Will mit ganzem Herzen in Murnau sein: der neue Pfarrer von St. Nikolaus, Siegbert Schindele (hinten 2. v. l.), hier mit einer Gruppe aus Memmingen auf der Achs. Er organisiert auch gern Pilgerfahrten für die Gläubigen. foto: fkn

Murnaus neuer Pfarrer

Murnau - Siegbert G. Schindele ist auf dem Weg in seine neue Heimat und bekundet schon jetzt seine Sympathie für den künftigen Kaplan.

Das Warten hat endlich ein Ende: Während bei der kompletten katholischen Pfarreiengemeinschaft Murnau in den letzten Wochen die Neugier auf den neuen Pfarrer wuchs und wuchs, hat der in den letzten Tagen die Zelte an seinem alten Arbeitsplatz, der St.-Josef-Pfarrei in Memmingen, abgebrochen. Am morgigen Dienstag um 8 Uhr kommt der Möbelwagen. Und Siegbert G. Schindele wird irgendwann im Laufe des Tages sein neues Quartier im Murnauer Pfarramt beziehen. Er tritt, wie berichtet, die Nachfolge von Pfarrer Helmut Enemoser an. Erster offizieller Arbeitstag ist am Samstag, 3. September. „Ich freue mich sehr, dass ich nach Murnau komme“, sagt der Geistliche, „hier möchte ich ein neues Leben beginnen.“

Eine genaue Vorstellung, wie das aussehen soll, hat er noch nicht. Erst einmal möchte er sich alles anschauen und miterleben, was in der Pfarreiengemeinschaft rund um Murnau geboten ist. Pläne, wie er seine seelsorgerische Arbeit in Murnau, Aidling-Riegsee und Eschenlohe gestalten wird, will der 52-Jährige noch nicht schmieden. Zunächst gibt er sich und seinen Schäfchen ein Jahr Zeit. „Dann bin ich gerne bereit, auf Wünsche und Anregungen einzugehen und gegebenenfalls Neuerungen einzuführen.“ Pfarrer Schindele begründet diese Zurückhaltung: „Jeden Impuls, den ich gebe, will ich durchhalten.“

Welche Impulse er sich für Murnau vorstellen könnte? In Memmingen hat Schindele einen Jugendgesprächskreis gegründet. Alle Jugendlichen, egal welcher Konfession, durften daran teilnehmen und brennende Fragen an den Seelsorger richten, der ursprünglich aus Ronsberg im Allgäu stammt. „Ich habe jede Frage ernst genommen und auch alles beantwortet.“ Oft habe die Diskussionsrunde bis spät in die Nacht hinein gedauert, trotz der Anstrengung habe es sehr viel Spaß gemacht. Wenn die Murnauer Jugendlichen es wünschten, dann werde er auch hier „sehr sehr gerne“ ein solches Angebot schaffen.

Aber nicht nur die Jugend aus der Region darf sich auf den Pfarrer freuen. Schindele legte sein Augenmerk mitunter auf die Organisation von Pilgerfahrten, an denen von jungen Menschen bis hin zu Senioren viele Gläubige teilnahmen. Und nun werden die 8500 Katholiken rund um die Marktgemeinde von dem engagierten Geistlichen profitieren. Der Pfarrer versichert: „Ich werde mit ganzem Herzen in Murnau sein.“ Damit das auch klappt, hat er an seinem bisherigen Wirkungsort angekündigt, sich dort in den nächsten drei Jahren nicht mehr blicken zu lassen. Dass der Seelsorger in Memmingen sehr beliebt war, ist offenkundig: Zu Schindeles Einführungsgottesdienst in Eschenlohe am Sonntag, 25. September, hat sich eine ganze Busladung voll Memminger angekündigt. „Sie wollen halt schauen, ob es mir gut geht“, sagt der Priester lachend.

Dass er hier eine schöne Zeit verbringen wird, davon ist er überzeugt. Er freue sich schon sehr auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Kaplan Thomas John Mukalayil (Pater John), den Nachfolger von Joseph Cholikara: „Wir haben uns bei einer Fortbildung in Leitershofen getroffen und es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick. Ich hatte den Eindruck, dass wir sehr gut miteinander zurechtkommen werden.“ (lt)

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