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Sie sind an der Reihe: Paul Wakolbinger (l.) und Helmut Kerkenbusch von der Volkshochschul-Künstlergruppe Minerva.

Polznkasparhaus am Mohrenplatz

Neue Ausstellung zeigt alte Meister

Garmisch-Partenkirchen – Von denen lernen, die es konnten: Nach diesem Motto arbeitet die Vhs-Malergruppe Minerva. Jetzt hat sie eine Ausstellung organisiert.  

Wer einmal Gemälde von Meistern wie van Gogh, Spitzweg, Sorolla oder Segantini bestaunen will, der sollte dieser Tage ins Polznkasparhaus am Garmischer Mohrenplatz kommen. Die dortigen Bilder sind freilich nur Kopien, trotzdem aber überaus gelungen. Daneben in der besonderen Ausstellung: frei gewählte Motive, die auf Fotos entdeckt wurden oder bei denen der Künstler von der Natur inspiriert worden ist.

Die Schau haben Helmut Kerkenbusch (81) aus Oberammergau und der Garmisch-Partenkirchner Paul Wakolbinger (65) gestaltet. Die beiden sind Maler, die zur Volkshochschul-Künstlergruppe Minerva – benannt nach der römischen Göttin der Weisheit und Kunst, des Handwerks, Schiffbaus und der Hüterin des Wissens – gehören. Ihre 23 Bilder eröffnen den Präsentationsreigen und sind zwei Monate zu betrachten. Dann wird gewechselt.

Ein ganzes Jahr hat Minerva hier ein Ausstellungsabonnement, das Pfarrer Josef Konitzer als Hausherr der Volksbücherei den Hobby-Künstlern gerne gewährt. Die Idee dazu hatte Gruppen-Leiter Heinz Wrona. „So haben alle 22 Mitglieder Gelegenheit, ihre Bilder in der Öffentlichkeit abwechselnd vorzustellen“, erklärt Wakolbinger. „Kopien sind die Basis unserer Arbeit, um künstlerische Fertigkeiten zu erlangen und zum jeweils eigenen Stil zu finden“, sagt Wrona. „Wir gehen bei den großen Meistern in die Lehre.“  Entstanden sind so Gemälde mit den unterschiedlichsten Techniken wie Graphit, Rötel, Kreide, Kohle, Tusche, Aquarell, Acryl, Pastell und Öl. Welch’ beachtliches Potenzial in der Gruppe steckt, bewiesen bereits vorangegangene Präsentationen.

Die beiden derzeitigen Aussteller entdeckten ihr Maltalent mit der Pensionierung. „Ich male erst seit drei Jahren“, sagt der frühere Berufskraftfahrer und Berufsfeuerwehrler Wakolbinger. Wenn man seine, im impressionistischen Stil entstandenen Bilder wie die „Flößer bei Lenggries“ oder die „Ochsen, die ein Segelschiff ziehen“ betrachtet, mag man das kaum glauben. Allein zwölf Werke sind in diesem Jahr entstanden. Kerkenbusch, der in der Textilbranche gearbeitet hat, Minerva-Gründungsmitglied und seit 13 Jahren s dabei ist, hat seine künstlerischen Fertigkeiten und damit seinen eigenen Stil über das Kopieren zum Beispiel von Spitzweg- oder Segantini-Gemälden gefunden.  „Unser Lehrmeister bringt uns voran, geht auf jeden ein, gibt individuell die richtigen Hinweise und Tipps“, sagt Kerkenbusch. Und Wakolbinger stimmt ihm zu. Erst für Mitte Januar ist eine offizielle Vernissage geplant. Wer aber zwischen oder nach den Feiertagen Muße für Kunst hat, sollte im Polznkasparhaus vorbeischauen. Es lohnt sich.

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