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Traditionsreich: das denkmalgeschützte Pantlbräu-Gebäude im Murnauer Untermarkt.

Pantlbräu im Murnauer Untermarkt

Augustiner braucht einen neuen Wirt

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Murnau – Helmut Müller ist Wirt mit Leib und Seele: Seit rund 45 Jahren ist er in der Gastronomie tätig – und seit neun Jahren Pächter der Murnauer Traditionswirtschaft Augustiner Pantlbräu am Untermarkt. Doch nun  geht der 67-Jährige in den Ruhestand.

Am 30. Juni ist für Müller Schluss. Zuvor, am kommenden Samstag, 28. Mai, steigt abends eine Abschiedsparty mit Live-Musik. Wie es mit dem Pantlbräu weitergeht, steht noch nicht fest. „Es gibt noch keine Entscheidung“, berichtet Hubert Seebacher von der Münchner Augustiner-Brauerei. Er verweist auf laufende Verhandlungen mit dem Eigentümer des Gebäudes, dem Starnberger Unternehmer Walter Essler, von dem Augustiner wiederum das Lokal gepachtet hat. Über die Hintergründe schweigt sich Seebacher aus, der das Augustiner-Depot in Iffeldorf leitet und Kunden hier in der Region betreut. Ein „Manko“ sei der zu kleine Außenbereich vor der bayerischen Wirtschaft. In der Tat verfügt diese nur über einen schmalen Streifen direkt an der Straße, wo die Gäste bei schönem Wetter sitzen können – während die Konkurrenz in der benachbarten Fußgängerzone weit mehr Platz zur Verfügung hat.

Essler sieht die Sache gelassen: „Es besteht ein Mietvertrag mit Augustiner. So soll es auch bleiben.“ Die Brauerei müsse sich jetzt eben einen neuen Wirt suchen. Ein Diskussionspunkt sei die Dauer dieser Verbindung. Und die besagten Flächen im Außenbereich müsse der Gastronom bestmöglich nutzen.

Das denkmalgeschützte Pantlbräu-Haus, das 2003 nach einer umfangreichen Sanierung in neuer Pracht erstrahlte, sieht mit seiner farbenfrohen Fassadengestaltung nicht nur besonders schmuck aus. Es repräsentiert auch ein Stück Ortsgeschichte und ist eng mit der Brauereitradition des Marktes verbunden. Denn hier hatte einst – wie der Name erahnen lässt – das Pantlbräu seinen Sitz, eine der angesehensten Braustätten des Oberlandes. In dem Haus befinden sich neben der besagten Gaststätte noch ein Laden, Büros, Praxen und Wohnungen.

„Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge“, resümiert Wirt Müller, der im Betrieb von seiner Frau Veronika (66) unterstützt wird. Aber er wolle nun altersbedingt aufhören, sagt der gelernte Koch, der aus dem Bayreuther Raum stammt und lange Zeit in Garmisch-Partenkirchen ein Restaurant hatte. „Jetzt reicht’s“, sagt er. Denn der Job sei kein Zuckerschlecken, Arbeitstage mit 14 bis 15 Stunden seien normal. Der Vertrag mit der Augustiner-Brauerei laufe aus. „Wir trennen uns nicht im Streit“, betont Müller. Seinen Mitarbeitern habe er bereits gekündigt – und zugleich Folgeanstellungen vermittelt.

Nach seiner wirtschaftlichen Bilanz gefragt, macht Müller jedoch keine Freudensprünge. „Ich bin nicht reich geworden“, sagt er. Unterm Strich beende er das Geschäft mit „plus minus null“. Seine Rente müsse er künftig noch mit einer Tätigkeit als Aushilfskoch aufbessern. Auch der erfahrene Wirt verweist auf die knappen Flächen im Freien – und spricht von einem „hausgemachten Problem“. Müller: „Das schlägt sich wirtschaftlich nieder. Bei schönem Wetter haben wir nicht viel zu tun.“

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