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Schaum und Scherben, so weit das Auge reicht

Getränkelaster verliert 600 Kisten

Landkreis - Nach einem Unfall in Steingaden bemerkt Fahrer Verlust erst in Murnau. Ungewöhnliches "Ramadama" für die Feuerwehren in der Region.

Ein Getränkelaster verliert gut 600 volle Kisten mit Bier, Wasser, Karamalz und Alcopos. Der Fahrer bemerkt das nicht. Er fährt weiter und wirft während seiner Fahrt zwischen Steingaden (Landkreis Weilheim-Schongau) und Murnau immer wieder über die Ladeluke des Anhängers einen ganzen Schwung voller Kisten ab. Das gibt’s nicht? Doch, gibt es. So geschehen am Dienstag in den frühen Morgenstunden. Auf Höhe der Wieskirche ist der 62-Jährige aus Marktoberdorf mit dem Lkw unterwegs. 1244 Kisten hat er geladen, als er am Beginn eines Waldstücks bei Steingaden aufs Bankett kommt. Er lenkt sofort gegen, merkt aber nicht, dass sein Laster mit dem Anhänger einen Telefonmasten streift. Verhängnisvoll – denn dadurch öffnet sich vermutlich der Verschluss der rechten seitlichen Ladeklappe. In der nächsten Linkskurve verliert er dann die ersten etwa 200 Kisten und beginnt seine scherbenreiche, gut 30 Kilometer währende Fahrt. Schaum, so weit das Auge reicht. Ein Meer aus Scherben. Und ein paar Flaschen, die neben Kisten im Bach an der Fahrbahn schwimmen. Wasser, Karamalz, Alcopops und Bier: Es ist alles dabei, was das Feuerwehr-Mann-Herz begehrt. Allerdings nicht in der Form, und wenn, dann bitte auch nach Feierabend und nicht um 5.30 Uhr. Während für die Feuerwehr Steingaden und später auch Wildsteig, Saulgrub, Bad Kohlgrub und Murnau ein mehrstündiges „Ramadama“ der besonderen Art beginnt, geht die Fahrt für den Getränkelaster weiter. Bis nach Murnau. Munter werden so noch jede Menge weiterer Getränkekisten auf der Straße verteilt. Erst in der Staffelsee-Gemeinde stellt der Fahrer fest, dass etwas überhaupt nicht stimmt und er gut die Hälfte seiner Ladung verloren hat. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 3000 Euro. Während der Aufräumarbiten war die Straße zwischen Steingaden und Murnau teilweise komplett gesperrt.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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