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Vier der insgesamt 14 Gründungsmitglieder: (v.l.) Johannes Templer, Manfred Stöhrer, Sandra Weller und Josef Bierling.

Neuer Förderverein in Murnau gegründet  

Mit geballter Kraft pro Schwimmbad-Bau

Murnau - Die Rufe nach einem Schwimmbad für Murnau gibt es schon lange. Viele Argumente, hauptsächlich finanzieller Art, sprachen bislang dagegen. Jetzt, auch im Hinblick auf die Schließung des BRK-Beckens, werden die Forderungen immer lauter. Ein neuer Förderverein will sich für den Bau eines Hallenbades, primär für Schwimmunterricht, und später für dessen Fortbestand starkmachen.

Während in anderen Orten wie Mittenwald, Oberammergau und Garmisch-Partenkirchen  immer wieder über den Erhalt der bestehenden Schwimmbäder diskutiert wird, will sich in Murnau ein jetzt gegründeter Förderverein für den Neubau eines einfachen Hallenbeckens primär für Schwimmunterricht einsetzen. „Viele meinen, dass Murnau kein Schwimmbad bräuchte, weil es so viele Seen gibt“, erklärt Schwimmtrainerin und Mitglied des bisherigen Vorstands, Sandra Weller. „Doch es ist genau andersherum. Gerade weil es nahe Murnau so viele Seen gibt, braucht der Ort unbedingt ein Schwimmbad.“ Erschwerend dazu kommt die Tatsache, dass die letzte Schwimmbad-Bastion für die Öffentlichkeit, das Becken im BRK-Seniorenwohnen Ruhesitz Staffelsee, geschlossen wird. Zwar laufen derzeit noch Gespräche über eine Beteiligung der Gemeinde, doch eine Rettung über mehrere Jahre hinweg dürfte eher unwahrscheinlich sein. 

Dramatisch, denn dort konnten wenigstens die Schwimmschulen noch Kurse für Kinder abhalten. Jeder vierte Zehnjährige sei mittlerweile nicht mehr in der Lage zu schwimmen, das hätten Statistiken ergeben, sagt Weller. „In Murnau gibt es insgesamt 2000 Schüler, aufgeteilt auf 94 Klassen. Von den Grundschulen, über die Mittel- und Realschule bis zum Gymnasium“, zählt sie auf. „Das Kultusministerium empfiehlt grundsätzlich zwei Stunden Schwimmunterricht pro Woche, und ab 50 Klassen an einem Schulstandort wie Murnau ein eigenes Bad.“ 

Es soll kein Spaßbad mit Rutschen und Sprungtürmen werden, da sind sich die vier der insgesamt 14 Gründungsmitglieder des neuen Fördervereins „Hallenschwimmbad Murnau“, Josef Bierling (Gemeinderat/CSU), Prof. Dr. Manfred Stöhrer (Seniorenbeirat und Murnau Miteinander), Sandra Weller und Johannes Templer (Leiter des Jugendzentrums Erlhaus), einig. „Reichen würde ein einfaches, ganzjährig geöffnetes Hallenbad mit fünf bis sechs 25 Meter-Bahnen, das sowohl für Schwimmunterricht als auch für sportliche Zwecke genutzt werden kann“, erklären die Vier. Für Schulen und Vereine sollte es ebenso offenstehen wie für Polizei, Bundeswehr oder Wasserwacht. Das Spektrum der Besucher soll von Säuglingen, Schülern und Jugendlichen bis hin zu Senioren reichen, sagt Templer. Es gebe kaum ein Projekt mit einem so deutlichen generationsübergreifenden Bedarf. 

Verpasst worden sei ein solches Becken beim Bau der Turnhalle an der Realschule. „Das hätte man dort im Keller einplanen können“, sagt Bierling. Jetzt spekulieren die Vereinsgründer laut Stöhrer auf eine eventuelle Renovierung der Turnhalle der Mittelschule, oder aber auf einen anderen, schulzentrumsnahen Standort. Schon jetzt, vor der für Herbst geplanten ersten ordentlichen Mitgliederversammlung, will der Verein kräftig die Werbetrommel rühren. Rundschreiben der Schulen an Eltern gingen und gehen derzeit raus, Spenden und Unterschriften sollen gesammelt, Sponsoren und Vereinsmitglieder gesucht werden.

 Seit vielen Jahren sind die Rufe in Murnau für ein Schwimmbad nicht zu überhören. Nach einer Erhebung der Kinder- und Jugendvertretung des Marktes stand dieser Wunsch ganz oben auf der Liste. In der Folge wurde ein Arbeitskreis gegründet, danach hatte der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, deren Ergebnis im Herbst erwartet wird. Bei einem Workshop, zu dem unter anderem Vertreter von Schulen, Gemeinderäte, Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), Vertreter von Schwimmschulen und Vereinen eingeladen waren, seien seitens der für die Studie beauftragten Firma diverse schulnahe Standorte genannt worden, beispielsweise am Kemmelpark, am See oder an der Werdenfelser Kaserne, sagt Templer. Die Angaben über Kosten für einen Neubau variierten bisher stark, von 2,7 Millionen bis sieben Millionen Euro. Die laufenden Kosten seien einmal von einem Gemeindevertreter mit rund 400 000 Euro pro Jahr benannt worden.

 Eine Beteiligung der Gemeinde am BRK-Bad halten alle Vier für suboptimal. Die Entfernung von den Schulen sei zu weit, der Erhalt auf längere Zeit zu ungewiss. Dazu komme die Frage nach der Höhe der Investitionen, die getätigt werden müssten. Schließlich handle es sich dort um ein 15-Meter-Becken, sagt Bierling, also ungeeignet für einen wirklichen Schul-Schwimmunterricht.

Informationen/Kontakt:

Wer dem Verein beitreten und/oder sich für einen Schwimmbad-Neubau starkmachen will, kann sich unter der E-Mail-Adresse hallenbadmurnau@gmx.de melden. Für Herbst ist eine erste Mitgliederversammlung geplant, ein Termin steht noch nicht fest.

Michaela Sperer

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