+
Abriss vom Tisch? Thomas Schwarzenberger plädiert für den Erhalt des Mias’nhauses am Krüner Dorfplatz.

Viele Entscheidungen müssen getroffen werden

Nach G7: Nächster Kraftakt für die Gemeinden

Isartal - Luxushotel, Kirchenböbl, Dorferneuerung: Die drei Isartal-Gemeinden stehen nach dem Gipfel-Ausnahmejahr auch 2016 vor richtungsweisenden Entscheidungen. Die kommenden Monate versprechen spannende politische Debatten.

Die Haare – noch etwas grauer und lichter: Keine Frage: Das stressreiche G7-Jahr hat den drei Isartal-Bürgermeistern einiges abverlangt. Trotzdem überwiegt natürlich die Zufriedenheit bei allen. „Ich bin wirklich froh, wie es gelaufen ist“, verdeutlicht der Krüner Rathauschef Thomas Schwarzenberger (CSU). „Wir haben sehr viel für unsere Infrastruktur erreichen können“, ergänzt dessen Mittenwalder Amtskollege Adolf Hornsteiner (CSU). Von einem G7-Gipfel mit „angenehmen Nebeneffekten“ spricht Wallgaus Gemeinde-Oberhaupt Hansjörg Zahler (CSU). Damit zielt er natürlich auf kostenträchtige Investitionen wie den Trinkwasser-Notverbund mit Krün, die Umfahrung Risserstraße und das neue Tanklösch-Fahrzeug ab, die ohne die üppigen G7-Zuschüsse in der Kürze nicht zu stemmen gewesen wären.

Doch dem Rathaus-Trio bleibt nach dem Gipfel nur wenig Zeit zum Durchatmen. Denn 2016 wird das Jahr der Entscheidungen und Investitionen – und zwar in allen drei Isartal-Orten. Besonders spannend wird’s bereits zum Jahreswechsel in Mittenwald. Denn unmittelbar nach dem Silvester-Feuerwerk läuft in Sachen Luxushotel die Frist für die Projektplaner-Familie Berrendorf ab. Dann müssen sich die Berliner erklären, ob und – falls ja – wie es mit dem Prestigebau im Herzen der Marktgemeinde weitergeht. „Da warten wir alle drauf“, meint Bürgermeister Hornsteiner, der sich aber nicht in die Karten schauen lässt. Im Grunde stehen und fallen weitere millionenträchtige Entscheidungen mit dem Hotel. Denn nur wenn dieses realisiert wird, kann das zugrundliegende Gemeinde-Areal veräußert und in der Nachbarschaft ein Hallenbad verwirklicht werden. Ob die ambitionierte Dreifach-Sporthalle auf dem Schulgelände nach dem G7-Stillstand vorangetrieben werden kann, liegt zum einen am Verhandlungsgeschick des Rathauschefs mit übergeordneten (Zuschuss-)Behörden, zum anderen am finanziellen Spielraum einer sich konsolidierenden Marktgemeinde. Hornsteiner verweist dabei auf die Haushaltsberatungen im Frühjahr, die Licht ins Dunkel bringen werden.

Wie geht es am Krüner Dorfplatz weiter?

Spannend bleibt auch die Frage, ob sich die Kommune 2016 stärker bei der Karwendelbahn AG einbringen muss. Nicht wenige im Ort wünschen sich, dass die Gemeinde – sie hält aktuell knapp ein Drittel der Aktien – sich in erster Linie finanziell stärker in das Unternehmen einbringt.

Im Nachbardorf Krün richtet sich der Fokus im kommenden Jahr in den Ortsteil Klais. Dort sollen im Zuge der Dorferneuerung die Verkehrs-Trassen (Bahnhofstraße und Elmauer Weg) im großen Stil saniert werden. Man spricht von einem Gesamtvolumen von rund einer Million Euro. 80 Prozent der Kosten werden vom Freistaat gefördert. Hierzu findet am Dienstag, 8. Dezember, um 19.30 Uhr ein Informationsabend im Rathaus (Lesesaal) statt.

Auch die Gestaltung des Krüner Dorfplatzes ist ein Thema. Die zentrale Frage dabei: Was soll mit dem Mias’n-Haus passieren? Dieses hatte die Gemeinde vor einiger Zeit erworben. „Erst war ich Verfechter eines Abbruchs“, meint Schwarzenberger. Mittlerweile bevorzuge er aber aus verkehrstechnischen Gründen den Erhalt des alten Anwesens direkt an der Hauptstraße.

Wallgau soll nicht zum "Schlafdorf" werden

In Wallgau gilt das Augenmerk einmal mehr einem Politikum: der seit Jahrzehnten geplanten Umgestaltung des Dorfplatzes. Hierzu meint Bürgermeister Zahler: „2016 wird das Jahr der Entscheidung und 2017 das Jahr der Umsetzung.“ Die Anzeichen verdichten sich, dass das zentrale Gebäude, der „Kirchenböbl“, wohl einem Neubau weichen muss. Eine Sanierung des alten Gemäuers würde laut Zahler „zu einer Kostensituation führen, die ins Auge gehen kann“. Doch nach Jahren der Debatten und Planung sieht er nun Licht am Horizont. „Alle Vorarbeiten werden bald abgeschlossen sein.“ Der Bürgermeister spricht dabei von Februar/März. Dann könnte es in Sachen Kirchenböbl zum Schwur kommen. In puncto Belebung des Dorfplatzes sieht sich Zahler jedenfalls im Konsens mit der Bevölkerung. „Wir alle wollen, dass Wallgau nicht zum Schlafdorf wird.“

Das Jahr 2016 – es warten wirklich interessante Zeiten auf die Isartaler.

Christof Schnürer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kocheler Straße in Murnau: Bessere Beleuchtung steht zur Debatte
Soll die Kocheler Straße beziehungsweise der dortige Geh- und Radweg mehr Beleuchtung bekommen? Zu dieser Frage gab es im Murnauer Bauausschuss unterschiedliche …
Kocheler Straße in Murnau: Bessere Beleuchtung steht zur Debatte
Auto auf der B2ausgebrannt: Fahrer bleibt unverletzt
Horrorvision für jeden Autofahrer: Während der Fahrt ist am Freitag auf der B2 ein Wagen mit Regensburger Kennzeichen in Brand geraten.
Auto auf der B2ausgebrannt: Fahrer bleibt unverletzt
Ein Schatz für die Bibliothek von Kloster Ettal
Einen wahren Schatz über die alten Sprachen Griechisch und Latein hat das Kloster Ettal jetzt als Leihgabe erhalten.
Ein Schatz für die Bibliothek von Kloster Ettal
Krüner versorgenWallgauer mit Trinkwasser
Seit ungefähr zwei Wochen beziehen die Wallgauer ihr Trinkwasser über die Notverbund-Leitung aus dem Nachbardorf. Eine Förderung aus dem eigenen Brunnen an der Auhütte …
Krüner versorgenWallgauer mit Trinkwasser

Kommentare