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Das Siegerbild beim Fotowettbewerb zum Konzept stammt von Thomas Bochmann.

Grünes Garmisch-Partenkirchen

Neues Radwege-Netz bis 2030

Garmisch-Partenkirchen - Der Kreisort soll ein besseres Pflaster für Fahrradfahrer werden. Nach und nach ist ein Ausbau des Weg-Netzes geplant. Über Ideen wurde bei einem Bürgerworkshop gesprochen.

Der Konzeptvorschlag, mit dem Dr. Stephan Thiel das Fahrradwegenetz in Garmisch-Partenkirchen verbessern will, umfasst 126 Seiten. Entsprechend lang waren die Diskussionen, die bei einem Bürgerworkshop dazu geführt wurden. Es zeigte sich: Die Realisierung wird sicher nicht einfach, dafür teuer und langwierig. „Wir rechnen mit drei Millionen Euro für die gesamte Umsetzung“, sagte Thiel (Grüne) vor rund 20 Teilnehmer. Eine Summe, die aus einem speziellen Grund überschaubar ist, wie Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ergänzte. Geplante Umbauprojekte für spezielle Straßen seien herausgerechnet worden. Zum Beispiel jenes an der Chamonixstraße, die zu einem verkehrsberuhigten Bereich werden soll. Oder die Bahnhofstraße, deren Umgestaltung Meierhofer zufolge allein schon in die Millionen gehen würde.

„Grundsätzlich wird es politische Überzeugungsarbeit brauchen“, betonte die Rathaus-Chefin. Das habe sich schon heuer bei den Haushaltsberatungen gezeigt, als Meierhofer 200 000 Euro für das Radlnetz einstellen wollten. „Die Summe wurde auf 100 000 Euro reduziert.“ Klar ist ohnehin, dass das Konzept mit seinen acht Hauptachsen nur schrittweise über viele Jahre umgesetzt werden kann. 2030 nannte Thiel als Hausmarke. Schon in den nächsten Wochen sollen sich die Gemeinderäte in den Ausschüssen aber mit dem ersten Abschnitt befassen: der so genannten Magistrale. So wird im Konzept die zentrale Ost-West-Achse bezeichnet, die auf knapp zwei Kilometern beide Ortsteile miteinander verbindet. Kurzum: der „wichtigste Baustein“. Und zwar deshalb, weil mit Bereitstellung dieser Route der Fahrradverkehr – außerhalb der Lieferzeiten – aus der Fußgängerzone verbannt werden soll.

Start- und Endpunkt sind der Marienplatz in Garmisch und das Sebastianskircherl in Partenkirchen. Von der Ludwig- und Bahnhofstraße geht es über die Wetterstein- in die Enzianstraße. Letztere soll künftig eine Fahrradstraße sein. „Das ist eine ganz wichtige Umstellung“, betonte Thiel. Da Radlfahrer in diesem Bereich Vorfahrt haben. „Autofahrer sind nur Gäste.“ Über die Chamonixstraße, den Richard-Strauss-Platz und den Kurpark geht die Achse in der Zimmermeistergasse weiter, die ebenfalls zu einer Fahrradstraße werden soll. Über den Mohrenplatz wird dann der Marienplatz erreicht. Als sich ein Teilnehmer nach der Chamonixstraße erkundigte, erfuhr er von Bauamts-Chef Jörg Hahn Überraschendes: Demnach dürfen Fahrradfahrer entgegen der Verkehrsrichtung in einer Einbahn-Straße fahren. „Wenn das nicht explizit verboten ist.“

Diskutiert wurde in der Runde der Umstand, dass Autofahrern die Verbesserungen für Fahrradfahrer grundsätzlich wohl wenig gefallen werden. „Es gibt eine gewisse Umverteilung“, sagte Hahn. Auch auf Kosten von Parkplätzen, wie Meierhofer ergänzte. Aber Ziel sei es letztlich ja, die Menschen dazu zu bewegen, aufs Rad umzusteigen. Auch dann, wenn es um längere Wege in die Arbeit für Pendler geht. Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut will sich die Marktgemeinde um Fördergelder für einen „Radl-Schnellweg Loisachtal“ zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen bewerben. Dabei handelt es sich um 27 Kilometer Radnetz und Kooperationen mit Bus und Bahn. Die Pendler bräuchten laut Thiel Alternativen bei schlechtem Wetter.

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