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Richtiges Anzünden demonstriert Hafnermeister Elias Neuner aus Österreich.

Das Problem: Nicht alle heizen richtig

Nach Holzöfen-Kritik: Trend zur Umweltfreundlichkeit

Krün - Holzöfen sind gesundheitsgefährdend. Das behauptete zumindest der Krüner Fernando Barkow. Der Ofensetzer Elias Neuner vertritt da eine ganz andere Meinung. 

Langsam wird es warm in der geräumigen Küche von Elias Neuner. Holzscheit um Holzscheit stapelt er in den großen Küchenofen. Vor einem Jahr hat sich der Hafnermeister, wie Ofensetzer in Österreich bezeichnet werden, das Schmuckstück gegönnt. „Das richtige Anheizen ist mit am wichtigsten“, erklärt er. Unten liegen die dicken Buchen-Scheite, je weiter er stapelt, desto dünner wird das Holz. „Ganz oben liegen dann die Spreisel auf.“ Im oberen Drittel legt er nun einen in Wachs getunkten Anzünder. Innerhalb weniger Minuten brennt das Feuer lichterloh, die Rauchentwicklung „war minimal“, wie der Scharnitzer sagt. „So sollte richtiges Anheizen aussehen.“

Doch genau hier liegt oftmals laut Neuner das Problem. Manche Ofenbesitzer heizen schlichtweg falsch. Der häufigste Fehler: „wenn das Holz noch zu feucht ist“. Dann beginnt der Schornstein zu qualmen, ein Übermaß an Staub und Ruß wird in den Himmel geblasen. Denn erhöhter Wassergehalt im Holz verschlechtert die Verbrennungsprozesse und damit auch andere Abgaswerte. Kohlen-Monoxid sowie Kohlenwasserstoff werden dadurch stärker konzentriert. Es gebe ganz einfache Vorrichtungen, um dies zu überprüfen: „Feuchtigkeitsmesser für das Holz erhält man mittlerweile schon ab 15 Euro“, erklärt Neuner. Fichte beispielsweise sollte „mindestens zwei Jahre zum Trocknen gelagert werden“. 

Diese Fehler machen Öfenbesitzer

Doch nicht nur beim Anzünden werden häufig Fehler gemacht. Auch durch das Kappen der Luftzufuhr würden gleiche Abgaswerte entstehen. „Viele denken, sie könnten damit Holz sparen.“ Das Ergebnis ist jedoch nicht nur schlechte Luft – zudem wird der Wirkungsgrad drastisch reduziert. Der sei bei neuen hochwertigen Öfen mittlerweile „bei fast 85 Prozent“. Fünf Prozent mehr als die EU vorgibt. Die neue Technik macht es möglich. Die strengen Auflagen für Holzöfen werden mittlerweile fast jährlich verschärft. „Dadurch wird ein Ofen immer umweltfreundlicher“, versichert Neuner, der in Tirol zur Landesinnung der Hafner gehört und als Lehrlingsbeauftragter fungiert. Seit 1992 ist er als Ofensetzer tätig, seit Jahrzehnten baut er auch im Isartal und in Oberbayern vom klassischen Kachelofen bis hin zum Pizza-Ofen alles, was brennt.

„Die Bayern schätzen meine Arbeit, da sie wissen, dass die Auflagen für Öfen in Österreich um einiges schärfer sind als in Deutschland.“ Deshalb kann er ein fehlendes Umweltbewusstsein bei den Holzofen-Besitzern nicht erkennen, die der Krüner Fernando Barkow kritisiert. Ganz im Gegenteil: Viele würden darauf drängen, umweltbewusster zu heizen. „Wer einen neuen Ofen hat und richtig heizt, verbraucht nämlich weitaus weniger Holz“, versichert er.

Und die Technik entwickelt sich stetig weiter. „Neue Öfen können mit elektrischen Vorrichtungen ausgestattet werden, welche die Luftzufuhr automatisch regeln.“ Somit könnte falsches Heizen bald der Vergangenheit angehören.

Josef Hornsteiner

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