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Name gefunden: Der schmucke Steg über den Isarkanal heißt ab sofort Floriansbrücke.

Gemeinderat Krün legt sich fest

Name für Isarkanal-Brücke: Heiliger Florian macht das Rennen

Krün - Der Gemeinderat Krün hat die Idee von Pfarrer Michael Wehrsdorf aufgegriffen. Ab sofort heißt der bislang namenlose Steg über den Isarkanal Floriansbrücke. Das Votum (11:1) endete nahezu einstimmig.

Im Volksmund hatte der neue Übergang in den Ortsteil Gries im besten Isartalerisch bereits einen Namen: „Kanoi-Bruck“. Jetzt, zwei Monate nach der feierlichen Einweihung (wir berichteten), hat der Krüner Gemeinderat eine offizielle Bezeichnung für den überdachten Steg gefunden: Floriansbrücke. Die Volksvertreter trafen diese Entscheidung nach kurzer Debatte beinahe einhellig. Nur Franz-Paul Reindl (Bürgerliche Wählergemeinschaft/BWG) stimmte dagegen. Ihm hätte der von ihm ins Spiel gebrachte Christophorus besser gefallen. Dieser Heilige soll ja das Jesukind auf seiner Schulter sicher übers Wasser getragen haben. Das würde doch passen, fand Reindl, zumal sich jenseits des Isarkanals am Sportplatz Schule und Kindergarten befinden. Auch Reindls Vorschlag, den Steg Nepomuk, dem Patron aller Brücken, zu widmen, stieß auf wenig Widerhall. „Dann könnten wir ja alle Brücken nach ihm benennen“, warf Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) ein.

Der Rathauschef hatte schon eingangs der Aussprache Sankt Florian bevorzugt. Die Idee dazu stammt übrigens von Pfarrer Michael Wehrsdorf. Dieser hatte schon Ende Juni bei der Segnung der 14 Meter langen Stahl-Holzkonstruktion gemeint, dass sich der Name Florian in Anlehnung an das benachbarte Feuerwehrhaus doch geradezu aufdrängen würde. Immerhin befehligte der Heilige im 3. Jahrhundert nach Christus bei der römischen Armee eine Einheit zur Brandbekämpfung. Nachdem er sich als Christ zu erkennen gab, soll er der Legende nach am 4. Mai 304 mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestürzt worden sein. Bereits im Vorfeld machten auch andere Namen die Runde: So schwebte dem Planer des 255 000-Euro-Projekts, dem Mittenwalder Statiker Wolfgang Schwind, Isarauen-Brücke vor. „Da ist mir die Isar zu weit weg“, fand Peter Schwarzenberger (CSU) im Gemeinderat. Dessen Bruder Thomas fragte bei der Einweihung in Anlehnung an den G7-Gipfel 2015 scherzhaft in die Runde: „Wie wäre es mit Obama-Steg?“ Anneliese Albrecht (CSU) dachte bei der Diskussion über die Namensfindung sogar an eine Bürgerbefragung – und erlitt Schiffbruch. Zu aufwändig, argumentierte der Bürgermeister. Lothar Ragaller (BWG) hatte bei Florian keine Einwände. Allerdings stört ihn das Prädikat Brücke. „Über eine Brücke fährt man, und über einen Steg geht man.“ Und bekanntlich soll die Trasse über den Isarkanal vornehmlich Fußgängern dienen. Die Mehrheit beharrte aber auf Brücke – genauer gesagt: auf Floriansbrücke.

Christoph Schnürer

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