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Ganz schön bös’: Comedian Michael Mittermeier lästert über Krün.

Vor Millionen zum Deppen gemacht

Michael Mittermeier lästert über Krüns Bürgermeister 

Krün - Ganz schön prominent: In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz hat sich Comedian Michael Mittermeier über Thomas Schwarzenberger lustig gemacht. Besser gesagt über das "G7-Weißwurst-Gespräch".

1,34 Millionen Menschen haben am späten Mittwochabend vor dem Fernseher gesessen und sich die ZDF-Talkshow von Markus Lanz angeschaut. Sie waren Zeuge, wie Krüns Bürgermeister so richtig durch den Kakao gezogen wurde. Und zwar von Comedian Michael Mittermeier, der Thomas Schwarzenberger (CSU) und sein G7-Weißwurst-Frühstück mit US-Präsident Barack Obama auf der Arm genommen hat. Freilich kein Ausrutscher. Schwarzenberger hat es sogar ins neue Programm des Münchner Kabarettisten geschafft. Eine Ehre, über die sich der Krüner aber alles andere als freut.

„Darüber lachen kann ich nicht gerade“, sagt Schwarzenberger reserviert. Verständlich. Schließlich stellte ihn Mittermaier im ZDF als Deppen dar, der gar kein Englisch spricht und deshalb mit Obama nur „Phantom“-Gespräche führen konnte. „Das hat mir jemand erzählt, der den kennt“, sagt der Künstler. Er betonte: „Das ist die wahre Grundstory“ und verwischte so die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.

Fünf Minuten lang ließ er sich dann irrwitzig über die Situation damals beim G7-Gipfel aus. Eigentlich habe Obama auf dem Münchner Marienplatz sprechen sollen. Doch dann sei der Termin in „dieses Krün“ verlegt worden. Als der US-Präsident Schwarzenberger dort nach seinem Befinden gefragt habe, soll der mal gar nix verstanden und sowas wie „Ja, mia san mia“ geantwortet haben. Als es ums Zerlegen der Weißwurst ging, seien dann die positionierten Scharfschützen, die Sniper, ob der seltsamen Anweisungen nervös geworden. So nervös, dass der Bürgermeister schon den roten Laser-Zielpunkt ihrer Waffen auf der Stirn gehabt haben soll. Witze, über die das Fernsehpublikum herzhaft gelacht hat. Schwarzenberger ist danach nicht zumute. „Das ist nicht meine Art von Humor.“

Zumal sich Mittermeier nicht nur über ihn, sondern auch über das Brauchtum im Dorf lustig macht. Und dafür hat der CSU-Politiker kein Verständnis. Im Namen aller Krüner sagt er mit Blick auf den Obama-Besuch: „Ich lasse mir dieses besondere Ereignis von niemanden schlecht machen.“

Auch wenn er angesäuert klingt, beleidigt ist Schwarzenberger – wie er betont – nicht. „Man darf das nicht überbewerten.“ Er reagiert betont emotionslos, obwohl sein Gesicht Millionen Fernseh-Zuschauern gezeigt und er als oberbayerischer Dorftrottel beschrieben wurde. „Ich kann schon Englisch“, sagt Schwarzenberger, der die Mittlere Reife und dann zunächst Karriere im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst gemacht hat. Das Tagblatt ließ bei Mittermeier nachfragen, ob ihm die Vita des Krüners bekannt ist. Eine Antwort darauf gab es von dem Comedian nicht. Er hat auf seiner Internet-Seite eine Kurzbeschreibung des neuen Programms „Wild“ veröffentlicht. Darin kommen vor: „Obama, Putin & Bush, ein nordkoreanischer Diktator, der G7-Bürgermeister“.

Trotz allem nimmt Schwarzenberger die fragwürdige Popularität gelassen. Er kontert und fragt sich angesichts des G7-Trubels eher, warum Mittermeier nach diesem Jahr wohl „noch einer der wenigen ist, die Krün nicht kennen“.

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