschulheim der Blindeninstitutsstiftung München. 2018, schätzt Gronau, können die beiden Gebäude eingeweiht werden. Im Juli war er noch von einem Start im September/Oktober kommenden Jahres ausgegangen.

Der Altbau wird, so der Plan, am Ende genauso ausschauen wie vorher. In ihm sollen im Parterre Aufenthaltsräume und die Küche untergebracht werden, oben Büros und eventuell eine Hausmeisterwohnung. Das Erdgeschoss des Neubaus ist für die schwerstbehinderten Kinder reserviert. Die Pläne für das Obergeschoss sehen Räume für nicht so stark behinderte Kinder vor sowie für Betreuer. Auch ein Aufzug soll in den Neubau integriert werden. Technisch wird der Komplex vom Neubau aus betrieben. Dort wird die Gasheizung installiert. Aufs Dach kommt eine thermische Solaranlage für die Warmwasserversorgung. Auch neue Fenster wird es geben. Nach von Gronaus Angaben kommen bei dem Vorhaben Firmen aus der Region zum Zug. Übrigens mussten ihm zufolge auch giftige Stoffe entsorgt werden – „unter der Beobachtung der Regierung von Oberbayern“.

Der Molopark mit dem dazugehörigen Hof beschäftigte die Murnauer Kommunalpolitiker mehr als ein Jahrzehnt lang. Im Juni 2014 entschied der Marktgemeinderat dann mit großer Mehrheit, dass ein Sozialprojekt in dem Grünareal verwirklicht werden soll: besagtes Landschulheim. Die Firma Pharmos, die seinen Sitz gerne im Molopark angesiedelt hätte, ging seinerzeit leer aus. Hinter dem Landschulheim-Nutzungskonzept steht die Mäzenin Ilse Erl.

Roland Lory

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