Vergangene Saison noch Gegner, nun Teamkameraden: Benjamin Barz und Florian Vollmer (r.). foto: bse-pictures

Nächster Neuzugang: Benjamin Barz verstärkt SC Riessersee

Garmisch-Partenkirchen - Der stürmende Medizin-Student Benjamin Barz (27) kommt vom EV Landsberg nach Garmisch-Partenkirchen und will eine Führungsrolle übernehmen

Den Vergleich mit Uli Hoeneß und seinen „Roten“ bemüht so manch heimischer Sportfan ja immer wieder mal. Der SC Riessersee sei der FC Bayern des Werdenfelser Landes, heißt es dann. Von der finanziellen Ausstattung her kann man über derlei Gerede nur müde Lächeln. Denn mit dem Budget der kommenden Saison gehört das Garmisch-Partenkirchner Eishockey-Team sicher zu den kleinen Lichtern in der 2. Bundesliga.

In einer anderen Hinsicht aber kommt die Anspielung auf die Bayern fast ein wenig hin: in der Transferpolitik. Der Fußball-Rekordmeister war früher verschrieen als Verein, der einfach die stärksten Spieler der Konkurrenz wegkauft, um die Gegner zu schwächen. Genau das versucht Ralph Bader - sicher ohne den FC Bayern im Hinterkopf - mit seinen bescheidenen Mitteln. Auffällige Profis aus der Oberliga, die in ihren Mannschaften herausstachen, die haben es dem Manager des Bundesliga-Aufsteigers angetan: Lubor Dibelka aus Peiting beispielsweise oder der Füssener Tim Richter.

Nun gibt es noch einen dritten in dieser Reihe: Benjamin Barz. Vom EV Landsberg kommt der Stürmer zum SC Riessersee. „Bei unseren Spielen gegen Landsberg ist er mir wirklich aufgefallen“, sagt Bader. „Er war dort Kapitän und für mich der stärkste Mann in einem Team, in dem es sicher nicht immer einfach war, sich derart zu beweisen.“ Barz zählt der GmbH-Geschäftsführer trotz seiner erst 27 Jahre zu den Routiniers. Das kommt nicht von ungefähr. Schließlich hat Barz mehr als 200 Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga DEL auf dem Buckel, stürmte für Düsseldorf und die Nürnberg Ice Tigers, bevor der gebürtige Bad Tölzer zum EHC München in die 2. Bundesliga ging. Aus Studiengründen, wie er selbst klarstellt. „Ich wollte in München studieren.“

Das tut er nun seit sechs Semestern und weiterhin bis 2014. Deshalb wechselte er nach dem Abschied vom EHC München auch nach Landsberg. „Ich hab’ damals schauen müssen, dass ich einen Verein finde, zu dem ich von München aus täglich fahren kann“, erklärt er. „Landsberg hat am schnellsten reagiert und sich am meisten bemüht.“ Den Abstieg in die Oberliga konnte er gut verschmerzen. „Das war ja auch eine andere Aufgabe, die ich in Landsberg bekommen habe. Ich war dort Kapitän und ich denke, dass es der richtige Schritt war.“ Dass der EVL nach der vergangenen Saison wieder einmal aufgeben musste, machte Barz nun freilich einen Strich durch die Rechnung. „Ich hatte mich dort eigentlich ganz gut arrangiert und noch eine Saison Vertrag“, verrät er. Da kam es dem 1,87 Meter großen Stürmer nun gerade recht, dass der SCR ein Auge auf ihn geworfen hatte. Zum Kreise der Bewerber gesellte sich zudem der SB Rosenheim. Sich für das Werdenfelser Land zu entscheiden, fiel Barz allerdings nicht schwer. „Ich war mit Herrn Bader sofort auf einer Wellenlänge, das Angebot war gut, und daher ging alles sehr schnell.“

Für den SC Riessersee aufzulaufen, das hat für Barz durchaus seinen Reiz: „Das ist doch ein Klub, bei dem jeder Eishockeyprofi gerne mal spielen würde. Da gibt es die ganze Tradition, das schöne Stadion, das Umfeld ist sehr professionell.“ Motivation pur für Barz. Eines stellt er gleich klar: „Ich komme nicht nach Garmisch-Partenkirchen, um mich zu verstecken.“ Wie zuletzt in Landsberg will er auch beim SCR eine Führungsperson sein. „Hier wird viel mit jungen Spielern gearbeitet, da möchte ich helfen, dass die den Sprung in die zweite Liga schneller bewältigen.“

Auch bei der Wahl seines Saisonziels hält sich Barz nicht gerade zurück: „Ich denke, dass man sich schon die Playoffs als realistische Vorgabe setzen sollte. Denn wenn ich von vornherein sage, ich will nur nicht absteigen, dann brauch’ ich doch gar nicht erst anzutreten.“ Aussagen, die fast schon wieder ein wenig an den FC Bayern erinnern. (cf)

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