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Kampf ums Überleben: die beiden verbliebenen Storchenkinder, die ein Altvogel hier umsorgt.

Wetter setzt Tieren zu

Sorge um Murnaus Storchennachwuchs - ein Küken bereits tot

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Murnau - Der anhaltende Regen und die Unwetter haben in Murnau ein tierisches Opfer gefordert: Ein Storchenküken auf der Seidl-Grundschule ist gestorben. Und es gibt ein weiteres Sorgenkind.

Diese Nachricht kam ganz und gar nicht wie aus heiterem Himmel – im Wortsinn: Seit Wochen dominieren Regenwolken, Unwetter sowie starke Niederschläge, die den Storchenkindern im Nest auf der Emanuel-von-Seidl-Schule Murnau teilweise erheblich zusetzen und den Eltern, die ihre Kleinen schützen und ernähren müssen, alles abverlangen. Zu viel, wie sich zeigte: Ein Küken hat diese kritische Phase nicht überlebt und ist gestorben; ein zweites befand sich am Sonntagvormittag in einem Zustand, der zumindest Anlass zur Sorge gab. In der Stimme von Michael Schödl, der den Horst gestern beobachtete, schwangen jedenfalls Bedenken mit: „Eines der Kleinen schaut besser aus als das andere – ich weiß nicht, wie gut das beinander ist“, sagt der Geschäftsführer der Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen/Weilheim-Schongau des Landesbunds für Vogelschutz.

Bei dem toten Küken – schon 2015 war eines von zwei Murnauer Jungen in einer Nässe- und Kälteperiode gestorben – handelte es sich um das schwächste Glied in der Storchenfamilien-Kette. Schon am 23. Mai sah Schödl, dass sich die beiden stärkeren Geschwister unter den Altvogel drängten, während das dritte Junge auf dessen Rücken saß und irgendwie versuchte, im Gefieder Schutz vor dem erbarmungslos einprasselnden Regen und der Kälte zu finden. Ein vergeblicher Kampf: Am 26. Mai lag das Küken tot im Nest, wenige Tage später hatten es die Eltern aus dem Horst geworfen. Schödl entdeckte das Kleine am letzten Pfingstferientag auf dem Boden, nahm es mit und veranlasste, dass es in die Tierkadaverbeseitigung kommt, bevor Grundschüler den traurigen Fund machen konnten.

Schwierige Nahrungsbeschaffung

Die überlebenden Küken, bereits rund 50 Zentimeter groß, brauchen nun dringend Sonne und Wärme. Ihr Baby-Daunengefieder bietet noch keinerlei Schutz vor Regen – dieser würde sie sofort bis auf die Knochen durchnässen. Ein Elternteil muss mit seinen Flügeln für einen Unterstand sorgen, während es sich vor Wochen noch ganz einfach auf die Küken setzen konnte. Und der regensichere Platz wird mit zunehmender Größe der Jungen knapper: „Sie stehen jetzt schon fast unter den Flügeln des Altvogels“, erklärt Schödl. Das robustere Jugendgefieder beginne allerdings langsam durchzusprießen.

Erschwerend hinzu kommt, dass die Küken mittlerweile deutlich mehr Nahrung benötigen, die ein durchnässter Storch nur unter erschwerten Bedingungen herbeifliegen kann. „Am Freitag wurde ziemlich ums Futter gerangelt“, hat Schödl beobachtet. „Da gibt es großen Konkurrenzkampf.“

Es wird höchste Zeit, dass auch der Partner in die Essensbeschaffung einsteigt – doch damit er, der lebende Regenschirm, das Nest verlassen kann, müssen endlich die Niederschläge stoppen. Zumindest geben die Wetterprognosen Anlass zu Hoffnung. Doch vorerst gilt: Murnau muss weiter bangen. Silke Jandretzki

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