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Vor dem neuen Infozentrum und dem Museum Holzerhütte: (v.l.) Stephanie Jicha (Zweite Vizepräsidentin Tiroler Landtag), Bürgermeisterin Isabella Blaha, Hermann Sonntag (Naturpark Karwendel), Benedikt Gratl (Architekt) sowie Christian Wandl (Olympiaregion Seefeld).

Neues Infozentrum in Scharnitz

Schon im Rohbau ein echter Blickfang

Scharnitz hat den nächsten großen Schritt getan. Nach der Eröffnung des Museums Holzerhütte im Sommer und jener des Umfahrungstunnels im November, ist nun der Rohbau des Infozentrums in der Länd abgeschlossen. Nun folgt im Winter das Finetuning, um dann Anfang Mai pünktlich in die erste Saison zu starten.

Scharnitz – Man sieht allen Beteiligten – angefangen von Bürgermeisterin Isabella Blaha über Naturparkgeschäftsführer Hermann Sonntag bis hin zu Architekt Benedikt Gratl – die Erleichterung und den Stolz an. Der Bau liegt im Zeitplan, die Kosten knapp unter der Planungssumme, und das Infozentrum ist schon im Rohbau ein echter Blickfang.

„All das ist heute nicht mehr selbstverständlich“, sagt Stephanie Jicha, Zweite Vizepräsidentin des Tiroler Landtags, am Freitag. Sie zeigt sich begeistert davon, dass die Gemeinde Scharnitz und der Naturpark allen Empfehlungen zur Naturparknutzung gefolgt sind und damit ein tolles Zeichen für Tourismusverträglichkeit setzen.

In der Tat sind der Gemeinde Scharnitz und auch dem Tourismusverband (TVB) Olympiaregion Seefeld, zu dem Scharnitz zählt, die Naturverbundenheit und der nachhaltige Umgang mit den heimischen Ressourcen wichtig. „Das Infozentrum ist für uns die Initialzündung für einen anderen Tourismus“, sagt Christian Wandl vom TVB. „In einer Zeit, in der viele Infobüros geschlossen werden, möchten wir bewusst eines mit Mehrwert eröffnen.“ Dieser kommt zum einen aus der Kombination mit dem Museum Holzerhütte, das Einheimischen und Gästen die für die Region so wichtige traditionelle Holznutzung nahe bringt. Die Länd wird damit zum Dreh- und Angelpunkt für das grenzüberschreitende Netzwerk „Wege des Holzes“, an dem unter anderem auch die Flößermuseen in Bayern, Markus Wasmeiers Freilichtmuseum am Schliersee und das Geigenbaumuseum in Mittenwald beteiligt sind. Zum anderen punktet das Infozentrum mit seiner Bergkompetenz. „Die Mitarbeiterinnen vor Ort sind echt Bergprofis“, sagt Naturparkgeschäftsführer Sonntag. „Sie kennen sich im Karwendel bestens aus und können über Berge und Natur kompetent Auskunft geben.“ Durch diese Kompetenzen erhofft man sich in der Region, „einen sanften Bergtourismus etablieren zu können“, betont Bürgermeisterin Blaha. „Denn das ist unser Ding, alles andere könnten wir nur zweitklassig nachahmen.“ Mittlerweile ziehe hier auch der TVB der Olympiaregion mit und habe erkannt, wo Scharnitz’ Stärken liegen.

„Wir müssen zugeben, dass wir den Naturpark lange Zeit nicht viel beachtet haben“, sagt Wandl. „Doch das Karwendel wird immer mehr zur Tourismusmarke.“ Scharnitz wird dabei gern als Tor zum Karwendel bezeichnet, und solle nun als solches vermarktet werden. Doch wer sich jetzt vor einer Übernutzung und massiven touristischen Erschließung fürchtet, darf beruhigt werden. „Die Infrastruktur wurde bewusst am Eingangsbereich des Karwendels errichtet“, erklärt Sonntag. „Im Gebirge soll es nur Natur geben.“ Der Naturpark bewirbt zwar den Höhenweg Karwendel, ein Themenweg ist dieser aber nicht, sondern eine alpine Wanderung in reiner Natur. Damit dies so bleibt, gibt es im Infozentrum nicht nur die klassischen Infos, sondern auch Bewusstseinsbildung, die sich auf die Jahreszeiten bezieht.

Die Kosten

Die Gesamtkosten für den Projektstandort in der Länd (Museum, Infozentrum und Außenbereich) belaufen sich auf circa 2,1 Millionen Euro und liegen damit im geplanten Finanzrahmen. Davon sind 1 Million Euro über das INTERREG-Projekt abgedeckt.

Kathrin Schneitberger

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