Unter Bewachung: Nach dem Spiel gab es keinen Ärger mehr mit den Augsburger Fans. foto: Sehr

Nach Tumulten am Eisstadion: Kripo ermittelt wegen Landfriedenbruchs

Garmisch-Partenkirchen - Die Ausschreitungen beim Eishockey-Spiel des SC Riessersee 1b gegen die Amateure des EV Augsburg haben ein Nachspiel: Die Kripo ermittelt wegen Landfriedensbruchs. Im Fokus stehen die Augsburger Fans.

Josef Grasegger stehen in den kommenden Wochen intensive Vernehmungen bevor. Der Polizeihauptkommissar der Kripo Garmisch-Partenkirchen nimmt sich der Tumulte rund um das Eishockeyspiel zwischen dem SC Riessersee 1b und den Amateuren des Augsburger EV am Samstag an. „Wir ermitteln wegen Landfriedensbruchs“, erklärt Grasegger. Hinter dem Begriff verstecken sich Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Gegenstände aus einer Gruppe heraus. Das Strafmaß reicht von Geldauflagen bis zu drei Jahren Haft.

Im Fokus stehen zunächst einmal die Augsburger Fans, die erst im Ort für Unruhe sorgten und sich dann vor dem Eisstadion eine Auseinandersetzung mit SCR-Anhängern und der Polizei lieferten. Für ihn geht es erst einmal darum, den genauen Hergang zu rekonstruieren.In Hinblick auf die Verletzten, die von einem Polizeihund gebissen wurden, merkt Grasegger an: „Der Hund wird nur losgelassen, wenn es kein anderes Mittel mehr gibt.“ Die Betroffenen sollen laut Augenzeugenberichten auf einen liegenden Fan eingetreten haben.

Unterdessen kommen immer mehr Details zu den Vorfällen vorm Stadion ans Tageslicht. So wurde auch ein Mitglied des Ordnungsdienstes von den Gäste-Fans verletzt. „Er war mit einem Kollegen am West-Eingang postiert, wurde regelrecht überrannt und auch im Liegen noch traktiert“, betont Emil Fütterer, Chef der Ordner. Schwere Verletzungen erlitten aber weder der Mann des Kontrollpersonals noch die anderen, insgesamt sieben Personen, die das Bayerische Rote Kreuz versorgte. „Es war nichts Dramatisches dabei“, bestätigt Klemens Reindl, der für das BRK - das mit mehreren Wagen sowie rund 20 Mann angerückt war - die Leitung vor Ort übernommen hatte. Passiert ist während und nach dem Spiel bekanntlich nichts mehr. Mit Polizei-Eskorte wurde schließlich der Fanbus der Augsburger aus dem Ort hinausbegleitet.

Im Laufe der ersten Ermittlungen ist die Polizei nun bereits darauf gestoßen, dass es sich beim Augsburger Anhang bei weitem nicht nur um Eishockey-Fans handelte. „In diesem speziellen Fall waren es einige Anhänger des Fußballvereins FC Augsburg“, betont Grasegger. „Die kommen zum Eishockey dann tatsächlich auch nur, um Randale zu machen.“

Neu sind Auseinandersetzungen mit Fans des Augsburger EV nicht. In gemeinsamen Bundesliga-Zeiten waren große Polizei-Aufgebote bei Spielen der Kontrahenten an der Tagesordnung. Daran erinnert sich auch Fütterer, der seit 1973 als Ordner beim SC Riessersee fungiert. „Da waren 1000 Fans in der Westkurve. Das war damals aber noch eine gesunde Rivalität, so wie heute zwischen Tölz und Riessersee.“ Die Gast-Vereine hätten damals auch noch eigene Ordner gestellt, die ihre Fangruppen begleiteten. „Die Zusammenarbeit war sehr gut.“ Was Fütterer auffällt: „Die Leute werden immer jünger, saufen sich die Hucke voll und wollen dann Krawall machen. Es ist traurig, dass die Vereine selbst nicht fähig sind, das zu regulieren.“

Ein Klub, der mit alldem nichts zu tun hat, ist der EV Mittenwald. Die Isartaler könnten nun aber in die Sache hineingezogen werden. Denn am Samstag empfangen sie Augsburg. Die Polizei ist jedoch gerüstet für einen möglichen Fan-Ansturm.

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