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Kisten über Kisten: Bedienstete von Bauhof/Gemeinde packen in diesen Tagen für den Umzug mit an.

Köpfchen und Kraft: Ein Rathaus zieht um

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Murnau - Zig Tonnen Möbel, hunderte Kisten, rund 650 laufende Meter Aktenordner: Die Umsiedlung der Murnauer Verwaltung vom Rathaus ins ehemalige Gemeinde-Klinikum ist ein gigantisches Unternehmen.

Die Mission gleicht einem Puzzle für Fortgeschrittene: Ein Stück muss passend ans nächste gefügt werden, genau in der richtigen Reihenfolge, damit das große Ganze einen Sinn ergibt, die tausend kleinen Details stimmig sind. Ein Durcheinander – nicht auszudenken. Doch diese Gefahr besteht nicht. „Wir sind im Zeitplan, es gibt keinerlei Probleme“, sagt Michael Schuster. Er arbeitet im Bauamt der Gemeinde, kümmert sich um den Gebäudeunterhalt. Seit Januar aber bereitet Schuster einen Spezial-Auftrag vor, der es in sich hat und der ihn seit drei Wochen fast ausnahmslos beschäftigt: Er koordiniert den Umzug des Rathauses in einen Teil des alten Gemeinde-Krankenhauses – ein gigantisches Unternehmen.

Schuster ist das Hirn der Mission, etwa 22 Bauhof-Bedienstete steuern ihre Muskelkraft bei. „Sie tragen die Hauptlast“, betont Schuster, und das trifft die Sache im Wortsinn: Die Mitarbeiter schleppen in diesen Tagen zig Tonnen Möbel und Ausstattung von 15 Büros beziehungsweise 20 Mitarbeitern zu Lkw und dann in die neuen Räume: Tische, Stühle, Schränke und mehr; nur ein kleinerer Teil wird eingelagert im Keller des früheren Klinikums. Zudem plant Schuster mit insgesamt 573 Ladungen Umzugskisten. Rund 650 laufende Meter Aktenordner transportiert das Bauhofpersonal vom Untermarkt an die James-Loeb-Straße 11 (für Besucher gibt es den Eingang Schererweg). Dort werden die Murnauer voraussichtlich für die nächsten drei Jahre die Bürgermeister und ihr Vorzimmer, Geschäftsleitung, Ordnungs-, Einwohnermelde-, Fund-, Standes- und Sozialamt, Friedhofsverwaltung, Wirtschaftsförderer, Presse- und Lohnstelle sowie EDV-Abteilung finden. So lange eben, wie der Umbau des angestammten Verwaltungssitzes im Markt dauert.

Etwa 40 Prozent der Umzugsmasse wurden bereits nach und nach an den Interims-Standort verfrachtet: Dinge, die nicht unbedingt gebraucht wurden oder von Mitarbeitern stammen, die sich im Urlaub befinden. Am Freitag steht der Mammutbrocken an, wenn der große Rest am alten Standort ab- und am neuen wieder aufgebaut wird. Computer und Telefone, die am Donnerstagabend im Rathaus abgeschaltet werden, sollen am Samstagabend an der Loeb-Straße wieder funktionieren; die EDV-Umstellung hat man von langer Hand vorbereitet. Am Montag können die Mitarbeiter ihre Schränke in den neuen Büros einräumen, bevor am Dienstag, 3. Mai,  der Publikumsverkehr wieder einsetzt.

Schuster hat den Umzug in der Theorie durchgespielt und koordiniert: Vor ihm liegen Pläne der Ausweichbüros, auf denen er die neue Positionierung der genau vermessenen Möbel austüftelte, die Meter Aktenordner vermerkte, die es unterzubringen gilt. Da geht es teilweise um ganz praktische Dinge wie die Frage, wo etwa ein Schrank platziert wird, damit nur der dazu berechtigte Mitarbeiter Zugriff darauf hat. Das Personal packt den Inhalt von Schreibtischen und Schränken jeweils selbst in eine der vielen Kisten, die dann genau beschriftet werden und wieder an der richtigen Stelle landen müssen – bei dem, der sie öffnen darf. „Das ist fast das Schwierigste am ganzen Umzug“, sagt Schuster.

Von Klinikambiente wird die Verwaltungsarbeit künftig nicht geprägt sein. Die frühere medizinische Nutzung „erkennt man fast nicht mehr“, sagt Schuster. Am meisten erinnern wohl noch die Waschbecken daran, die sich etwa in jedem zweiten Büro finden. Generell sind die Räume auf Vordermann gebracht und gestrichen. Neben tausend anderen Dingen wurden die WC-Anlagen saniert, Wände ein- und die Aufzüge umgebaut, EDV-Verkabelungen erneuert, der Linoleumboden gereinigt und versiegelt sowie Briefkästen, Amtstafel und Beschilderung angebracht. 125 000 Euro kosteten die „baulichen Maßnahmen“, 25 000 Euro kommen für den Umzug selbst hinzu. 

Auch wenn bisher alles wie am Schnürchen läuft: Schuster freut sich darauf, wenn die Mission geschafft ist – damit er nach den Wochen, in denen sich bei ihm fast alles um den Rathaus-Umzug drehte, „auch wieder zu anderen Sachen“ kommt, sagt der Koordinator. „Wir haben schließlich noch mehr Gebäude.“

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