Nachfrage nach Urnengräbern in Oberammergau steigt an

Oberammergau - Nach aktuellen Zahlen machen in der Gemeinde Oberammergau die Urnenbestattungen gegenüber den Sargbestattungen inzwischen schon über die Hälfte aus.

Dass der Abschied von einem lieben Menschen für die unmittelbaren Angehörigen neben dem seelischen Schmerz auch stets mit erheblichen finanziellen Ausgaben verbunden ist, kann jeder bestätigen, der schon einmal in dieser Situation war. Für alles, vom Sterbebildchen bis zur Benutzung der „Kühlbox“, muss bezahlt werden. Neben den Kosten, die das Bestattungsinstitut einfordert, haben die Hinterbliebenen auch den Aufwand der Gemeinden zu tragen. In Oberammergau steigt der jetzt deutlich an. Einstimmig erließ der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch die „Satzung über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung der Bestattungseinrichtungen“ sowie jene „über die Benutzung des Friedhofs und der Bestattungseinrichtungen“ neu. Hintergrund war der Umstand, dass in den letzten Jahren „eine erhebliche Unterdeckung der Kosten“, so die Verwaltung, entstand, was auch vom Landratsamt moniert wurde.

Neu in die Satzung aufgenommen ist der Passus, dass künftig Tot- und Fehlgeburten bis zu einem Gewicht von 500 Gramm aus allen Gemeinden des Ammertals in einer eigens dafür vorgesehenen Grabstätte („Ruhestätte für Sternenkinder“) auf dem neuen Oberammergauer Friedhof am Fuße des Kofels beigesetzt werden können. Als einmalige Gebühr werden hier 100 Euro fällig. Dieses „Grab für Still geborene Kinder“ war im Oktober 2008 auf Betreiben der Hebamme Nartan Beate Feldmeier geschaffen worden. Früher wurden Totgeburten noch als „medizinischer Müll“ behandelt und entsprechend „entsorgt“.

Der Neuerlass der beiden Satzungen im Gemeinderat war vor allem bei den Gebühren mit erheblichen Änderungen verbunden - wie etwa bei den Urnengräbern, die immer öfter in Anspruch genommen werden. Jene im ausgewiesenen Feld mit vier Plätzen kosten künftig 327 Euro (bisher 218 Euro), die außerhalb der Urnenfelder 776 Euro (wie bisher). Für Urnennischenplätze in der Urnenwand mit zwei Plätzen werden ab sofort 306 Euro (bisher 153 Euro) fällig. Die Ruhezeit beträgt jeweils acht Jahre. Insgesamt waren vergangenes Jahr in Oberammergau 50 Verstorbene zu beklagen, bei über der Hälfte von ihnen gab es bereits Urnenbestattungen - Tendenz steigend.

Gräber für Erwachsene (Ruhezeit bei Särgen 16 Jahre) kosten als Einzelgrab 776 Euro, als Doppelgrab 1378 Euro sowie als Dreifachgrab 1895 Euro. Hier blieben die Gebühren gleich. Wie auch bei den Erdbestattungen und Überführungen nach und in Oberammergau: Personen bis sechs Jahren 614 Euro, ab sechs Jahren 1007 Euro. Die Grundgebühr für Urnenerdbestattungen wurde auf 627 Euro mit Trauerfeier (bisher 507 Euro) sowie auf 156 Euro ohne Trauerfeier (130 Euro) festgelegt. Nischenbestattungen kosten 484 beziehungsweise 140 Euro. Die Gebühr für Kindergräber im ausgewiesenen Feld erhöht sich von bisher 218 Euro auf künftig 305 Euro.

Beide Satzungen werden im Wortlaut in Kürze am Rathaus sowie an den weiteren bekannten Anschlagtafeln im Ort bekannt gemacht und können dort von interessierten Bürgern eingesehen werden.

(hut)

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