Wartet man auf den ersten tödlichen Unfall?

Nach Unfall an B2: Forderung nach mehr Sicherheit

Murnau - So kann es nicht weitergehen, findet Herbert Haslinger. Nachdem sich an der Tankstelle MP 21 bereits mehrere Unfälle ereignet haben, fordert er, diesen Gefahrenbereich zu entschärfen.

Als Herbert Haslinger von dem Unfall an der Bundesstraße 2 auf Höhe des Murnauer Autohauses Kern hörte, fühlte er sich sofort an ein einschneidendes Ereignis erinnert. Er selber war nämlich vor einem halben Jahr an gleicher Stelle in eine ähnliche Kollision verwickelt.

Das Unglück nahm am 28. Mai seinen Lauf. Haslinger wollte mit seinem Mercedes von Murnau kommend links in Richtung Tankstelle MP 21 abbiegen. Da Gegenverkehr herrschte, musste der 69-Jährige warten. Plötzlich rammte ihn von hinten ein Auto, Haslinger wurde in den Gegenverkehr geschleudert. „Mein Auto hatte einen Totalschaden, und ich wurde erheblich verletzt“, schreibt der Hofheimer in einem Leserbrief an die Redaktion des Tagblatts. Er leide noch heute darunter. Im November musste er nochmal operiert werden. Dass er bei diesem Unfall „nur“ verletzt wurde, grenze an ein Wunder – „wenn man mein Auto und das des entgegenkommenden Sprinters gesehen hat“, der ihn rund 15 Meter weit mitschleifte.

Insgesamt drei Personen wurden damals in die Unfallklinik gebracht. Am Montagmorgen hat es an der besagten Stelle erneut gewaltig gekracht. Auch in diesem Fall hatte der Fahrer eines VW-Busses, der von Murnau in Richtung Süden unterwegs gewesen war, wohl nicht aufgepasst: Er erkannte zu spät, dass ein weiteres Wohnmobil nach links in den Tankstellenbereich abbiegen wollte. Der Spatzenhauser fuhr auf den Vordermann auf. Dieser wurde in den Gegenverkehr katapultiert, wo er einen anderen Kleinbus touchierte. Im Transporter saßen drei Beifahrer, die durch den Aufprall verletzt und mit dem Rettungswagen in die Unfallklinik gebracht wurden.

Haslinger findet, dass es so nicht weitergehen kann. „Wann wird dieser Bereich der Bundesstraße 2 für Linksabbieger sicherer? Wie viele Verletzte muss es noch geben oder wartet man auf den ersten tödlichen Unfall?“ Die rechte Ausweichspur werde von den meisten Autofahrern gar nicht wahrgenommen, da sie nicht als Ausweiche gekennzeichnet sei.

Albert Kern, Betreiber der Tankstelle und des Autohauses Kern, widerspricht. „Die Ausweichspur wird hervorragend angenommen.“ Aufgrund seiner Anregung sei sie 2001 angelegt worden. Kern sagt, dass er laufend in Kontakt mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim stehe, um die Situation zu verbessern. Erst in diesen Tagen habe man ein Schild abgeändert, „damit die ganze Ausfahrt übersichtlicher wird“, betont er. Dr. Hermann Streicher (Staatliches Bauamt) kündigt an, dass die Verkehrskommission die Örtlichkeit „mit Sicherheit“ nochmals begutachten werde. Zunächst müsse man klären, wie es zu dem Unfall gekommen ist. „Wenn man das weiß, kann man überlegen, was man verbessern kann.“ Wobei Streicher betont: Situationen wie die an der Tankstelle „sind immer kritisch“.

Roland Lory

Rubriklistenbild: © dpa

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