Cyril Whistler hat die Notenschrift von „Marsch-Impromptu“ von Gottfried Federlein  analysiert und entschlüsselt – und damit ihm zufolge den Standort des Schatzes ermittelt.

Niederländer hatte Standort preisgegeben

Nazi-Gold: Sucht die Bundeswehr selbst nach dem Schatz?

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Mittenwald - Cyril Whistler hat den genauen Standort des sagenumwobenen Nazi-Golds preisgegeben, jetzt aber keine Genehmigung zur weiteren Recherche erhalten. Stattdessen laufen auf dem Gelände Untersuchungen – ohne ihn.

Dieser mysteriöse Fall könnte fast aus der Feder von Dan Brown stammen. Der Titel: „Die Verschwörung um den Nazi-Schatz“ oder „Der Goldschatz-Code“. Aber nein, dieser Fall dreht sich nicht etwa um die Verfilmung mit Tom Hanks in der Rolle des Forschers Robert Langdon, der verborgene Zeichen und Symbole in den Werken Leonardo da Vincis entschlüsselt und am Ende das Versteck des Heiligen Grals lüftet.

In diesem Fall geht es um den Niederländer Cyril Whistler und das sagenumwobene Nazi-Gold, das auf dem Gelände der Mittenwalder Standortverwaltung (StoV) schlummern soll. Der Geigenbauer aus Arnheim will des Rätsels Lösung – die exakte Stelle, an der Adolf Hitlers Schatz vergraben liegt – wissen: genau 13 Meter von einem Prellbock entfernt. Deshalb beantragte er Anfang November die Genehmigung zu Recherchearbeiten auf dem Grundstück – inklusive seiner Berechnungen, Zeichnungen und Bilder. Nun erhielt Whistler eine negative Antwort.

„Die Liegenschaft an der Tiefkarstraße 14, Mittenwald, befindet sich im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Derzeit finden auf dem Grundstück Untersuchungen auf Altlasten- und Kampfmittelbestand statt“, heißt es in dem Schreiben. Eine Argumentation, die den Niederländer mehr als stutzig macht. „Dass jetzt auf einmal Grunduntersuchungen auf dem militärischen Gelände stattfinden“, sagt er, „ist sehr bedenklich und ominös.“ Gleichzeitig sieht er die Absage als Indiz, dass seine Aussagen und Berechnungen stimmen. Obwohl er schon im Vorfeld von seiner Theorie überzeugt war. Denn Hitlers Privatsekretär Martin Bormann soll eine chiffrierte Botschaft für das Versteck in Form von Zahlen und Runen-Zeichen auf einem Notenblatt zum „Marsch-Impromptu“ von Gottfried Federlein hinterlassen haben. Whistler ist sicher, dass er den Code geknackt hat. Mit seiner Meinung steht er nicht alleine da. Eine Mittenwalder Familie, die namentlich nicht genannt werden will, habe die Existenz von Hitlers persönlichen Diamanten an diesem Standort bestätigt. Auch ein beruflicher Schatzsucher war vor Ort und stellte dort mittels eines Grundradar-Bildes eine deutliche Anomalie fest.

Den Geigenbauer beschäftigt nun vielmehr die Frage, warum die Bundeswehr dort so „heimlich und und hinterlistig“ Grunduntersuchungen startet. „Was hat sie zu verbergen? Die Wahrheit?“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Von dieser Verschwörungstheorie will man beim zuständigen Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) nichts wissen. „Es ist geplant, die Liegenschaft and er Tiefkarstraße zu räumen und komplett an die BImA abzugeben. Im Rahmen der Rückgabe findet eine Untersuchung auf Altlasten- und Kampfmittelrückständ statt“, teilt das Amt auf Tagblatt-Nachfrage mit. Außerdem würden dort gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen für den Umweltschutz, darunter die Beseitigung einer alten Gleisanlage und der Rückbau eines stillgelegten Öltanks, umgesetzt. Aus diesem Grund musste Whistlers Antrag abgelehnt werden.

Dabei hätte der Niederländer auch gemeinsame Sache gemacht. Deshalb hat er der Bundeswehr den Vorschlag unterbreitet, zusammenzuarbeiten. Denn was er keinesfalls will, ist, sich den Schatz selbst unter den Nagel zu reißen. Es geht ihm um Mittenwald, zu dem er schon allein wegen der Geigenbauerei eine besondere Beziehung hat. Dort müsse sich etwas ändern, findet er. „Immer wieder wurden die Rolle Mittenwalds und die vielen Kasernen während des Zweiten Weltkrieges verschleiert und verblümt“, behauptet er. „Jetzt hat der Ort die Chance, öffentlich die Geschichte zu klären.“ Whistlers Ziel: ein Denkmal oder Museum für die Opfer des Holocausts auf dem Gelände. Gespräche mit Bürgermeister Adolf Hornsteiner liefen bisher ins Leere. Er drängte auf einen Beweis, dass der Nazi-Schatz existiert. Der Bundeswehr sind diese Pläne noch gar nicht bekannt.

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