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NATO-Logo auf einer Fahne (Archivbild): Die Nato-Schule in Oberammergau verstärkt ihre Sicherheitsmaßnahmen. Der Grund ist auch der Ansturm an Flüchtlingen.

"Man weiß nicht, wer sich darunter befindet“

Wegen Flüchtlingen: Nato-Schule verstärkt Sicherheitsmaßnahmen

Oberammergau - Die Nato-Schule in Oberammergau verstärkt ihre Sicherheitsmaßnahmen. Der Grund ist auch der Ansturm an Flüchtlingen, von denen man nicht wisse, wer unter ihnen sei.

Wer durch Oberammergau fährt, dem fallen auf den Straßenschildern dicke, weiße Balken auf. Sie verdecken den Hinweis auf die Nato-Schule. Verbunden mit der Tatsache, dass in den nächsten Monaten bis zu 100 Flüchtlinge in das Ammertal-Dorf ziehen, wurden im Gemeinderat Befürchtungen um den Standort laut. Diese seien zwar, wie es von mehreren Seiten hieß, unbegründet. Sorgen um die Sicherheit gibt es dennoch.

„Die Einrichtung ist sicher nicht erfreut darüber“, sagte Bürgermeister Arno Nunn (parteifrei) zu der Tatsache, dass Flüchtlinge nach Oberammergau kommen. Er habe aber die Auskunft erhalten, dass der Standort durch diese Entwicklung nicht gefährdet ist. Das Abdecken der Hinweise bedeute also nicht, wie von Karl-Heinz Götz (Freie Wähler) befürchtet, dass es die Einrichtung demnächst nicht mehr im Ammertal gibt.

Diese Aussage wird von Seiten der Nato-Schule auch auf Tagblatt-Anfrage bestätigt. Genauso wie die Abdeckung der Schilder. „Wir haben gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“ Zum einen, weil der Landkreis bereits knapp 800 Flüchtlinge aufgenommen hat. „Und man weiß nicht, wer sich darunter befindet.“ Zum anderen sei die Einrichtung in den vergangenen Monaten wohl ins Visier geraten: Es habe Ausspähversuche gegeben, ein „verstärktes Aufkommen“ rund um den G7-Gipfel. Nicht kommentieren will die Einrichtung eine Beobachtung, die im Gemeinderat vor voll besetzen Besucherrängen geäußert wurde: Nämlich, dass die Mitarbeiter aus 23 Nationen sich außerhalb der Schule nicht mehr in Uniform, sondern in zivil in der Öffentlichkeit aufhalten. Grundsätzlich gelte: „Eine gewisse Wachsamkeit ist geboten.“ Zumal die Schule 1984 Ziel eines Terror-Anschlags war. Die RAF hatte dort eine Autobombe deponiert. Nur ein technischer Defekt verhinderte damals die Zündung und damit ein Blutbad.

Dass Sicherheit oberstes Gebot ist, wird auch von Seiten des Marshall-Centers in Garmisch-Partenkirchen betont. Im Kreisort halten sich inzwischen hunderte Flüchtlinge auf. Ob aufgrund dessen ähnliche Vorkehrungen wie in Oberammergau getroffen wurden, dazu geben die Verantwortlichen keine Auskunft. Schilder, die auf die Einrichtung hinweisen, sind ohnehin nicht vorhanden.

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