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Die Darsteller (v.l.) Michael Lynch, Martin Holtgreve, Michael Postmann, Kerstin Löcker, Verena Eberhard und Maria Helgarth studieren eine Choreo ein. 

Proben laufen nach Plan

"Musical meets Britain": Wo Beatles auf Spice Girls treffen

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Oberammergau - Elton John, Beatles, Robbie Williams: Bei "Musical meets Britain" kommen große Hits auf die Bühne. Der Oberammergauer Thomas Zigon hat mit seinen Profi-Kollegen wieder ein buntes Programm auf die Beine gestellt. 

Lässig schlendert Paul McCartney durch den imaginären Bus, bezirzt eine Frau nach der anderen, um sie dann doch wieder von sich zu stoßen. Nein. Stopp. Es ist gar nicht der Beatles-Sänger, der gerade das Lied „Can’t buy me love“ interpretiert. Es ist Michael Lynch, der mit roter Jogginghose, schwarzem Kapuzenpulli und einem an der Backe klebendem Mikro in die Rolle des Frauenschwarms der 1960er Jahre schlüpft. Dann baut der Bus plötzlich einen Unfall, alle Insassen rumpeln aufeinander – und der nächste Hit beginnt: „Help“. Der perfekte Übergang.

Profis am Proben: Der Oberammergauer Thomas Zigon und Alisa Riccobene schmiegen sich zum Beatles-Hit „A hard day’s night“ eng aneinander.

„Das ist super“, sagt Max Widmann, der vor der Bühne des Ammergauer Hauses steht und die Künstler instruiert. Dort laufen seit vergangenem Donnerstag die Proben für „Musical meets Britain“. Zum vierten Mal organisiert Thomas Zigon die Showgala, die am Freitag, 23. und am Samstag, 24. September, stattfindet. Der Oberammergauer ist zufrieden, zwei Tage vor dem Premierenabend. „Alles läuft nach Plan“, sagt er völlig tiefenentspannt, während er am Handy eine Sprachnachricht anhört. Eine seiner Darstellerin gibt ihm Bescheid, dass sie sich auf dem Weg in den Ammertaler Ort befindet. Sie hatte noch einen anderen Job zu erledigen. Künstlerleben eben.

Bis sie eintrifft, geht’s zu neunt weiter – fünf Männer, vier Frauen aus verschiedenen Ländern wie Polen, Schottland oder Österreich. Zigon hat wieder Freunde und Kollegen zusammengetrommelt. Diesmal war das gar nicht so einfach. Aus der Grundbesetzung der vergangenen Male fehlen ein paar der Profi-Sänger und -tänzer. „Sie hatten schon andere Engagements“, sagt Zigon. Macht nichts, die Neuen musste er nicht lange betteln mitzumachen.

Alle sind voll bei der Sache. Jeder bringt seine Vorschläge für die Choreographien ein. Die Gruppe sammelt Ideen, spricht sie durch und setzt sie um. Zwei bis drei Versuche – schon klappt’s. Wie beim Stück aus dem Beatles-Medley „A hard day’s night“ – mit Zigon und Alisa Riccobene in den Hauptrollen. „Wir könnten es wie im Kino machen“, sagt Verena Eberhard. Ein bisschen rumprobiert auf der kleinen aufgebauten Treppe, Testdurchlauf, fertig. Widmanns Fazit aus der Zuschauersicht: „Das funktioniert.“

Es ist harte Arbeit für die Darsteller, die zweieinhalb-Stunden-Show mit Klassikern von Andrew Llyod Webber, Elton John, den Spice Girls oder Robbie Williams in etwa einer Woche einzustudieren. Deshalb proben sie intensiv, täglich von früh bis abends. Heute dann mit Kostümen, die der Oberammergauer bei Theatern ausleiht. Der Spaß geht dabei nicht verloren. „Es ist ein bisschen wie im Schullandheim“, sagt Zigon.

Trotzdem steigt bei dem Profi – er wirkt ab Oktober bei „Schuhbecks teatro“ und ab Juni 2017 in der Staatsoperette Dresden mit – dann doch langsam die Aufregung. „Hier ist es immer anders, weil man im Fokus steht.“ Am meisten freut er sich auf seinen persönlichen Höhepunkt: den Auftritt der Spice Girls, inklusive Männern. Und natürlich auch auf seinen 30. Geburtstag, den er am Wochenende feiert – quasi auf der heimatlichen Bühne mit dem treuen Publikum.

Erlös kommt Förderverein Grund- und Mittelschule Oberammergau zugute

Der Erlös des Musicals geht heuer an den Förderverein Grund- und Mittelschule Oberammergau. Wofür das Geld verwendet wird, weiß dessen Vorsitzender, der ehemalige Rektor Werner Sappa, bereit: „Der Verein will in enger Zusammenarbeit mit der Schule das Angebot in den ,MINT-Fächern‘ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, Anm. der Red.) erweitern.“ Darüber freut sich auch Schulleiterin Stefanie Schmidt. „Mit den Fördergeldern möchten wir eine Lernwerkstatt aufbauen, die in besonderer Weise die mathematischen Fähigkeiten unserer Buben und Mädchen unterstützt.“ Den Verein besteht seit Mai 2015 und ist inzwischen auf 20 Mitglieder angewachsen. Ziel ist es, dort zu helfen, wo staatliche Stellen oder die Gemeinde als Sachaufwandsträger aufgrund der Vorgaben nichts beitragen können. So wurden bisher die musikalische Frühförderung unterstützt und die Kosten für das Schulfrühstück übernommen. Darüber hinaus gab es Zuschüsse für einzelne bedürftige Familien für Klassenfahrten oder Schulmaterial. „Dies alles konnten wir leisten, vor allem durch die großzügige Unterstützung unserer Pionier-Sponsoren“, betont Vorsitzender Sappa.

Karten

für „Musical meets Britain“ gibt’s für 25 Euro (ermäßigt 15 Euro) bei der Tourist-Info Oberammergau.

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