Erinnerung an altes Handwerk aufrechterhalten

Neue Attraktion für Wiesmahdwege

Bad Kohlgrub - Weiteres Leader-Projekt im Ammertal: Der Bad Kohlgruber Kurverein richtet einen historischen Blockstadel her. Dieser soll dann für touristische Zwecke genutzt werden. 

Manche stechen schmuck in der Wiese, aber anderen haben Zeit und Wetter arg mitgespielt, sie drohen schlichtweg zusammenzufallen. So oder so sind Heustadel typisch für den Landkreis. „Ihre Zahl nimmt aber ab“, sagte Werner Kratzer. Deshalb tat sich der Chef leicht, ein besonderes Projekt seines Bad Kohlgruber Kur- und Fremdenverkehrsvereins anzupreisen. Wie er im Entscheidungsgremium der hiesigen Leader-Gruppe erklärte, soll ein historischer Blockstadel renoviert und für touristische Zwecke genutzt werden. Dafür gibt es nun ein dickes Förderpaket.

Denn von den 15 270 Euro Gesamtkosten übernimmt Leader 9162 Euro. Geld, dass Kratzer zufolge gut investiert ist. Schließlich steht der Stadel an einem geeigneten Ort: zehn Meter neben dem Elmau Wiesweg zwischen Grafenaschau und Bad Kohlgrub im Bereich Großenast. Die Idee der Initiatoren: Sie wollen, wie Thomas Lang vom Bauhof erklärte, den Stadel wie zu alten Zeiten herrichten und darin historische Werkzeuge und Maschinen, die für die Wiesmahd benötigt wurden, ausstellen. Auf diese Weise soll die Erinnerung an das alte Handwerk aufrechtgehalten werden.

Bevor dies geschehen kann, sind jedoch einige Arbeiten nötig. Demnach muss der Stadel Lang zufolge angehoben und mit einer ringförmigen Entwässerung am Hang versehen werden. „Das Dach muss erneuert werden.“ Gleiches gilt für defekte Bauteile. Dabei zählen die Initiatoren auf die Hilfe des Handwerker-Vereins Bad Kohlgrub-Saulgrub und engagierter Bürger. Im linken, offenen Ständer soll eine Sitzgelegenheit fest installiert werden. „Damit dort keine Wohnmobile hineinfahren.“ Damit sich der ganze Aufwand lohnt, läuft die Pacht für den Stadel erst einmal für 25 Jahre.

Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die im Leader-Entscheidungsgremium sitzt, wollte wissen, ob Personal ähnlich wie bei einem Museum vorgesehen ist. Dies sei nicht der Fall, der Stadel soll einfach frei zugänglich sein und Einblicke gewähren. „Wir sprechen oft von Nachhaltigkeit“, sagte Gremiums-Chef und Vize-Landrat Dr. Michael Rapp (CSU). Dieses Projekt habe einen wirklichen Wert, was die Tradition angeht.

Und es freut die Touristiker, wie Kratzer erklärte. Denn mit der Aufwertung des Elmau Wieswegs mache es Sinn, diesen mit dem bestehenden Wiesmahdweg, der bereits Oberammergau und Bad Kohlgrub miteinander verbindet, anzubinden. Die Werbung soll über den Tourismusverbund Ammergauer Alpen erfolgen.

Angesichts dieses neuen, langen Wiesmahdwegs, der in Grafenaschau endet, meldete sich Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold im Leader-Entscheidungsgremium zu Wort. „Wir sollten den Parkplatz herrichten“, erklärte er. „Und Infotafeln aufstellen“, die auf das Wanderangebot hinweisen. Spontaneität, für die er Zuspruch von allen Seiten bekam.

Rubriklistenbild: © dpa

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