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Verzichtet auf eine Klage: das Wirtsehepaar Marion und Olivier Mayr.

Neubau an der Glentleiten genehmigt

Kreut-Alm-Klage vom Tisch

Großweil - Der Neubau eines Eingangskomplexes an der Glentleiten ist genehmigt. Die Wirtschaft können auch Gäste besuchen, die nicht ins Freilichtmuseum wollen. Wider Erwarten gibt es keine Klagen. Für Oktober ist der Spatenstich geplant.

Eine Klage angekündigt hatte Olivier Mayr, Wirt der benachbarten Kreut-Alm. Und zwar für den Fall, dass die neue Glentleiten-Gaststätte auch für Nicht-Museumsbesucher öffentlich zugänglich ist. Dann werde er vor Gericht ziehen. „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“, hatte er im Januar erklärt. „Dann bauen die da gar nichts.“ Zumindest für zehn bis 15 Jahre, polterte Mayr damals.

Nun, jetzt steht fest: Das Eingangsgebäude – und damit auch die Gastronomie – wird auch für Nicht-Museumsbesucher zugänglich sein. Das erklärt Susanne Büllesbach, persönliche Referentin des Bezirkstagspräsidenten und Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Bezirk Oberbayern. Dieser ist Träger der Glentleiten.

Jeweils 120 Plätze innen und außen 

Die Regierung von Oberbayern hat das Projekt mittlerweile abgesegnet. „Der Bescheid wurde den Anliegern und beteiligten Naturschutzverbänden zugestellt“, sagt Sprecherin Michaela Krem. Da keine Klagen erhoben wurden, sei er bestandskräftig. Warum Glentleiten-Nachbar Mayr, der Umsatzeinbußen befürchtete, doch nicht den juristischen Weg einschlug, bleibt unklar. Er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Zum Verständnis: Der Besuch der bisherigen Wirtschaft Starkerer Stadel ist nur mit Museums-Eintrittskarte möglich. Der Gastraum der neuen Wirtschaft wird innen über 120 Plätze verfügen, der Biergarten wird genauso groß.

Gibt es irgendein Agreement des Bezirks mit der Familie Mayr? Büllesbach winkt ab: „Nein, es besteht nur die ausdrückliche Zusage, dass die Zufahrt auch während der Bauarbeiten zur Kreut-Alm erhalten bleibt. Selbstverständlich werden wir uns bemühen, die Beeinträchtigungen insgesamt so gering wie möglich zu halten.“ Museumseiterin Dr. Monika Kania-Schütz freut sich, „dass die Weichen gestellt sind“.

Das Großprojekt war bereits 2013 bekannt geworden. Das Gebäude soll neben der Gastwirtschaft eine Kreativ-Schaubrauerei, Platz für Sonderausstellungen, einen Medienraum und interne Bereiche enthalten, insgesamt etwa 2000 Quadratmeter Fläche. „Die Vielfalt an Funktionen, die ein Eingangsgebäude heute haben muss, sind mit der Thürlmühle einfach nicht leistbar“, sagt Kania-Schütz. Dieses Gebäude bildet den aktuellen Zugang.

8,3 Millionen Euro nur für das Errichten

Vor drei Jahren war man davon ausgegangen, dass der neue Komplex bis zu 7,5 Millionen Euro verschlingen wird. Die Summe ist aber nicht mehr aktuell. „Die Schätzung von 2013 muss natürlich durch den Baukostenindex fortgeschrieben werden“, teilt Büllesbach mit. „Die reinen Errichtungskosten werden sich nach jetzigem Stand auf 8,3 Millionen Euro belaufen.“ Hinzu kämen die Außenanlagen, die Baustelleneinrichtung et cetera.

Doch es werden beträchtliche Zuschüsse fließen, nämlich eine Million Euro. Der Bezirk bekommt die Finanzspritze vom Kulturfonds Bayern, wie die Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber (beide CSU) sowie Florian Streibl (Freie Wähler) mitteilen. Der Spatenstich ist für den 7. Oktober angesetzt. Die Fertigstellung erwartet man für das Frühjahr 2018.

Um die Immobilie hinzustellen, braucht der Bezirk auch Flächen, die im FFH-Gebiet „Extensivwiesen um Glentleiten bei Großweil“ liegen. Rund 1000 Quadratmeter artenreiche Wiesen sollen dabei in Anspruch genommen werden. Daher muss der Bezirk einige naturschutzrechtliche Auflagen erfüllen. „Hierfür wurde im Bescheid als eine von mehreren Ausgleichsmaßnahmen die Herstellung und Pflege von artenreichen Wiesen auf über 2000 Quadratmetern festgelegt“, erklärt Regierungssprecherin Krem.

Roland Lory

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