Zwei Anträge im Murnauer Gemeinderat

Gesucht: Ein Netzwerker für die Flüchtlingshilfe

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Murnau - Murnau braucht einen Referenten für Flüchtlingsfragen: Darüber war sich eigentlich Ende des vergangenen Jahres der Hauptausschuss – nach einem Vorschlag der Freien Wähler – einig. Doch passiert ist seitdem nichts. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Der Gemeinderat beschäftigt sich gleich mit zwei entsprechenden Anträgen, die die Freien Wähler und Grünen-Einzelkämpferin Veronika Jones eingereicht haben. An Interessenten für den Job mangelt es nicht.

Das Flüchtlingsaufkommen in der Marktgemeinde ist vergleichsweise moderat. Laut Landratsamt leben derzeit 62 Migranten – unter anderem aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und afrikanischen Staaten – in dem rund 12 000-Einwohner-Ort. Die meisten davon, nämlich 38, sind im ehemaligen CVJM-Heim untergebracht. Eine Prognose gibt die Kreisbehörde nicht ab. Für den Landkreis – gegen Ende der Woche sollen es insgesamt rund 1290 Asylbewerber sein – sei eher von einer leicht steigenden Zahl auszugehen, berichtet Sprecher Stephan Scharf. „Grund dafür ist, dass in anderen Landkreisen Turn- und Traglufthallen als Notunterkünfte geschlossen wurden und es deshalb jetzt zu Umverteilungen von Flüchtlingen kommt.“ Als mögliche Unterbringung ist das alte Gemeinde-Krankenhaus im Gespräch.

Die Freien Wähler erneuern ihr Anliegen und schlagen eine ehrenamtliche Referentenstelle vor, die – wie dies auf anderen Gebieten auch der Fall ist – mit einem oder mehreren Gemeinderäten besetzt wird. Es gehe darum, eine „Schnittstelle“ zu schaffen zwischen Murnau Miteinander (Team 7), das bereits viel auf dem Gebiet der Flüchtlingshilfe leistet, und der Verwaltung sowie dem Gemeinderat, erklärt Fraktionschef Welf Probst. „Dies würde auch bestimmt zu einer Entlastung des Bürgermeisters führen.“ Ähnlich argumentiert Grünen-Politikerin Jones. Eine Unterstützung von kommunaler Seite ist ihrer Meinung nach „dringend nötig“ und von Murnau Miteinander auch erwünscht. Auf den Referenten käme viel Arbeit zu. Dieser müsste beispielsweise ein Ansprechpartner für die Helfer sein und anerkannten Flüchtlingen bei der schwierigen Wohnungssuche zur Seite stehen. Jones geht im Vergleich zum Freie-Wähler-Antrag einen Schritt weiter. Neben einem Ehrenamt kann sie sich auch vorstellen, einen Mitarbeiter der Rathaus-Verwaltung mit der Tätigkeit zu beauftragen oder jemanden auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung einzustellen. „Man muss sich die Frage stellen, ob man das alles ehrenamtlich leisten kann.“

Referenten aus dem Kreise des Gemeinderats zu bestimmen, wäre ein „großer Schritt nach vorne“, meint Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Dafür gleich Personal einzustellen, hält der Rathaus-Chef allerdings für übertrieben. Denn: „Das Themenfeld ist nicht unüberschaubar.“

Den freiwilligen Job würde Jones gerne selbst übernehmen. Jedoch müsste sie dann etwas anderes abgeben, sagt die Jugendreferentin. Und auch ihre Gemeinderatskollegen Josef Gramer (CSU) und Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) haben nach eigenen Angaben Interesse. Für Manlik wäre es wichtig, die Helfer zu vernetzen und den Kontakt zur Politik herzustellen. Und Gramer will den Flüchtlingen konkrete Hilfestellungen anbieten, etwa beim Besuch der Tafel.

Rubriklistenbild: © Foto: Archiv Mayr

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