Neue Turbulenzen bei der CSU Oberammergau: Chef legt Vorsitz nieder

Oberammergau - Weiterer Nackenschlag für den CSU-Ortsverband Oberammergau: Vorsitzender Peter Ostermeier hat sein Amt aus persönlichen Gründen abgegeben.

Als Peter Ostermeier, ehemaliger Schulleiter in Bad Kohlgrub, im Frühjahr vergangenen Jahres den Vorsitz des CSU-Ortsverbandes Oberammergau übernahm, konnte man darauf hoffen, dass nun endlich ruhigere Zeiten anbrechen würden.

Über Jahre nämlich hatten die „Schwarzen“ in Ammergau alles andere als ein Bild der Geschlossenheit und Kompetenz abgeliefert. Die Quittung dafür erhielt die Orts-CSU bei der Kommunalwahl 2008, als die Liste nurmehr 11,6 Prozent der Stimmen erhielt und von fünf auf zwei Gemeinderatssitze absackte. Zwischenzeitlich gaben auch beide, damals gewählten Vertreter, Rolf Zigon und Tobias Streibl, ihr Mandat zurück.

Aktuell sitzt nur noch Michael Fux für die CSU im Plenum (und der hat sich mittlerweile der Fraktion der Freien Wähler angeschlossen), während Zigon-Nachrücker Bernhard Flemisch sogar aus der Partei ausgetreten ist. Auch in der Führung des Ortsverbandes gab es reichlich Turbulenzen, sogar von Auflösung war die Rede: Verzweifelt suchte der Vorstand einen Nachfolger für den langjährigen Vorsitzenden Rolf Zigon, ehe schließlich im Mai 2011 Peter Ostermeier dieses Amt übernahm. Der forderte bei seiner Wahl, „dass wir einen starken, berechenbaren und engagierten Ortsverband brauchen“.

Jetzt muss sich die CSU erneut um einen (neuen) Vorsitzenden umsehen: Ostermeier hat nämlich „aus zwingenden persönlichen Gründen“, wie auf der Homepage bekannt gegeben wird, den Vorsitz niedergelegt. Bis zur im März stattfindenden Mitglieder-Vollversammlung führt nun Thomas Schauer als stellvertretender Vorsitzender die Geschäfte, „um die Kontinuität des Amtes zu wahren“. Den Vorstand hat Ostermeier bereits im vergangenen Jahr über seinen Entschluss informiert.

Der 46-jährige Schauer, von Beruf Vertriebstrainer, bestätigte auf Anfrage die neue personelle Entwicklung im Ortsverband: „Wir im Vorstand waren auch überrascht, als Peter seinen Rückzug verkündete. Selbstverständlich respektieren wir seine Entscheidung, bedauern aber auch seinen Entschluss.“ Bis März gelte nun erstmal die Interimslösung mit ihm als kommissarischen Vorsitzenden, erklärt Schauer: „Was danach kommt, wird man sehen.“ Auf alle Fälle wolle man sich als Ortsverband „ein neues Profil geben“ und wieder aktiver werden. Ob er selbst denn für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung stehe, dazu sagt Thomas Schauer: „Wenn mir die Mitglieder das Vertrauen aussprechen würden, könnte das schon ein Thema werden.“ Der 46-Jährige ist auch zuversichtlich, „dass sich in Sachen Mitgliedergewinnung etwas tun wird“.

Ein „Neuzugang“ steht schon mal fest: Überraschenderweise trat Simon Fischer, Gemeinderat der Jungen Liste „Entschieden für Oberammergau“ (EfO), der CSU bei. Der 29-Jährige begründete dies so: „Ich bleibe natürlich Gemeinderat für die EfO. Mein Beitritt zur CSU war eine ganz persönliche Entscheidung von mir, die ich mir gut und lange überlegt habe. Ich sehe hier für die Zukunft einen guten Weg, mich zu beteiligen und mit zu diskutieren.“ Fischer hat nach eigenen Worten die Liste frühzeitig über diesen Schritt informiert, und hofft, dass er verstanden wird.

Kilian Härtle, der mit Fischer für die „EfO“ im Gemeinde sitzt, war anfangs schon „enttäuscht und baff“, aber dies sei alleinig „die Sache vom Simon“. Es gebe laut Härtle deswegen auch keinen großen Knatsch oder Ärger innerhalb der Liste, „auch wenn es einige wohl von uns nicht ganz verstehen werden“. Man habe die Sache mit Simon Fischer aber „ausgeredet“. Und bei Härtle „ist deshalb auch nichts hängengeblieben“.

Ludwig Hutter

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