Viele Läden, unterschiedliche Öffnungszeiten: Nächsten Samstag wollen viele Geschäftsleute ihre Türen aber gemeinsam später schließen. foto: sehr

Nach dem Weltcup-Wochenende: Garmischer Geschäfte öffnen länger

Garmisch-Partenkirchen - Spontane Reaktion auf jüngste Erfahrungen: Am Samstag ist teilweise erst um 18 Uhr Ladenschluss.

Wenn Thomas Grasegger auf das vergangene Wochenende zurückblickt, ist er mit seiner Bilanz zufrieden. „Vom Geschäft her war es sehr positiv“, sagt der Chef des renommierten Trachtengeschäfts Grasegger. „Ich schätze, dass es 50 Prozent mehr waren als an einem normalen Samstag.“ Der Skiweltcup und seiner Gäste sei Dank. Viele der Besucher nutzten die Zeit zur Siegerehrung um 18 Uhr im Michael-Ende-Kurpark für einen Spaziergang durch die Fußgängerzone. Bei einigen Geschäften blieb es allerdings beim Schaufenster-Bummel: Sie hielten sich an ihre Stamm-Öffnungszeiten, die jedoch schon zwischen 16 und 17 Uhr enden. Am nächsten Wochenende, wenn der Damen-Skizirkus im Ort Station macht, soll sich dies ändern.

Die Idee ist, gemeinsam bis um 18 Uhr am Rennsamstag zu öffnen. „Ein interessanter Anstoß“, findet Grasegger, der dafür eine Stunde länger öffnen müsste. Gemeinsam mit Michaela Nehlhiebl vom „Garmischer Zentrum“ wurde er gestern aktiv und sprach sich mit den Kollegen ab. Die Vorsitzende schickte daraufhin eine Rundmail los. Bei den Reaktionen zeigte sich, dass jene Geschäfte, bei denen derzeit der Winterschluss-Verkauf läuft, auf jeden Fall dabei sind.

Vor dem vergangenen Weltcup-Wochenende der Herren war eine solche Diskussion Nehlhiebl zufolge „kein Thema“: „Wir haben uns im Vorfeld nicht abgesprochen“, erklärte die Vorsitzende.

Dass die Problematik nicht ganz einfach ist, weiß Tourismus-Direktor Peter Ries. Bei der Ski-WM hatte sich gezeigt, dass die Besucher zwar gern bummeln, aber nicht unbedingt einkaufen. „Gerade wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekommen sind.“ Diese Gäste kämen nunmal wegen des Skirennens in den Ort und wollen dann noch am Abend im Kurpark ein bisschen feiern. Viele Tragetaschen würden da aber stören. Nichtsdestotrotz findet Ries den aktuellen Vorstoß gut. Wenn sich die Geschäftsleute gemeinsam zu einer Aktion entscheiden, die den Ort touristisch attraktiver macht, „begrüßen wir das natürlich“. Wobei Ries betont, dass die Einschätzung darüber, ob die längeren Öffnungszeiten wirtschaftlich Sinn machen, klar bei den Unternehmern liege.

Anton Krätz, Vorsitzender von „Partenkirchen erleben“, ist sich hingegen sicher, dass die Kollegen in seinem Ortsteil von der Idee wohl eher nicht begeistert wären. Der Weltcup-Trubel mit den Skifans gehe an Partenkirchen eher vorbei. Ein bisschen anders sehe es mit den Sportlern aus. Viele von ihnen würden in den Hotels an oder in der Nähe der Ludwigstraße absteigen. „Das ist das Positive für uns“, sagt er über die zusätzlichen Kunden.

Generell ist es so, dass die Geschäftsleute ihre Öffnungszeiten im rechtlichen Rahmen - das heißt montags bis samstags zwischen 6 und 20 Uhr - völlig flexibel handhaben können. Das bestätigt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer: „Spontane Änderungen sind jederzeit möglich.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ostern in Zeiten von Corona: Ministranten ratschen - anders, aber ohne Risiko
Es ist Tradition. Eine, an der viele Ministranten trotz Corona-Krise festhalten wollen. Deshalb haben sie Wege gefunden, wie sie doch ratschen können. 
Ostern in Zeiten von Corona: Ministranten ratschen - anders, aber ohne Risiko
Mittenwalder Kasernen-Leben in drei Schichten
Alles ist anders während der Corona-Krise - auch bei den Mittenwalder Gebirgsjägern. So hat das Soldatenleben bisher nicht ausgesehen.
Mittenwalder Kasernen-Leben in drei Schichten
Ostersegen „to go“ in der Corona-Zeit: Pfarrer weiht Speisen über Autofenster
Ostern in der Corona-Krise: Für die Weihe der Speisen hat sich Pfarrer Rudolf Scherer im Pfarrverband Bad Kohlgrub etwas überlegt: einen Ostersegen ohne Kirche und …
Ostersegen „to go“ in der Corona-Zeit: Pfarrer weiht Speisen über Autofenster
„Statt Netflix“: Schüler (18) stampft Corona-Helfergruppe aus dem Boden - Viele ziehen mit
Luis Maurer ist 18 Jahre alt. Er wollte in der Corona-Pandemie helfen - und ist aktiv geworden. Der Grainauer hat dafür sogar 50 jugendliche Mitstreiter  gefunden.
„Statt Netflix“: Schüler (18) stampft Corona-Helfergruppe aus dem Boden - Viele ziehen mit

Kommentare