Der Beweis: Bis vor einigen Tagen prangte der Schriftzug „Krafft v. Dellmensingen“ an dem Gebäude der Artillery Kaserne. Die US Army hat ihn nun entfernt. foto: lory

Namenszug von umstrittenem General entfernt

Garmisch-Partenkirchen - Die Initiative um Jakob Knab war er ein Dorn im Auge: Der Kasernen-Name "Krafft-von-Dellmensingen". Nun hat die US Army die letzten Hinweise auf den umstrittenen General entfernt ...

Die Bezeichnung Dellmensingen-Kaserne soll es offiziell in Garmisch-Partenkirchen längst nicht mehr gegeben haben - zumindest nach Angaben des Verteidigungsministeriums. Doch wirklich verschwunden ist der Name erst in dieser Woche. Er prangte noch an einem Unterkunftshaus der US-amerikanischen Artillery Kaserne in Garmisch-Partenkirchen.

Jakob Knab war es ein großes Anliegen, dass der Name entfernt wird. Denn für ihn ist Konrad Krafft von Dellmensingen (1862-1953), General im Ersten Weltkrieg und Gründervater der bayerischen Gebirgstruppen, ein „bekennender Rassist“ gewesen.

Knab ist Sprecher der „Initiative gegen falsche Glorie“, die sich dafür einsetzt, dass die letzten Spuren des Nazi-Regimes aus der Öffentlichkeit verschwinden. Er forderte die Umbenennung der Krafft-von-Dellmensingen-Kaserne.

Das Verteidigungsministerium hält die Forderung für „gegenstandslos“. Die Truppenunterkunft „wurde 1994 an die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zur Nutzung übergeben. Mit der Abgabe der Liegenschaften ist der damalige Kasernenname erloschen“, heißt es in einer jüngsten Stellungnahme des Verteidigungsministeriums. Dieser Name werde in der Bundeswehr nicht mehr geführt. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten hätten den Liegenschaften den Namen „Artillery Kaserne“ verliehen. Hauptnutzer ist das George C. Marshall Center. Außerdem „nutzt das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr ein Unterkunfts- und Ausbildungsgebäude“, teilt das Ministerium mit. Eigentümer und Nutzer bezeichneten die Liegenschaften ausschließlich als „Artillery-Kaserne“.

Das bezweifelt Knab. Vor allem, dass der Name bereits 1994 verschwunden sein soll. Knab ist sich sicher, dass viele Jahre auf der Internetseite des Marshall Centers die Bezeichnung Dellmensingen-Kaserne verwendet wurde. Nach Tagblatt-Informationen prangte außerdem noch im Jahr 2009 am Eingang der Kaserne in großen Lettern Dellmensingens Name. Und an dem Unterkunftsgebäude der Artillery Kaserne war er sogar bis zu dieser Woche zu lesen.

Jetzt sind die Verantwortlichen der US Army aktiv geworden. Der Schriftzug ist verschwunden. Lange Zeit trug zumindest das Unterkunftshaus noch die Bezeichnung „Krafft von Dellmensingen (KvD) Residence Hall“. So stand es zumindest auf der Homepage des Marshall-Centers. John Reese, Pressesprecher der US-Garrison Garmisch, erklärt, dass die US Army dem Haus diesen Namen nie offiziell gegeben habe. Die Abkürzung KvD ist von der Marshall-Seite bereits entfernt worden: „Dieser Mangel wurde beseitigt“, versichert der Sprecher des dienstältesten deutschen Offiziers.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kracher bei Ski-WM: Stargeiger David Garrett spielt bei Eröffnungsfeier
Nicht nur im sportlichen Bereich wird die Nordische Ski-WM in Seefeld/Tirol Weltklasse. Bei der Eröffnungsfeier am 20. Februar tritt Stargeiger David Garrett auf.
Kracher bei Ski-WM: Stargeiger David Garrett spielt bei Eröffnungsfeier
Schlittenhunde-Rennen: Wallgau startklar
Absagen sind inzwischen die Regel und nicht die Ausnahme. Doch diesmal hat Wallgau in der Wetter-Lotterie das große Los gezogen. Dem Schlittenhunde-Rennen an diesem …
Schlittenhunde-Rennen: Wallgau startklar
Loipe in Oberammergau nicht befahrbar - Jetzt gibt‘s Widerstand von Hobby-Langläufern
180 Kilometer perfekt gespurte Langlauf-Loipen gibt es derzeit in den Ammergauer Alpen, doch eine der schönsten fehlt heuer. Und genau darum kämpfen nun Einheimische und …
Loipe in Oberammergau nicht befahrbar - Jetzt gibt‘s Widerstand von Hobby-Langläufern
Ticket-Schock bei Passionsspielen - falsche Karten zu horrenden Preisen im Internet
Diese Preise haben sich mehr als gewaschen. Der Internetanbieter Viagogo bietet Tickets für die Passionsspiele für vierstellige Beträge an. Nun kontern die Veranstalter.
Ticket-Schock bei Passionsspielen - falsche Karten zu horrenden Preisen im Internet

Kommentare