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Feierliche Eröffnung: Diakon Klaus Remlinger und Pfarrerin Simone Feneberg erteilten dem Schützenplatz nebst Brunnen ihren Segen.

Trotz schlechten Wetters Zeitplan eingehalten

Murnauer Schützenplatz nach Neugestaltung eröffnet

Murnau - Aus einer Asphaltwüste wird ein Ort zum Verweilen: Die umfangreiche Neugestaltung des Murnauer Schützenplatzes ist beendet. Und doch fehlt noch etwas. 

Die schwarzgraue Asphaltwüste ist verschwunden, dafür laden helles Betonpflaster, Bäume, ein Brunnen und eine Sitzbank zum Verweilen ein. Nach drei Monaten Bauzeit präsentiert sich der Murnauer Schützenplatz in neuem, freundlichen Licht. Doch die wesentlichste Neuerung gilt für die Autofahrer: Ab sofort ist das Areal verkehrstechnisch als Spielstraße ausgewiesen, in der Fußgänger Vorrang vor den Kraftfahrzeugen haben. Maximal sieben Stundenkilometer darf dort nur mehr gefahren werden – für die Murnauer Autofahrer ein Lernprozess.

Bei einer Eröffnungsfeier am Freitag nebst Segnung durch die Geistlichkeit bekräftigte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) den Stolz der Kommune: „Hier ist mehr städtebauliche Qualität entstanden, als bisher vorhanden war.“ Kraftfahrzeuge seien zwar nicht von dem Platz verbannt worden, und es dürfe auch weiterhin geparkt werden, sagte der Rathauschef: „Aber der öffentliche Raum ist nicht nur für Autos da, sondern für alle Bürger.“ Die Mitarbeiter des Bauamtes hätten starke Nerven beweisen müssen, bis es zu der verwirklichten Planung gekommen sei, bilanzierte Beuting: „Sie war keineswegs unumstritten. Eine Demokratie lebt aber davon, dass man unterschiedliche Meinungen hat, miteinander diskutiert und am Ende entscheidet.“ Weiter stellte er fest: „Trotz des schlechten Wetters sind wir in der Zeit geblieben.“ Mit dem Einbau einer Rigole (Regenwasser-Rückhaltebecken) sei man nun gegen künftige Starkregenereignisse gewappnet. Große Verdienste habe sich der Verschönerungsverein als Stifter des Brunnens erworben, der bereits seit Jahrzehnten die Idee einer Umgestaltung des Platzes gehegt habe.

Dies mochte dessen Vorsitzender Wilhelm Müller gerne bestätigen, der auf einen Artikel aus dem Murnauer Tagblatt vom August 1993 Bezug nahm. „Die damalige Vorsitzende Ingeborg Winkler hat bereits auf dem Töpfermarkt des gleichen Jahres ein Spendenschwein für einen Brunnen am Schützenplatz aufgestellt“, sagte Müller. „Ihre Hoffnung war, dass er bis 1998 steht.“ Rund 10 000 Euro hat der Verschönerungsverein für den vom Murnauer Steinmetz Dominic Hammer gefertigten, aus Bayerwald-Granit bestehenden Wasserspender ausgegeben.

Diakon Klaus Remlinger, der zusammen mit der evangelischen Pfarrerin Simone Feneberg die Anlage segnete, sagte, Plätze seien eine nicht funktionale, aber wichtige Einrichtung, die zum Ausdruck bringe: „Wir haben Platz füreinander.“ Die Marktgemeinde sei gekennzeichnet durch ihre Offenheit: „,Leben und leben lassen’ ist ein Motto, das uns sicher weiterhilft“.

Noch gebe es für die Arbeiten am Schützenplatz keine endgültige Schlussrechnung sagte Ingenieur Ivica Kovacevic vom Büro Wipfler-Plant. Die Auftragssumme habe 336 000 Euro betragen, wobei es aber wegen der aufwändigen Entsorgung von kontaminiertem Material noch zu Veränderungen kommen könne. Fest steht: Von der Städtebauförderung wird ein Zuschuss von 230 000 fließen.

Heino Herpen

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