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Zum Auftakt der Oberauer Nachbarschaftshilfe überreicht Bürgermeister Peter Imminger (h. 2. v. r.) der Hilfs-Koordinatorin Ute Merkel (h. r.) ihr neues Diensthandy. Unterstützt wird sie von (v. v. l.) Konrad Bruchhaus, Dr. Richard Knoche, Wolfgang Oertel, Johann und Waltraud Jansen, (h. v. l.) Bernadette Sperber, Gundula Martz, Rosi Rothmayr, Christine Koch und Initiator Günter Meck.

Startschuss für die Nachbarschaftshilfe

Oberauer Organisation unterstützt Senioren

Oberau - Startschuss für die Nachbarschaftshilfe in Oberau: Engagierte Bürger unterstützen Senioren in allen Lebenslagen. Die Gemeinde fungiert als Träger der neuen Organisation.

„Als wir vor zwei Jahren den Günter Meck zum Seniorenbeauftragten in unserem Gemeinderat gemacht haben“, sagte der Oberauer Bürgermeister Peter Imminger (CSU) schmunzelnd, „haben wir nicht ahnen können, welch schnelle Folgen es haben würde, ihn mit diesem neuen Amt zu betrauen.“ Auch für die Gemeinde: Beispielsweise seien in den vergangenen zwei Jahren sämtliche Gehsteige so abgesenkt worden, dass man sie auch mit Rollstuhl oder Rollator befahren kann. Zudem habe der CSU-Vertreter Erhebungen übers Älterwerden in Oberau gemacht. „Und nun das Neueste, jetzt ist die Gemeinde Träger einer neuen Organisation und hat für deren Helfer sogar eine Versicherung abgeschlossen“, betonte Imminger. Die Helfer – das sind zahlreiche Frauen und Männer, die im Rathaus-Saal den Auftakt für Mecks jüngste Initiative erlebten: Ab sofort hat Oberau eine Nachbarschaftshilfe, die älteren Menschen zur Hand geht, wann immer sie gebraucht wird. Und zwar kostenlos.

Bisher hätten Imminger zufolge im Landkreis nur sehr wenige Kommunen von der Größe Oberaus mit seinen 3200 Einwohnern eine solche Einrichtung. Zumal ja die Gemeinde auch Träger der Nachbarschaftshilfe ist und sowohl eine Unfall-, als auch die Ehrenamtsversicherung für die Helfer trägt, ebenso ein Kilometergeld von 30 Cent, falls einer mal einen Senior zu einem Arzt nach Garmisch-Partenkirchen fahren muss. „Oft sind es ja die kleinen Dinge im Alltag, die alten Menschen Schwierigkeiten bereiten“, erläuterte Meck bei der Eröffnungs-Veranstaltung den Sinn seiner Initiative. „Deshalb bezieht sich auch der Katalog unserer Leistungen auf ganz einfache Angelegenheiten des Alltags: Begleitung beim Spazierengehen, bei Arzt- und Krankenhausbesuchen sowie zu Ämtern, Unterstützung beim Einkaufen, Besuche bei kranken und einsamen Menschen, gemeinsame Besuche kultureller Veranstaltungen, Vorlesen, kleine Hilfe in Haushalt und Garten im Krankheitsfall sowie Hilfe im Schriftverkehr.“

Keine Konkurrenz für Profis

Ausdrücklich nicht zuständig sieht sich die Nachbarschaftshilfe für aufwändigere Arbeiten, die professionelle Anbieter von Dienstleistungen besser machen können. „Wir wollen weder ihnen noch dem Handwerk oder auch Behörden Konkurrenz machen“. Darum werde auch jedes Unterstützungsersuchen zunächst geprüft, erklärte Meck, „ob es in unseren Rahmen passt oder ob die gewünschte Leistung nicht doch von einer besser geeigneten Stelle wahrgenommen werden sollte. Wir werden jedoch den Ratsuchenden Tipps geben, wohin sie sich mit ihrem Problem wenden können.“

Deshalb überreichte der Bürgermeister auch der Helferin Ute Merkel, die sich um die Organisation kümmert und als zentrale Anlaufstelle dient, schon zum Auftakt ein „Diensthandy“. So kann sie sich mit ihren Helfer-Kollegen über deren Einsätze koordinieren. „Uns geht es darum“, fasste Meck das Anliegen von Helfern und Gemeinde zusammen, „dass wir das Leben in unserem Ort noch lebenswerter gestalten wollen, deshalb knüpfen wir ein soziales Netz, um hilfsbedürftige Senioren aufzufangen."

Wolfgang Kaiser

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