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Thema im Marktgemeinderat

Mobilfunk: Belastung minimieren

Murnau - Das Unternehmen Telefónica will in Murnau aktiv werden. Es hat vor, im Murnauer Süden einen LTE-Standort zu realisieren.

Bei LTE-Standort handelt es sich um den schnellsten Mobilfunkstandard. Die Marktgemeinderäte hatten das Thema kürzlich auf dem Tisch. 

Ein Blick zurück: Voriges Jahr hatte die Kommune den Verein Umweltinstitut München mit Untersuchungen beauftragt. Damit wollte man etwaige Antennenstandorte finden, bei denen zum einen eine gute Funkversorgung gewährleistet ist. Zum anderen sollte vermieden werden, dass die Bevölkerung einer unnötig hohen Strahlenbelastung ausgesetzt wird. Im Dezember teilte Telefónica der Marktgemeinde dann mit, dass es die Adressen Untermarkt 58 (Tengelmann-Center) und Burggraben 49 (Feneberg) als geeignet ansehe. Der Marktgemeinderat beschloss einmütig, die beiden Standorte zur Umsetzung zu empfehlen. 

„Es wäre von Vorteil, wenn auf einem der beiden Gebäude eine Antenne errichtet würde“, betont Sonja Scharf vom Murnauer Bauamt. Bei diesen handelt es sich nach Angaben von Hans Ulrich, Elektrosmog-Experte beim Umweltinstitut, um die zwei höchsten Immobilien in diesem Bereich. „Da ist die größte Immissionsminimierung herauszuholen.“ Ob auf einem der beiden Dächer eine Station installiert wird, wenn ja auf welchem beziehungsweise wann, ist nun Sache des Mobilfunkbetreibers und der Gebäudeeigentümer. „Eine Kommune kann immer nur eine Empfehlung geben“, sagt Scharf. Im Murnauer Süden gibt es schon  eine Station, und zwar auf dem Dach des Gebäudes Burggraben 62. Bei Anwohnern sorgte die Installation für Proteste (wir berichteten). 

In Sachen Mobilfunk hat auch bereits ein „Runder Tisch“ stattgefunden, zu dem die Rathaus-Verwaltung in Kooperation mit Ulrich einlud. Vor Ort waren Vertreter der Firmen Telekom, Vodafone und Telefónica. Ein Ergebnis war, dass aktuell eine Verlegung von Standorten im Bereich Ober-/Untermarkt nicht möglich ist. Gründe gibt es dafür mehrere: Die Versorgung in diesen Bereich muss gewährleistet sein. Zudem werden der hohe Kostenaufwand, langfristige Verträge sowie fehlende Alternativstandorte genannt. 

Im Bereich des Obermarkts ballen sich die Stationen. Es sind drei Stück auf relativ engem Raum. Bei der Antenne auf dem Griesbräu steht ein Rückbau im Zeitraum 2017/2018 zur Debatte. „Da gibt es aber noch keine endgültige Entscheidung“, teilt Scharf mit. Innerhalb des Murnauer Gemeindegebietes existieren derzeit sechs Standorte für Mobilfunkanlagen aller Netzbetreiber. Eine Stelle fiel vor ein paar Monaten weg. Die Antenne, die im Bereich der Wasserversorgung Am Eichholz stand, wurde abgebaut. 

Die Kommune appelliert auf ihrer Internetseite an die Öffentlichkeit, sie über auslaufende Verträge zu informieren. Zudem bittet sie die Bürger selbst nur Standorte zur Verfügung zu stellen, wenn diese mit der Verwaltung abgestimmt sind und dem Ziel der Immissionsminimierung entsprechen. Eine Rückmeldung hat die Gemeinde aber laut Scharf noch nicht bekommen. 

Bereits 2014 hatte das Umweltinstitut für das Gemeindegebiet eine so genannte Immissionskarte erstellt. Auf dieser ist die Strahlenbelastung zu sehen. Das Werk gilt als Richtschnur für das weitere Vorgehen in Sachen Mobilfunk.

Roland Lory

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