Mit Musik und Festzelt begeht die Musikkapelle das zehnjährige Bestehen des Probelokals.

Tag der offenen Tür beim ältesten Ortsverein

Musikkapelle Garmisch präsentiert der Öffentlichkeit ihr Vereinsheim

Der Probensaal ist das Herzstück der Musikkapelle Garmisch: Zum zehnjährigen Bestehen ihres Vereinsheims standen dessen Türen weit offen. 

Garmisch-Partenkirchen – Strahlender Sonnenschein, zahlreiche Gäste und beste Volksfeststimmung mit Auftritten der Musikkapellen aus Garmisch, Partenkirchen, Grainau, Farchant, verschiedener Musikgruppen sowie Gästen aus Lengmoos (Südtirol), die mit der „Böhmischen“ im Festzelt aufspielten – das war der Tag der offenen Tür am Hausberg. Eingeladen hatte die Musikkapelle Garmisch. 1796 gegründet, ist sie mit 221 Jahren der älteste Ortsverein, hat derzeit 59 aktive Musiker, 91 Mitglieder und absolviert jährlich circa 200 Einsätze. Trompeter Sepp Reindl ist mit 72 Jahren der älteste Aktive.

„Es ist ein großes Glück, dass wir Profimusiker Leszek Zebura als 1. Musikmeister gewinnen konnten“, sagt Gudrun Kollmannsberger. Sie ist Jugendwart und schwingt den Taktstock als 2. Musikmeisterin. Unterstützt wird die Arbeit durch den 2013 gegründeten Förderverein. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihres Vereinsheims standen am Samstag die Türen den Besuchern weit offen. „Wir nennen es unser Probelokal“, sagt Matthias Millian, Vorsitzender und unermüdlicher Organisator, der durch das Haus führte. Herzstück ist der 100 Quadratmeter große Probensaal mit Schallsegeln und einer Gasbeleuchtung, die in jedem Winkel für optimales Licht sorgt. Wegen der gelungenen Akustik, seiner Studiotauglichkeit, wird der Raum gern für Tonaufnahmen genutzt. Dort probt ebenfalls das vereinte Jugendblasorchester, das den Bläsernachwuchs für die benachbarten Gemeinden sichert. Nebenan im Stüberl mit dem großen Kachelofen, den eingebauten Bänken und der Theke wird die Geselligkeit gepflegt. „Hier feiern wir Geburtstage oder man trifft sich nach der Probe zu einer Brotzeit“, erzählt Kollmannsberger.

Präsentieren die neue Tafel: (v.l.) Leszek Zebura (1. Dirigent), Matthias Millian (Vorsitzender), Maxi Wank (Zweiter Vorsitzender) und Gudrun Kollmannsberger (2. Dirigentin).

Im oberen Geschoss sind Instrumente und Gewänder sowie das Notenarchiv untergebracht. Die beiden Notenwarte Johannes Korber und Peter Hubert sowie Zeugwart Peter Lukasczyk haben hier das Sagen. Die maßgefertigten Schränke – auch diese wie das gesamte Interieur von Schreinermeister Paul Kollmannsberger eingebaut – beherbergen die Schätze der Musikkapelle: das gesamte Notenmaterial. „Jeder Musiker hat außerdem eine Konzert- und eine Tanzmusikmappe“, sagt Korber, der über die Ordnung wacht.

Der Stolz über ihr „Haus der Musik“ ist allen anzumerken. Nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit, nach 4000 Arbeitsstunden – „90 Prozent des neuen Hauses entstand in Eigenleistung“, sagt Millian –, konnte Pfarrer Franz Sand das Gebäude am 6. Oktober 2007 weihen. Unterstützung war durch die Marktgemeinde, die Behörden und zahlreiche Spender gekommen.

Auch zum Zehnjährigen wurde wieder bei der Festmesse, die Pfarrer Josef Konitzer zelebrierte, die eigens für das Ensemble von Ernst Hoffmann 1994 komponierte „Garmischer Bläsermesse“ gespielt. Schöner hätte der Tag nicht beginnen können, bevor sich die Türen öffneten.

Es gehört schon viel Enthusiasmus dazu, in einer Musikkapelle zu spielen, dafür zu proben und Auftritte zu absolvieren. Aber ein eigenes Vereinsheim zu bauen, dazu braucht‘s auch noch Idealismus, eine intakte Gemeinschaft, ehrenamtliches Engagement und viele Firmen, die mitmachen. Eine neue Tafel mit einer Schnitzerei von Thomas Helmbrecht, die seit Samstag am Eingang hängt, gibt Auskunft über die Beteiligten.

Margot Schäfer

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