Brand katastrophalen Ausmaßes: Das Mehrfamilienhaus am Murnauer Ostermannweg stand vor knapp zwei Monaten lichterloh in Flammen. Foto: Jakob Lang/fkn

Nach Brandkatastrophe: Erstmals Feuerwache an Silvester

Murnau - Es soll keine weiteren Brandopfer in Murnau geben: Nach der Feuerkatastrophe ruft Murnaus Bürgermeister Michael Rapp zu besonderer Besonnenheit an Silvester auf.

Diesmal verspürt Daniel Bredemeyer „eine besondere Anspannung“. Doch schon in der Vergangenheit beschlich den Murnauer an Silvester alle Jahre wieder ein mulmiges Gefühl. „Ich hatte etwas Angst“ - wegen des vielen Holzes an dem Haus, in dem er mit seiner Frau Dorota wohnte, wegen des Risikos, das Feuerwerks-Querschläger bergen.

Die Brandgefahr - eine reale: Das Gebäude am Ostermannweg war bei der Katastrophe vom 1. November mit einer Toten und neun Verletzten - die Polizei geht mittlerweile von Fahrlässigkeit oder gar vorsätzlicher Brandstiftung als Ursache aus - in Flammen gestanden.

Auch aus diesem Grund heißt Bredemeyer den Appell für „richtig und gut“, mit dem sich der Bürgermeister „in Anlehnung an das Feuer“ an die Bevölkerung wendet. Michael Rapp (CSU) ruft angesichts der Silvester-Knallerei nicht nur zu „besonderer Sorgfalt und Vorsicht“ auf, sondern auch dazu, auf „aggressives Feuerwerk-Abbrennen und Böllern freiwillig zu verzichten“. In den vergangenen Jahren sei an der Wasserreserve am Eichholz und vor dem Rathaus „massiv und völlig überzogen“ geschossen worden. Brandgefährlich - immerhin findet sich nicht nur am Verwaltungsgebäude, sondern auch an umliegenden Dachstühlen viel Holz.

Zudem kam Rapp zu Ohren, dass in der Menge Menschen pyrotechnischen Querschlägern ausgesetzt waren und Besucher der Fußgängerzone sich um Mitternacht gegenseitig mit Krachern oder Raketen unkontrolliert anschossen.

Auf Nummer Sicher geht die Gemeinde an der Wasserreserve am Eichholz. An Silvester gilt die Anhöhe als beliebter Treffpunkt, um das Feuerwerk über Murnau zu verfolgen. In der Vergangenheit wies ein Schild darauf hin, dass „Raketen abschießen verboten“ sei. „Aber das hat die Leute nicht interessiert“, sagt Ordnungsamts-Chef und Feuerwehr-Mitglied Florian Krammer. Entsprechend beunruhigt reagierten Anwohner, auf deren Grundstücke Raketen und Böller flogen. „Da gibt es berechtigterweise die Angst, dass es brennen könnte“, sagt Krammer.

Heuer sorgen Vertreter von Gemeinde und Wehr erstmals für eine Feuerwache am Eichholz, um Unfug zu verhindern. Dazu wird ein Bauzaun mit nur einem Zugang platziert. Generell stellt Krammer fest, dass in Murnau „immer mehr Leute immer mehr schießen“.

Ein Böller-Verbot an bestimmten Stellen, wie es andere Kommunen beschließen, gibt es im Ort nicht - und das möchte Rapp auch nicht verhängen. Er wolle weder jemandem die Freude an Silvester oder das Geschäft verderben noch die Gemeinde ins Dunkle legen. „Es geht darum, dass die Leute sensibel und vernünftig handeln - gerade in diesem Jahr in besonderer Weise.“ Weitere Brandopfer soll es nicht geben. (sj)

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