Neues Loisachkraftwerk in Betrieb genommen

Garmisch-Partenkirchen - Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hat am Freitag das neue Wasserkraftwerk an der Loisach in Garmisch-Partenkirchen offiziell in Betrieb genommen. Mit dem erzeugten Strom können knapp 600 Vier-Personen-Haushalte im Jahr versorgt werden.

Gedankenspiele für ein Wasserkraftwerk am alten Loisachwehr gab es seit Jahrzehnten, aber am Ende ging dann alles ganz schnell. Nach nur neunmonatiger Bauzeit hat am Freitagnachmittag Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) das neue Loisachkraftwerk offiziell gestartet.

„30 Jahre lang ist nichts passiert, viel Energie und Geld sind die Loisach hinuntergeflossen“, sagte Wodan Lichtmeß, Vorstand der Gemeindewerke. Dabei ist der Platz historisch: An der Abzweigung des Mühlbachs befand sich einst der Ursprung der Stromversorgung Garmisch-Partenkirchens. Die Anlage wurde aber 1920 von einem Hochwasser stark beschädigt und dann nicht mehr genutzt. Seit Beginn der 1980er Jahre stellten die Gemeindewerke bereits Überlegungen für ein neues Kraftwerk an. „Die Marktgemeinde zog nicht so recht, die Gemeindewerke waren nicht richtig dahinter, die behördlichen Signale waren eher zurückhaltend, und so verlief dieser erste Antrag im Sande“, erklärte Lichtmeß.

Neue Anläufe gab es immer wieder, aber erst als das Familienunternehmen Emmer die wasserrechtliche Nutzung beantragte, kam Bewegung in die Sache. Lichtmeß stellte dann 2007 den entscheidenden Antrag für die jetzige Anlage beim Landratsamt, der über ein Jahr später genehmigt wurde. Im März 2010 begannen die Bauarbeiten, die im Dezember mit dem Beginn der Probeläufe der Turbinen endeten. Seit Freitag läuft das Kraftwerk, das im Jahr rund 2,2 Gigawattstunden Strom erzeugt, der 500 bis 600 Vier-Personen-Durchschnittshaushalte in der Marktgemeinde versorgt. Es gehört zu 70 Prozent den Gemeindewerken und zu 30 Prozent dem Kaufmann Andreas Emmer.

„Im Globalen ist das ein kleines Projekt, aber für uns vor Ort ein sehr wichtiges bei der Energiewende“, sagte Bürgermeister Thomas Schmid (CSB). „Das deckt sich mit dem Ziel, den Landkreis bis 2035 ausschließlich mit regenerativen Energien zu versorgen“, sagte Regierungsdirektor Guido Kamp, der Landrat Harald Kühn vertrat, der terminlich verhindert war. Die Abwesenheit Kühns stieß bei den zahlreich anwesenden Gemeinderäten auf Unverständnis. Aber Kamp hatte auch gute Nachrichten: „Das ist die 37. Wasserkraftanlage im Landkreis. Zwei neue Anträge liegen vor, die derzeit von uns geprüft werden, ob wir sie nicht doch genehmigen können.“

Minister Zeil beglückwünschte die Region zu diesem „Meilenstein“. „Die Wasserkraft hat in Bayern eine lange Tradition, und Sie sind hier schon weiter als in anderen Orten“, sagte er.

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