In fahlen Tönen präsentieren sich der Altar und die Kanzel in der Wamberger Kirche St. Anna. Mesner Hans Mühlbacher kennt die Schwachstellen des 1721 geweihten Gotteshauses genau: Der Putz bröckelt von den Wänden, Löcher bilden sich im Mauerwerk und im Fußboden. fotos: Sehr/Ströter-Archiv

Neuer Glanz für zwei Gotteshäuser

Garmisch-Partenkirchen - Sie sind Heiligen gewidmet, waren beide in die Jahre gekommen und brauchten dringend frische Farbe: Die Garmisch-Partenkirchner Kirchen St. Anna in Wamberg und St. Anton haben viel gemeinsam. Doch was im einen Gotteshaus vollbracht ist, wird im anderen erst vorbereitet.

Gute Neuigkeiten gibt es aus der Erzdiözese München und Freising für die katholische Pfarrei Partenkirchen. „Die Renovierung von St. Anna wurde genehmigt“, freut sich Mesner Hans Mühlbacher. Doch bis in der kleinen Kirche in Wamberg (Garmisch-Partenkirchen) etwas passiert, dauert es noch eine Weile. Denn zunächst müssen Gebäudepläne erstellt und alle Schäden aufgelistet werden. Dazu beschäftigt sich derzeit der Architekt Anton Leismüller zusammen mit einem Kirchenrestaurator und diversen Handwerkern intensiv mit der 1721 eingeweihten Kirche St. Anna. Vermessen hat er das Gebäude bereits. Neben den sichtbaren Schäden wie Löchern und Rissen in Boden und Wänden sowie zersprungenen Bodenfliesen zeigen die Voruntersuchungen weitere Mängel. „Das Schindeldach muss runter“, sagt Leismüller. Außerdem müsse der Dachstuhl restauriert werden. In diesem Jahr startet der Architekt zudem eine Klima-Untersuchung in St. Anna. „Ein Jahr lang messen wir die Feuchtigkeit in den Wänden“, erläutert er.

Zwar steht noch kein Termin für den Start der Arbeiten fest, aber Leismüller weiß: „In zehn Jahren, zur 300-Jahr-Feier von St. Anna, soll alles abgeschlossen sein.“

Dass dieser Zeitplan für die Rundum-Erneuerung einer Kirche durchaus ehrgeizig ist, weiß Max Reichenender ganz genau. Der 69-Jährige kümmert sich seit rund 25 Jahren als Kirchenpfleger um die Wallfahrtskirche St. Anton. Insgesamt 23 Jahre hat es gedauert, bis das kleine Gotteshaus und das dazugehörige Franziskanerkloster im Ortsteil Partenkirchen komplett saniert war. Mit der Restauration der Orgelempore endeten die Arbeiten pünktlich zum Weihnachtsfest 2010. Seit 1987 wurden in Teilabschnitten die Kirche, ihr Turm und das Kloster, in dem Pater Winfried Prummer und Adelhard Weeren wohnen, renoviert. Im Kloster wurde die Heizung erneuert, die drei Gasträume modernisiert und Fenster ausgetauscht. Außerdem kam eine Bibliothek hinzu. Das alles geschah bereits in den 1980er Jahren.

Vor 20 Jahren begannen Restauratoren und Handwerker dann mit den Arbeiten in der Wallfahrtskirche. Durch eine moderne Lüftungs- und Heizungsanlage, ein neues Dach, neue Bänke und Böden sowie die Renovierung der Außenfassade erhielt das Gotteshaus ein neues Gesicht. Doch eines galt es zu schützen: das Deckenfresko. „Das ist das einzige erhaltene Werk von Johann Evangelist Holzer“, erläutert der Kirchenpfleger. Dieses restaurierten Experten besonders schonend, ebenso wie die Altäre und die Orgelempore. Mit ihrer Neugestaltung ging die Verschönerung zu Ende.

Eine Ära, die auch viele Bürger aus dem ganzen Landkreis unterstützt haben. „Die Spendenfreudigkeit war groß, und dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Reichenender. Denn von den knapp vier Millionen Euro, die die komplette Sanierung gekostet hat, musste die Kirchenstiftung St. Anton einen großen Teil selbst stemmen. Finanzielle Mittel gab es aus der Diözese, doch die Höhe der Mittel variierte je nach Projekt.

Janine Tokarski

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