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Kultursommer Oberammergau

"Nabucco" im Passionstheater: Proben für die Premiere am Freitag

Oberammergau - Eine große Oper im altehrwürdigen Passionstheater: Damit haben die Oberammergauer 2015 einen großen Erfolg gefeiert. Nun wird der Verdi-Klassiker "Nabucco" noch einmal gezeigt. 

„Ich reise wirklich viel“, sagt Evez Abdulla. Der Sänger kommt herrum, steht auf Bühnen in der ganzen Welt. Deshalb ist das Kompliment, das er Oberammergau macht, wirklich außergewöhnlich. „Der Ort ist schon ein bisschen zur Heimat geworden“, sagt der Bariton. Und: Nirgendwo sonst komme ihm morgens beim Aufwachen dieser Gedanke: „Hier würde ich gern leben.“ So war es für den Opernsänger auch keine Frage, ob er noch einmal im Passionstheater in die Rolle des „Nabucco“ schlüpfen möchte. Dafür hätte er sogar andere Veranstaltungen sausen lassen, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln.

Zu sehen und zu hören ist „Nabucco“ aus der Feder von Giuseppe Verdi wieder ab Freitag, 5. August, im Passionstheater. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr, als Christian Stückl zum ersten Mal eine Oper in seinem Heimatdorf inszeniert hatte, gibt es eine Wiederaufnahme. Mit vielen vielen bekannten Gesichtern. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Abdulla. In der Tat gibt es nur wenig Veränderungen. Auf der Liste der Solisten stehen nur zwei neue Namen: Iris van Wijnen übernimmt die Rolle der Fenena, Magdalena Hinterdobler die der Anna. In fast gleicher Besetzung ist der rund 180 Sänger starke Chor, den Markus Zwink auf die große Oper vorbereitet hat. Mit dabei sind wieder die Neue Philharmonie München und Dirigent Ainars Rubiki.

Auch für ihn ist die Rückkehr nach Oberammergau so, „als würde man nach Hause“ kommen. Das Engagement für den Kultursommer sei eine große Ehre und ein noch größeres Vergnügen für ihn. Er arbeite gern mit Christian Stückl, Markus Zwink und den Verantwortlichen der GmbH zusammen. „In ihnen brennt ein Feuer.“ Die Leidenschaft für die Musik, das Theater und die Kultur. „Von solchen Menschen gibt es auf der Welt nicht so viele.“ Auch Bariton Abdulla gefällt die Zusammenarbeit. Er nennt Stückl einen „sehr interessanten Typen und Charakter“. Er mag es, dass der Regisseur jede Rolle in der Oper herausarbeite, ihr eine ganz spezielles Profil gebe. „Ohnehin haben wir eine sehr gute Besetzung“, schwärmt er. Deshalb sei für ihn „Nabucco“ im Passionstheater eine „der besten Aufführungen, an denen ich beteiligt“ war. So viel Lob werden die Verantwortlichen gerne hören. Schließlich gehen sie mit der teuren Inszenierung erneut ein finanzielles Risiko ein: Eines, das sich im vergangenen Jahr gelohnt hat. Damals gab es eine traumhafte Auslastung von 91 Prozent. Für Evez Abdulla und Ainars Rubiki ist jetzt schon klar, dass sie sich nach den vier neuen „Nabucco“ Terminen nicht für immer von Oberammergau verabschieden werden. Spätestens im Jahr 2020 sind sie zurück. Beide wollen sich unbedingt die Passionsspiele ansehen.

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