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Präsentiert seinen „Isargrill“, der schlappe 3500 Euro kostet: Harald Beinhofer.

Internationale Handwerksmesse

Murnauer Tüftler erhält Bayerischen Staatspreis für Luxus-Grill 

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Murnau - Das kommt nicht alle Tage vor: Zwei Murnauer – der Grillbauer Harald Beinhofer (54) und die angehende Floristin Hanna Liess (17) – sind im Zuge der Internationalen Handwerksmesse in München mit hochkarätigen Preisen ausgezeichnet worden.

Grillen gilt als Megatrend. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein einfacher Gitterrost reichte. Die Ansprüche an das Equipment sind gestiegend, damit Steaks, Würschtel & Co. auch perfekt gelingen. Der Murnauer Geschäftsmann Harald Beinhofer will in diesem lukrativen Markt mitmischen – und hat in Eigenregie einen Luxus-Grill aus Edelstahl entworfen. Dafür erhielt er jetzt den Bayerischen Staatspreis. Damit werden jedes Jahr besondere Leistungen und Innovationen im Handwerk gewürdigt – heuer waren 21 Aussteller die Glücklichen. Zu den ersten Gratulanten bei der Preisverleihung auf der großen Leistungsschau der Branche in der Landeshauptstadt zählte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).

Beinhofer war der einzige Preisträger aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Jury war von seiner Entwicklung begeistert, die der Tüftler „Isargrill“ taufte – offenbar um vor allem potentielle Abnehmer aus München anzusprechen. „Mit schönster Verarbeitung und besten Materialien ist er der Grill fürs Leben“, heißt es in der Begründung.

Eigentlich kommt Beinhofer aus einer ganz anderen Fachrichtung. Er betreibt in Murnau ein Geschäft für Saunabau. Doch die Feinmechanik hat es dem gelernten Maschinenbautechniker und Betriebswirt, der lange Zeit bei BMW mit der Entwicklung von Motoren beschäftigt war, angetan. Die Sache mit dem Grill war anfangs nur eine Idee unter Freunden. Doch Beinhofer wollte es wissen, brütete rund zwei Jahre lang über den Plänen für das Profi-Gerät, das mit Holzkohle betrieben wird. Herauskam ein „mechanischer Hochgenuss“, wie Beinhofer selbstbewusst erklärt. Jedes Exemplar ist ein Einzelstück, wird in Handarbeit bei Fachbetrieben aus dem Oberland hergestellt und besteht aus rund 200 Teilen. „Es dauert eine Woche, bis ein Grill zusammengebaut ist“, berichtet der Erfinder. Das hat freilich seinen Preis: Rund 3500 Euro kostet der „Isargrill“. Dafür lässt dieser beim Brutzeln kaum Wünsche offen. Man könne damit so ziemlich alles grillen, beschreibt Beinhofer die Vorzüge seines Produkts, vom Rollbraten bis zum Steckerlfisch. Selbst an Rillen wurde gedacht, in denen das Fett abfließt – und nicht auf der Kohle verbrennt, was den Geschmack und die Gesundheit beeinträchtigen könnte. Der hohe Preis schreckt offenbar Grill-Fans nicht ab: 26 Geräte ließ Beinhofer bislang nach eigenen Angaben fertigen, 20 seien bereits verkauft. Der Murnauer spricht von einem „Grillspielzeug für Männer, die schon alles haben.“

Günstiger geht es meist im Blumengeschäft zu. Im Rahmen der besagten Handwerksmesse, genauer gesagt in der Ausstellung für Gartengestaltung und Gartenkultur („Garten München“), stellten Nachwuchsfloristen ihr Können unter Beweis. Vor den Augen des Messepublikums musste Blumenschmuck für eine Hochzeitsfeier gestaltet werden, etwa der Brautstrauß. Den Wettbewerb („Heinz-Czeiler Cup“) gewann Hanna Liess, die gerade ihr drittes Lehrjahr bei Blumen Müssig in Murnau absolviert. Die Jury lobte laut einer Pressemitteilung des Veranstalters „ihr Gefühl für die Blumen, die locker leichte Anordnung und Farbzusammenstellung“. Und die 17-Jährige selbst meint dazu: „Ich liebe es, Sträuße zu binden und kreativ zu arbeiten.“ Vor allem exotische Blumen haben es der Auszubildenden angetan.

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