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Stau: Für die Verkehrsteilnehmer ist das oft eine Nervenprobe.

Neuer Bundesverkehrswegeplan

Umfahrung kein Wolkenkuckucksheim

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Murnau - Die Murnauer Westumfahrung hat für den nördlichen Landkreis herausragende Bedeutung. Eine Realisierung ist mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan näher gerückt. Die Behörden warten jetzt aber erst einmal ab bis er endgültig verabschiedet ist. 

Die Murnauer Marktstraße mit ihren bunten Häusern ist ein Schmuckstück. Seit kein Verkehr mehr durch das historische Zentrum fließt, lädt es zum Flanieren und mit seinen zahlreichen Lokalen auch zum Verweilen ein. 

Doch für den Ort an sich hat sich durch die Entlastungsstraße, die 1998 eingeweiht wurde, nicht viel verändert. Nach wie vor rollen Pkw, Lkw, Busse und Motorräder auf der Bundesstraße 2 durch die Staffelseegemeinde. „Die Ortsdurchfahrt ist Teil der überregionalen Nord-Süd-Verbindung zwischen Starnberg, Weilheim und Garmisch-Partenkirchen“, heißt es im Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030. „Das hohe Verkehrsaufkommen von bis zu 17 000 Fahrzeugen am Tag sowie etliche, hoch belastete Einmündungen und Kreuzungen führen regelmäßig zu erheblichen Staus in den täglichen Spitzenverkehrszeiten.“ Kein Wunder, dass die Ortsumfahrung Murnau unter diesen Voraussetzungen jetzt im vordringlichen Bedarf eingestuft wurde (wir berichteten). 

Eine „positive Überraschung“ nennt Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, dieses Ergebnis. Noch haben er und seine Kollegen die Pläne nicht vertieft, das passiert erst, wenn der Bundesverkehrswegeplan tatsächlich verabschiedet worden ist. Und das Murnauer Vorhaben ein Teil des Gesamtpakets bleibt. „Vorher können wir gar nicht loslegen“, erklärt der Behördenchef. „Wir können nicht einen Haufen Geld in die Hand nehmen, ohne zu wissen, ob diese Umgehung wirklich in den Plan aufgenommen wird.“ 

Schon jetzt weiß Kordon aber, „dass es nicht ganz einfach ist, zwischen Murnau und Seehausen durchzukommen“. Nachdem das Murnauer Moos und der Staffelsee natürliche Grenzen für die Straßenbauer darstellen, „funktioniert eine Entlastung nur durch den Ort“, betont Werner Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau in der Weilheimer Behörde. Die Idee sei es, am Kreisverkehr am Bahnhof einen vierten Arm zu öffnen, um dann in einem Tunnel unter der evangelischen Kirche Richtung Kemmelgelände zu gelangen. Eine Trasse steht allerdings bislang nicht fest. „Da müssen auch die Gemeinden mitmachen“, sagt Kordon. „An ihnen liegt es, eine Trasse für den Bau freizuhalten.“ Obwohl noch lange kein Geld für dieses Millionen-Projekt freigegeben ist, „wäre es gut, bald eine Abstimmung herbeizuführen“. 

Sobald feststeht, dass die Murnauer Ortsumfahrung im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist, sei es vordringlich, die Vertreter von Murnau und Seehausen an einen Tisch zu bekommen. „Entscheidend ist der Wille der Gemeinden“, unterstreicht Kordon. Schließlich soll die künftige Entlastungsstraße auf ihrem Gebiet verlaufen. 

Wie Kordon wollen auch die beiden Bürgermeister Rolf Beuting (Murnau, ÖDP/Bürgerforum) und Markus Hörman (Seehausen, CSU) erst einmal abwarten bis der neue Bundesverkehrswegeplan Gesetzeskraft hat. „Das wird sich wohl bis in den Sommer hinziehen“, mutmaßt Beuting. Sobald der Plan offziell sei, werde er das Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt suchen, „damit dann die Planung aufgenommen wird“, sagt Murnaus Rathauschef. Er geht davon aus, dass die Westtangente dann in den nächsten 10 bis 15 Jahren realisiert wird, dass also „kein Wolkenkuckucksheim“ draus wird. 

In Seehausen sei die Einstufung in den vordringlichen Bedarf „zum Teil mit Überraschung aufgenommen worden“, sagt Hörmann. Das Hauptinteresse des Gemeinderats sei, dass das Staatliche Bauamt einen Planungsauftrag bekomme. Ginge es nach Hörmann, soll eine offene Diskussion über verschiedene Varianten daraus werden. Ende 2015 wollten die beiden Kommunen eigentlich eine gemeinsame Erklärung ans Bundesverkehrsministerium schicken, doch daraus ist nichts geworden. Einige Gemeinderäte hätten eine Varianten-Vorauswahl befürchtet, berichtet Hörmann.

Tanja Brinkmann und Roland Lory

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